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Wirtschaft | Mi, 04.12.2013 10:37

Stimmung im Mittelstand auf Jahreshoch

Die Stimmung im Mittelstand erreicht im November einen neuen Jahreshöchststand: Das Geschäftsklima der kleinen und mittleren Unternehmen, der Hauptindikator des KfW-ifo-Mittelstandsbarometers, verbessert sich um 4,3 Zähler auf 19,4 Saldenpunkte. Die Beurteilungen der Geschäftslage sowie die der Geschäftserwartungen für die kommenden sechs Monate machen einen kräftigen Satz nach oben.


Schon seit längerem bewerten die Mittelständler ihre laufenden Geschäfte überdurchschnittlich gut, im November ziehen die Urteile noch einmal um 3,4 Zähler auf 23,8 Saldenpunkte an. Die Geschäftserwartungen steigen sogar um 5,2 Zähler auf das Zweieinhalbjahreshoch von 14,7 Saldenpunkten. Unterstrichen wird das steigende Zukunftsvertrauen auch von den Beschäftigungsplänen der mittelständischen Betrieben: Mit einem Plus von 1,4 Zählen auf 12,0 Saldenpunkte erklimmen sie den höchsten Stand seit Februar 2012.

Deutlich optimistischer als im Vormonat sind auch die Großunternehmen: Sie korrigieren ihre Geschäftserwartungen sogar noch stärker nach oben als der Mittelstand - nämlich um 7,2 Zähler auf jetzt 14,7 Saldenpunkte. Im Unterschied zum Mittelstand berichten die großen Unternehmen allerdings nicht von einer weiteren Verbesserung ihrer aktuellen Geschäfte. Ihre Lageurteile konsolidieren sich mit 15,5 Saldenpunkten auf dem guten Niveau der drei Monate zuvor. Dank der kräftigen Erwartungsaufhellung verbessert sich das Geschäftsklima der Großunternehmen unter dem Strich um ordentliche 3,1 Zähler auf 15,3 Saldenpunkte.

Der wichtigste Treiber der Klimaaufhellung im November ist das Verarbeitende Gewerbe. In beiden Größenklassen verbessert sich die Stimmung sehr deutlich (Mittelstand: +5,2 Zähler auf 18,8 Saldenpunkte; Großunternehmen: +4,8 Zähler auf 16,8 Saldenpunkte). Beeindruckend ist auch die längerfristige Entwicklung: Die Großindustrie verbessert sich im Vorjahresvergleich um 27 Zähler, die mittelständische Industrie übertrifft das Klimaniveau vom November 2012 um ebenfalls beachtliche 20 Zähler.

Höhere Vorjahresanstiege gab es zuletzt 2010, als sich Deutschland aus der Großen Rezession herausarbeitete. Dieser klare Aufwärtstrend bei dem exportsensitiven Verarbeitenden Gewerbe zeigt die deutliche Aufhellung im außenwirtschaftlichen Umfeld, die insbesondere von der Stabilisierung in der Eurozone und auf globaler Ebene von den fortgeschrittenen Volkswirtschaften ausgeht.

„Die deutsche Wirtschaft expandiert, das KfW-ifo-Mittelstandsbarometer vom November fügt sich nahtlos in dieses Bild. Für 2014 erwarten wir ein Realwachstum von zwei Prozent, deutlich mehr als das magere BIP-Plus von rund einem halben Prozent in diesem Jahr“, sagt Dr. Jörg Zeuner, Chefvolkswirt der KfW. „Die wieder besseren Exportaussichten werden den Unternehmensinvestitionen den ersten Schwung seit Jahren verleihen.“ Darüber hinaus halte der Rückenwind von der guten Verfassung des Arbeitsmarktes und der Binnennachfrage an, so Zeuner. Das größte Risiko sei ein unerwarteter Rückschlag in Europa.

(Redaktion)