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| Di, 02.06.2009 10:23

Software erzieht zu Umweltfreundlichkeit

Von: Sabine Mitternacht, SRH Hochschule Heidelberg / idw

Informatikstudenten der SRH Hochschule Heidelberg haben eine Software entwickelt, die den Stromverbrauch von Computern senkt. Microsoft bescheinigt der Idee Praxistauglichkeit.

Die Studenten Johannes Hoppe und Johannes Hofmeister (von links nach rechts) beim Imagine Cup 2009 in Düsseldorf (Foto: SRH).

Die Studenten Johannes Hoppe und Johannes Hofmeister (von links nach rechts) beim Imagine Cup 2009 in Düsseldorf (Foto: SRH).


Computer haben nicht den Ruf besonders umweltfreundlich zu sein. Das Bestreben, sie so umweltverträglich wie möglich zu bauen und laufen zu lassen, nennt man Green IT. Was vor einigen Jahren noch ein leeres Schlagwort war, hat Formen angenommen. Kein Unternehmen kann es sich heute leisten, diesen Trend zu ignorieren. Neue Ideen werden gesucht.

Das haben zwei Informatikstudenten der SRH Hochschule Heidelberg erkannt. Johannes Hoppe und Johannes Hofmeister setzen mit ihrer Softwarelösung "Greener Computer Cabinet" (GreenerCC) bei der Quelle des Energiebedarfs an: dem Benutzer. "Wir haben uns gewundert - zu Stoßzeiten glühen die Rechner der Hochschule förmlich und abends werden sie dann einfach angelassen. Das ist, wie wenn man nach dem Zähneputzen das Wasser laufen lässt", erklärt Johannes Hoppe. Zusammen entwickelten sie eine Software, die es den Administratoren ihrer Hochschule erlaubt, die Energieeinstellungen der Rechner zu verwalten.

Die Software ist mehr als nur eine Energiesparlösung, sie soll auch das Bewusstsein der Benutzer ändern. Technisch ist das Ganze so gelöst: Die Software holt sich aus dem Netzwerk automatisch Energiespareinstellungen. Verlässt der Benutzer seinen Arbeitsplatz und loggt sich aus, fragt die Software nach, wie lange er abwesend sein wird. Ist er nur kurz weg, wird der Computer normal gesperrt. Geht er in ein Meeting, dann speichert die Software die Arbeit des Benutzers und fährt den Computer herunter. Nach der angegebenen Zeitspanne wird der Rechner automatisch wieder angeschaltet, hat aber zwischenzeitlich keinen Strom verbraucht.

"Auf dem Markt ist noch keine vergleichbare Lösung vorhanden", so die Masterstudenten der SRH Hochschule Heidelberg. Zusammen mit ihrem Dozenten Robert Gladewitz haben sie das Projekt beim Imagine Cup eingereicht, dem weltweit größten Technologie- und Programmierwettbewerb für SchülerInnen und Studierende, ausgerichtet von Microsoft. Einmal im Jahr treten Studenten aus aller Welt in diesem Wettbewerb an, um gemeinsam Lösungen für eine bessere Welt zu finden.

GreenerCC stieß auf durchweg positive Resonanz: Im regionalen Finale des Imagine Cup belegte die Software den 2. Platz. In der Sonderwertung "Beste Business-Lösung" gewannen die Studenten deutschlandweit den ersten Platz und konnten ihre Idee Anfang Mai beim European Investor Summit in Prag vorstellen.

Das Feld potentieller Kunden ist groß, denn in jedem Unternehmen und jeder Einrichtung stehen Rechner, die unnötig Strom verbrauchen und Geld kosten. Im Juni soll der erste große Testlauf stattfinden. Das Team GreenerCC sucht noch nach freiwilligen Teilnehmern aus der Wirtschaft.