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| Fr, 26.06.2009 10:32

Studie der Zeppelin Universität: Wie Werte die Bundestagswahl 2009 beeinflussen

Nach ersten Ergebnissen des Ethik-Monitors 2009, einer repräsentativen Studie der gemeinnützigen und parteiunabhängigen Hamburger Stiftung Wertevolle Zukunft in Zusammenarbeit mit der Zeppelin Universität Friedrichshafen, sind Glaubwürdigkeit, Kompetenz und Gemeinwohlorientierung den Wählern wichtiger als konkrete politische Sachfragen.


45% der Befragten sehen die Regulierung des Finanzmarktes als derzeit wichtigste politische Aufgabe. Als zweitwichtigstes Thema wird mit 18% der Mindestlohn genannt. Bei diesen beiden Topthemen des Superwahljahres deckt sich die Position, die der SPD zugeschrieben wird, fast exakt mit den Bedürfnissen der Bundesbürger – trotzdem verbuchen die CDU und ihre Spitzenkandidatin Angela Merkel höhere Sympathiewerte.

Dem Wunsch der Befragten nach einer eher starken Finanzmarktregulation entspricht mit einem Durchschnittswert von 5,27 auf einer Skala von 1 bis 7 nahezu der Position, die der SPD bei diesem Thema zugeschrieben wird (5,1). Auch die Grünen treffen den Nerv der Bürger (4,8). Am weitesten abgeschlagen ist die FDP (3,0). Beim zweitwichtigsten Thema Mindestlohn verhält es sich ähnlich: Mit einem Wert von 5,4 liegt die SPD deutlicher näher als die CDU (3,0) am Mittelwert der Bürger, die ein eindeutiges Votum für die Einführung des Mindestlohns abgeben (6,63).

Werte sind entscheidend für die Wahl – die CDU wird für glaubwürdiger, kompetenter und gemeinwohlorientierter gehalten.

Eine Erklärung für das Unvermögen der Sozialdemokratie, aus ihrer programmatischen Nähe zu den Bürgern Vorteile zu erzielen, findet sich bei Werten. Die SPD vertritt zwar aus der Sicht der Mehrheit der Bürger die bessere Politik, nur 16% der Befragten trauen ihr aber eine kompetente Lösung ihres wichtigsten Problems zu; die CDU hingegen halten 24% für kompetent. Passend dazu steht bei der Politik der CDU nach Ansicht von 40% der Befragten tatsächlich die Lösung konkreter Sachfragen im Vordergrund; bei der SPD glauben daran nur 33%. Die Glaubwürdigkeit der Politik der CDU stufen 31,8% als gut ein, die der SPD nur 20,7%. Bei der Beurteilung der Gemeinwohlorientierung landet die

Politik der SPD sogar auf dem dritten Platz hinter der der CDU und der Grünen, die jeweils circa 33% für gut befinden (SPD: 28%). Die Linkspartei und ihr Spitzenkandidat Oskar Lafontaine liegen bei fast allen wichtigen Faktoren deutlich hinter allen anderen Parteien und Kandidaten.

Die SPD wird von denen, die ihr programmatisch am nächsten stehen, auf einer Sympathieskala von -5 bis +5 nur mit 0,2 bewertet, die CDU hingegen von den ihr Nahestehenden mit 1,3. Selbst von den eigenen Anhängern erhält die SPD mit 1,7 Sympathiepunkten ein vergleichsweise schlechtes Zeugnis (CDU: 2,5).

Hintergrund: Der Ethik-Monitor, eine deutschlandweite Umfrage mit repräsentativer Stichprobe, wird in Zusammenarbeit mit der Zeppelin Universität in Friedrichshafen unter wissenschaftlicher Leitung von Prof. Joachim Behnke, Inhaber des Lehrstuhls für Politikwissenschaft an der ZU, erstellt. 2006 hat er bereits die Wertvorstellungen der Bürger zur Wirtschaft abgefragt. Beim diesjährigen Ethik-Monitor steht die Bundestagswahl im Fokus. Kurz vor der Wahl im September werden weitere Ergebnisse hierzu veröffentlicht. Als weiteren Schwerpunkt widmet sich der Ethik-Monitor Fragen von Wirtschaft und Vertrauen. Hierzu wird es im Juli 2009 aktuelle Ergebnisse geben. Mehr Informationen zum Ethik-Monitor finden Sie unter www.wertevolle-zukunft.de.

(Quelle: ZU)