Sign In

Welcome, Login to your account.

| Mo, 20.04.2009 10:12

Sonderausstellung „Jugendstil am Oberrhein. Kunst und Leben ohne Grenzen“ im Badischen Landesmuseum Karlsruhe – Schloss 18.April – 9. August 2009

Die große Reformbewegung der Moderne steht im Mittelpunkt des Ausstellungsprojekts des Badischen Landesmuseums Karlsruhe: Seit dem 18. April 2009 präsentiert die Sonderausstellung „Jugendstil am Oberrhein“ die Kunst um 1900 in ihrem vielschichtigen Erscheinungsbild und ihren regionalen Ausprägungen im Dreiländereck Deutschland-Frankreich-Schweiz.

Charles Spindler, Intarsienbild „Heilige mit Lilien“, St. Léonhard 1899, Privatbesitz

Charles Spindler, Intarsienbild „Heilige mit Lilien“, St. Léonhard 1899, Privatbesitz


Sie ist Teil der Reihe „Der Oberrhein um 1900“, die anlässlich des zehnjährigen Jubiläums des Oberrheinischen Museumspasses von zahlreichen Mitgliedsmuseen ausgerichtet wird. Die Ausstellung im Karlsruher Schloss zeichnet das Porträt einer Kulturlandschaft, in der Kunst, Politik, Geschichte und Wirtschaft eng miteinander verflochten sind und Moderne und Tradition aufeinander treffen. Anhand unterschiedlichster Kunstgattungen, geschichtlicher Ereignisse und persönlicher Schicksale soll das Trennende und das Gemeinsame innerhalb dieses Gebietes visualisiert werden.

Die kulturhistorische Ausstellung präsentiert rund 700 Objekte vielfältiger künstlerischer Techniken: Möbel, Malerei, Grafik, Metallkunst, Schmuck, Textil, Mode, Keramik, Farbglasfenster, zeitgenössische Fotos und Dokumente. Eine inszenierte Jugendstilwohnung mit Salon, Speisezimmer, Veranda, Boudoir, Herren- und Schlafzimmer veranschaulicht mit ihren Ensembles nicht nur die typische Möblierung der Jahrhundertwende, sondern gibt einen Eindruck vom Zeitgeist und dem Leben der damaligen Bewohner.

Die besonderen lokalen Ausprägungen des Jugendstils in Leben, Kultur und Kunst am Oberrhein demonstrieren Objekte der drei wichtigsten Jugendstilzentren Straßburg, Karlsruhe und Basel. Der Bogen reicht von einem Basler Aktienschein mit Elementen des floralen Jugendstils über die bekannten Darstellungen der Elsässerinnen von Jean-Jacques Waltz, besser bekannt als „Hansi“, bis hin zu Keramiken, kunstvoll gearbeiteten Glasfenstern, dekorativer Werbegrafik und erlesenem Schmuck aus Pforzheim.

Auch Themen wie Frauenemanzipation, technische Errungenschaften, Unterhaltung, Konsum, Mode und Ess- und Trinkkultur finden ihren Platz in der vielfältig konzipierten Ausstellung, die sowohl wissenschaftliche Dokumente als auch Karikaturen zur Darstellung der kulturhistorischen Phänomene zu Rate zieht.

Zahlreiche namhafte Künstler des europäischen Jugendstils – darunter Hermann Billing, Curjel & Moser, Max Laeuger, Charles Spindler oder Hans Sandreuter – werden mit hochkarätigen Werken gewürdigt. Etwa 80 verschiedene Leihgeber aus Frankreich, der Schweiz und Deutschland stellen ihre kostbaren Objekte für die Ausstellungszwecke zur Verfügung, darunter die Basler Plakatsammlung der Schule für Gestaltung, das Historische Museum Basel, das Museum für Gestaltung Zürich, im Elsass die Museen der Stadt Straßburg, das Musée Hansi in Riquewihr, das Musée du papier peint Rixheim und das Musée de l´Impression sur Étoffes Mülhausen. Baden ist mit der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe, dem Augustinermuseum Freiburg, dem Kurpfälzisches Museum Heidelberg und dem Museum für Technik und Arbeit Mannheim vertreten.

Quelle (Text und Bild): Badisches Landesmuseum Karlsruhe