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Wirtschaft | Mo, 01.12.2008 12:24

Spitzentreffen des südbadischen Einzelhandels

Handeln in der Krise – das aktuelle Thema dieser Tage stand auch im Fokus der 60. Delegiertenversammlung der Einzelhandelsverbandes Südbaden am Donnerstag in Freiburg. Über 100 Unternehmer sowie zahlreiche Entscheider aus Politik und Wirtschaft trafen sich zu dem jährlich stattfindenden Spitzentreffen.

EHV-Präsident Philipp Frese warnte davor, die Krise immer weiter herbeizureden (Foto: EHV Südbaden).

EHV-Präsident Philipp Frese warnte davor, die Krise immer weiter herbeizureden (Foto: EHV Südbaden).


In den internen Beratungen ging es neben dem Geschäftsbericht und Etatbeschlüssen zunächst um die wirtschaftliche Lage des südbadischen Einzelhandels und die Perspektiven im diesjährigen Weihnachtsgeschäft. Bis Ende September verzeichnete der Einzelhandel in Baden-Württemberg ein leichtes reales Plus von 1,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Verbandspräsident Philipp Frese äußerte vorsichtigen Optimismus, dass der Handel im Endspurt des Jahres auf niedrigem Niveau stabil bleiben könnte. Gestützt wird diese Hoffnung einerseits durch die bisher aufgelaufenen Umsätze, die noch knapp im Plus liegen. Auch die in dieser Woche veröffentlichte Studie der GFK bestätigt: Die Verbraucher wollen gerade vor Weihnachten noch einige Ausgaben tätigen, da sinkende Heizöl- und Spritpreise den finanziellen Spielraum der Kunden etwas vergrößert haben. Dennoch machen sich viele Unternehmer aktuell Sorgen um die weitere Gewährleistung ihrer Unternehmenskredite. Hier sicherte ihnen der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Freiburg-Nördlicher Breisgau, Horst Kary, die stabile Unterstützung der mittelstandsnahen Kreditinstitute im Land zu. Das Ausmaß der internationalen Bankenkrise zeige einmal mehr, wie wichtig die Rückbesinnung der Wirtschaft auf ihre regionalen Säulen – im Einzelhandel genauso wie im Bankenbereich – sei, so Kary.

Philipp Frese betonte, dass der Großteil der Unternehmen in Südbaden gut aufgestellt sei und die gegenwärtige Krise auch die Stunde engagierter Unternehmer sei: „Krisenmanagement ist für die meisten Kaufleute kein Fremdwort. Nun ist es aber Aufgabe der Politik, den Konsum nachhaltig zu stützen.“ Dabei sprach sich Frese ganz klar gegen punktuelle Konjunkturspritzen aus: „Eine breite Entlastung der Bürger als Signal der Vertrauensbildung muss her!“

Der Handel selbst habe in den letzten Jahren der stagnierenden Binnenkonjunktur seine Hausaufgaben gemacht. „Effizientes Wirtschaften, Ausgabenkonsolidierung und nicht zuletzt eine ganz stringente Kundenorientierung machen unsere Handelsbetriebe im Südwesten zum bundesweiten Aushängeschild.“ In diesem Jahr hätten wieder zahlreiche Betriebe aus dem Verbandsgebiet nationale, internationale und branchenbezogene Preise und Auszeichnungen erhalten. Als Beispiele nannte er  Schafferer Freiburg, Hieber´s Frische-Center in Grenzach-Wyhlen, Einrichten Schweigert in Maulburg, Casa Amberes Schmuck in Freiburg, DOMINO Andrea Fey (Zell am Harmersbach) sowie Scheck-In-Center in Achern/Baden-Baden.

In seinem Geschäftsbericht brachte EHV-Hauptgeschäftsführer Manfred C. Noppel viele weitere Beispiele aus der Verbandsarbeit, die den über 3.000 Mitgliedsbetrieben in Südbaden direkt zugute kommen. Angefangen von den zahlreichen Seminar-Angeboten der ServiceAkademie über das Servicesiegel „König Kunde“ und die Leistungen der  BBE Beratungsgesellschaft Handel + Kommune bis hin zu den umfangreichen Beratungsleistungen in Sachen Recht und Betriebswirtschaft des Verbandes. Als Schwerpunkte des kommenden Jahres stellte Noppel unter anderem Ansiedlungsvorhaben und daraus zu entwickelnde regionale Strategien vor (so in Hinblick auf das FOC in Roppenheim) sowie das Thema Ausbildung, bei dem Betriebe konkret im Rahmen der EHV-Ausbildungskampagne „Helden des Handels“ unterstützt werden.

Im anschließenden öffentlichen Teil der Delegiertenversammlung sprach Regierungspräsident Julian Würtenberger zu den Gästen zum Thema "Südbaden - Metropol- oder Randregion in Europa".

Quelle: Einzelhandelsverband Südbaden e. V.