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Vermischtes | Mi, 06.11.2013 12:43

Spenden als Sonderausgaben absetzen

Die Adventszeit naht und mit ihr alle Jahre wieder Spendenaufrufe verschiedenster Organisationen. Gutes zu tun, gibt uns ein gutes Gefühl und mit guten Taten lassen sich in der Regel auch Steuern sparen: Bis zu einem Höchstbetrag von 20 Prozent der persönlichen Einkünfte sind Spenden an Organisationen als Sonderausgaben absetzbar. Übersteigt eine Großspende diesen Höchstbetrag, ist sogar ein „Spendenvortrag“ in Folgejahre möglich.


Sollen Spenden abgesetzt werden, müssen diese an Organisationen, die steuerbegünstigte Zwecke verwirklichen, geleistet werden. Zu diesen Organisationen zählt das Steuerrecht u.a. Kirchen, Organisationen mit karitativen Zielen, Vereine und Stiftungen, die vom Finanzamt als „gemeinnützig“ anerkannt wurden sowie staatliche Einrichtungen, wie z. B. Universitäten, Forschungsinstitute, Schulen, Museen usw. „Im Zweifelsfall sollten sich Spender im Vorfeld informieren“, empfiehlt Gudrun Steinbach, Vorstand der Lohi (Lohnsteuerhilfe Bayern e.V.).

Grundsätzlich seien immer nur freiwillige Spenden von der Steuer absetzbar. Wer von Rechts wegen oder aufgrund einer Testamentsauflage zu einer Spende verpflichtet wurde, kann diese nicht in seiner Steuererklärung geltend machen. Definitiv nicht steuerbegünstigt sind ebenso Spenden, die direkt an hilfsbedürftige Personen geleistet werden, seien es Sach- oder Geldspenden. 

„Auch die in Not geratene Familie in der Nachbarschaft darf nicht direkt unterstützen, wer Steuervorteile nutzen will“, betont Lohi-Vorstand Gudrun Steinbach: „Ohne Spendennachweis an eine steuerbegünstigte Organisation gibt es keinen Steuernachlass.“ Er sei die zwingende Voraussetzung für den Abzug als Sonderausgabe.

Bei einer Einzelspende über 200 Euro benötigt der Spender eine offizielle Zuwendungsbestätigung. Unbedingt vermerkt sein müssen darauf neben Spendenbetrag, Namen und Anschrift des Spenders selbstverständlich auch der Zuwendungsempfänger mit Unterschrift, Ort, Datum, Finanzamt und Steuernummer. Ganz wichtig ist auch das Datum des letzten Freistellungsbescheids der Organisation.

Spender sollten darauf achten, dass das Zuwendungsdatum und das Datum des letzten Freistellungsbescheides nicht mehr als fünf Jahre auseinander liegen, erklärt Gudrun Steinbach: „Ist dies nicht der Fall, wird das Finanzamt die Bestätigung nicht akzeptieren.“ Nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs und einer anschließenden Gesetzesänderung sind in der Regel auch Spenden an Organisationen im EU-Ausland als Sonderausgaben absetzbar: „Hier gelten jedoch verschärfte Nachweisbedingungen.“

Für Einzelspenden bis zu 200 Euro oder Spenden in Katastrophenfällen, wie zum Beispiel die große Flutkatastrophe in Deutschland in diesem Jahr, genügt in der Regel ein einfacher Nachweis der Spenden in Form eines Kontoauszugs, Bareinzahlungs- oder Überweisungsbelegs. Name und Kontonummer des Empfängers müssen hier ersichtlich sein ebenso wie Spendenbetrag und Buchungstag. Für die Nutzer von Onlinebanking-Portalen genügt auch ein Ausdruck bzw. Screenshot mit den entsprechenden Daten.

Spenden an politische Parteien haben in der Vorweihnachtszeit zwar keine Saison, dennoch sei erwähnt, dass sie gleich doppelt begünstigt werden. Bis zu einem jährlichen Betrag von 1.650 Euro bei Alleinstehenden und 3.300 Euro bei Verheirateten wird die Hälfte der Zuwendung direkt von der Steuerschuld abgezogen. Die andere Hälfte kann, wie andere Spenden auch, im Rahmen der Sonderausgaben geltend gemacht werden.

(Redaktion)