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Wirtschaft | Mi, 30.03.2011 11:33

Stärkstes Wachstum im Bundesländervergleich: Wirtschaft in Baden-Württemberg wächst 2010 um 5,5 Prozent

Die baden-württembergische Wirtschaft ist nach dem krisenbedingten Einbruch wieder auf klarem Wachstumskurs. Die Südwestwirtschaft erfuhr 2010 mit der Zunahme des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts (BIP) um + 5,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr einen kräftigen Aufschwung.


Dank des überaus starken Nachfrageanstiegs bei hiesigen Industriegütern sowie den überdurchschnittlichen Zuwächsen im Handel und bei den Unternehmensdienstleistern erzielte Baden-Württemberg 2010 ein deutlich höheres Wachstum als Deutschland insgesamt (+ 3,6 Prozent). Sowohl für Baden-Württemberg als auch für Deutschland war dies die höchste jährliche Wachstumsrate seit der deutschen Wiedervereinigung. Das zeigen die heute vom Arbeitskreis »Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder« unter Vorsitz von Dr. Carmina Brenner, Präsidentin des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg, veröffentlichten regionalen Wirtschaftszahlen.

In keinem anderen Bundesland ist die Wirtschaft so stark wie im Südwesten gewachsen. Im Länderranking lagen hinter Baden-Württemberg auf dem zweiten bzw. dritten Platz Rheinland-Pfalz und das Saarland mit 4,8 bzw. 4,7 Prozent. Eine überdurchschnittliche Wachstumsrate erreichte auch Bayern mit 3,9 Prozent; Hessen lag mit 3,6 Prozent mit Deutschland gleichauf. Die hohen Wachstumsraten 2010 und das insgesamt bessere Abschneiden Baden-Württembergs sind zum Teil dem so genannten „statistischen Basiseffekt“ zuzuschreiben: So hatte die hiesige Wirtschaft 2009, bedingt durch die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise, die schwerste Rezession seit Bestehen des Landes zu bewältigen ( 7,1 Prozent). Der rasante Zuwachs der Wirtschaftsleistung 2010 basiert insofern auf einem vergleichsweise niedrigen Vorjahreswert. So entspricht trotz des überaus dynamischen Wachstumstempos die 2010 im Südwesten erzielte Wirtschaftsleistung erst wieder in etwa jener von 2006. Das hohe Vorkrisenniveau von 2007 wurde somit noch nicht wieder erreicht.

Nominal, d.h. in jeweiligen Preisen, stieg das Bruttoinlandsprodukt, das Maß für die hier zu Lande insgesamt erstellten Waren und Dienstleistungen, im Jahr 2010 um 6,0 Prozent auf knapp 362 Mrd. Euro. Gemessen an der Wirtschaftsleistung ist der Südweststaat damit nach Nordrhein-Westfalen und Bayern das drittstärkste Bundesland. Zusammen erwirtschafteten diese drei Länder 2010 mehr als die Hälfte (54 Prozent) des gesamtdeutschen Bruttoinlandsprodukts.

Der kräftige Aufschwung ist vor allem auf das rasante Wachstumstempo der hiesigen Industrie zurückzuführen. Ihre preisbereinigte Bruttowertschöpfung bzw. wirtschaftliche Leistung nahm nach dem drastischen Rückgang in der Krise 2009 ( 22 Prozent) im Jahr 2010 gegenüber dem Vorjahr um 15,2 Prozent zu. Das in Baden-Württemberg mit einem Wertschöpfungsanteil von rund 30 Prozent sehr bedeutsame Verarbeitende Gewerbe – im Bundesländervergleich ist dies mit Abstand die höchste Industriequote (Bundesdurchschnitt = 21 Prozent) – erwies sich damit als der zentrale Wachstumsmotor.

Unter den bedeutenden Industriebranchen konnten insbesondere die Metallerzeugung und −bearbeitung, die Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen, die Rundfunk- und Nachrichtentechnik, die Herstellung von elektrischen Ausrüstungen, die Medizin-, Mess-, Steuer- und Regelungstechnik und Optik, die Herstellung von Metallerzeugnissen die stärksten Wachstumsimpulse verzeichnen. Ebenfalls hohe Wachstumsraten ergaben sich in der Herstellung von Büromaschinen, DV-Geräten und Einrichtungen sowie im Maschinenbau. Dagegen fiel die Zunahme bei der Herstellung von chemischen Erzeugnissen vergleichsweise moderat aus.

Im Sog der dynamischen Entwicklung der heimischen Industrie waren auch die eher binnenwirtschaftlich orientierten Bereiche Verkehr und Nachrichtenübermittlung (+ 5,0 Prozent) sowie der Handel (+ 4,2 Prozent) und die anteilsstarken Unternehmensdienstleistungen (+ 2,5 Prozent) mit überdurchschnittlichen Steigerungsraten maßgeblich an der sehr positiven Konjunkturbilanz 2010 beteiligt.

(Redaktion)