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Marketing & Personal | Di, 29.06.2010 09:30

Sommer im Büro: Neue Arbeitsstättenregel fordert Schutzmaßnahmen

Nachdem die Sonne sich in diesem Frühjahr eher wenig gezeigt hat, erwarten die Wetterexperten für den Juli nach einem wechselhaften Monatsbeginn eine beständige Hitzeperiode. Wenn das Thermometer über 30 Grad zeigt, kann selbst der schönste Büro-Job zur Belastung werden. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) hat einige Tipps zusammengestellt, die helfen, die Zeit bis zum Feierabend erträglicher zu gestalten.


Das Lüften des Arbeitsraums sollte in die frühen Morgenstunden verlegt werden. "Am effektivsten ist es, wenn man die gegenüberliegenden Fenster oder Türen öffnet", weiß Dr. Kersten Bux, Klimaexperte der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA). Statt heißer Mittagsluft strömt so kühle Nachtluft in den Raum. Wenn im Büro eine Klimaanlage installiert ist, sollte diese dennoch nicht überstrapaziert werden. Denn ist die Temperaturdifferenz nach draußen zu groß, droht beim Gang ins Freie ein Hitzekollaps. Mehr als sechs Grad sollte die Raumlufttemperatur daher nicht unter der Außenlufttemperatur liegen.

In der neuen am 23. Juni bekannt gemachten Arbeitsstättenregel ASR A3.5 ist für Außenlufttemperaturen von über +26 °C ein Stufenmodell mit Schutzmaßnahmen für die Beschäftigten enthalten. Demnach können Beschäftigte bei Lufttemperaturen in Arbeitsräumen in den Stufen bis +30 °C bis +35 °C und auch darüber hinaus dort weiter tätig sein, vorausgesetzt der Arbeitgeber ergreift geeignete Schutzmaßnahmen. "Trotz dieser neuen Regelungen gibt es für Beschäftigte keinen direkten Rechtsanspruch auf zum Beispiel klimatisierte Räume oder 'hitzefrei'", erklärt Dr. Kersten Bux. "Der Arbeitgeber muss im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung Maßnahmen ergreifen, um die Auswirkungen hoher Temperaturen zu mildern. Schließlich steigen mit der Temperatur die körperliche Beanspruchung und die Unfallgefahr, während Konzentration und Leistungsfähigkeit sinken."

Notfalls muss sich der Angestellte also mit anderen Mitteln gegen die Hitze behelfen. Generell sollten unnötige Wärmequellen wie Drucker, Scanner und Kopierer nicht im Arbeitsraum platziert oder zumindest ihr Gebrauch eingeschränkt werden. Ein beliebtes Mittel, der Hitze in Büros beizukommen, ist das Aufstellen eines Tischventilators. Doch diese Methode ist nicht uneingeschränkt zu empfehlen: "Das Geräusch des Ventilators kann in Gruppen- oder Großraumbüros andere Kollegen stören", sagt Dr. Kersten Bux. "Außerdem besteht durch den starken Luftstrom die Gefahr, einen 'steifen Hals' zu bekommen." Besser: Rollos oder Markisen nutzen, um die Sonne auszusperren.

Die Arbeitszeiteinteilung sollte an die sommerlichen Bedingungen angepasst werden. Wer es einrichten kann, beginnt seinen Arbeitstag im Rahmen von Gleitzeitvereinbarungen im Sommer früher und genießt am Nachmittag ein paar heiße Sonnenstunden statt bei der Arbeit dann im Grünen. "Körperlich schwere Arbeiten sollte man in den heißen Stunden vermeiden oder reduzieren und immer wieder kurze Ruhepausen einlegen", rät BAuA-Experte Dr. Kersten Bux. Oft haben schon zehn Minuten Pause an einem kühlen Ort einen enormen Effekt auf die Leistungsfähigkeit.

Wenn der Chef den Krawattenzwang auch im Hochsommer nicht lockern will, kann helle, luftdurchlässige und locker sitzende Kleidung den größten Wärmestau verhindern. Leichtes Schuhwerk ist auch in bürotauglicher Form erhältlich. Für eine Abkühlung zwischendurch kühles Wasser über die Handgelenke fließen lassen. Das ist einfach und effektiv.

Gerade im Sommer ist es wichtig, ausreichend Flüssigkeit zu sich zunehmen. Zwei bis zweieinhalb Liter pro Tag werden im Normalfall empfohlen. "Bei körperlicher Arbeit, aber auch bei Hitze erhöht sich der Bedarf", sagt Dr. Kersten Bux. Wichtig ist, rechtzeitig vor dem Durst zu trinken und die Menge gleichmäßig über den Tag zu verteilen. Kühle aber nicht "eiskalte" Flüssigkeiten löschen den Durst am besten. Besonders geeignete Getränke sind zum Beispiel Trink- und Mineralwasser mit wenig Kohlensäure, Kräuter- und Früchtetees sowie verdünnte Fruchtsäfte. Sie ersetzen neben dem Wasser auch die durch das Schwitzen verloren gegangenen Elektrolyte und Mineralstoffe. Lange hielt sich die Mär, dass Kaffee entwässernd wirkt und daher im Sommer eher nicht zu empfehlen ist. Doch das geliebte Büroritual ist nicht in Gefahr: Mittlerweile hat sich nämlich herausgestellt, dass Kaffee in gewohnten Mengen genossen nicht dehydrierend wirkt.

Die hohen Temperaturen sollten sich auch auf dem Speiseplan widerspiegeln. Statt dem Kantinenschnitzel wandert im Sommer besser leichte Kost auf den Teller. Gut geeignet sind leichtverdauliche Obst- und Gemüsesalate sowie Kaltschalen. Wer auf Deftiges nicht verzichten will, kann auch nur eine halbe Portion verlangen. Als perfekter Snack für Zwischendurch ist die Banane ohne Konkurrenz. Sie liefert schnell Mineralstoffe und Energie.

(Redaktion/BAuA)