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Wirtschaft | Mi, 09.07.2008 10:40

Studie des Instituts für Managementkompetenz an der Saar-Universität: Humankapital-Bewertung aller DAX30-Unternehmen

Von: Gerhild Sieber, Universität des Saarlandes

"Mitarbeiter sind unser wichtigstes Kapital". Diesen Satz kennt jeder. Aber befremdlich: Keines der großen deutschen Unternehmen äußerst sich dazu, wie viel dieses Kapital wirklich wert ist. 1000 Euro? 100.000 Euro? Oder überhaupt nichts, weil es eigentlich nur Kosten verursacht?


Das Institut für Managementkompetenz (imk) an der Universität des Saarlandes präsentiert erstmals für Deutschland eine Antwort und listet in seiner neuen Studie akribisch das Humankapital aller DAX30-Unternehmen auf.

Die Studie führt auf, dass Siemens ein Humankapital von 21 Mrd. Euro hat und dass Daimler Chrysler von 2005 bis 2006 insgesamt 5 Mrd. Euro an Humankapital vernichtet hat. "Die Belegschaft ist eindeutig mit Wert belegtes Kapital", betonen die Autoren der Studie, Prof. Dr. Christian Scholz von der Saar-Universität und Prof. Dr. Volker Stein von der Universität Siegen. Dieser Wert ergibt sich aus der Zahl der Mitarbeiter, bewertet zu Marktpreisen (Gehälter), ihrer Ausstattung mit aktuellem Wissen sowie ihrer Motivationslage. Bezogen auf den einzelnen Mitarbeiter hat danach der Softwarekonzern SAP mit 101.000 Euro im Durchschnitt das höchste Humankapital. Zum Vergleich: Das Schlusslicht im Ranking kommt gerade einmal auf 6.000 Euro pro Mitarbeiter.

Von der Methodik her betritt diese Studie absolutes Neuland: "Das Projekt ist wie die gesamte Arbeit mit der Saarbrücker Formel absolut innovativ, da es eine solche Bewertung bisher noch nicht gab - nicht einmal ansatzweise", betont Prof. Dr. Volker Stein.

Zeigt die Studie mehr Licht als Schatten? Dazu Prof. Dr. Christian Scholz: "Einigen Unternehmen können wir absolute Best-Noten ausstellen, weil hier wirklich professionelle Personalarbeit gemacht wird. Bei einigen anderen würde ich als Vorstandsvorsitzender und erst recht als Aufsichtsrat den warnenden Finger heben". Zumindest letztere seien gesetzlich eigentlich ebenso dazu verpflichtet - genauso wie Unternehmen Risiken aus der Geschäftstätigkeit publizieren müssten. Und dazu gehöre auch die Berichterstattung über das Humankapital. Die Ausrede "Das geht nicht" gilt ab jetzt nicht mehr, so Prof. Scholz.

Die gesamte Studie mit der Rangliste des deutschen Humankapitals sowie weitere Informationen erhalten Sie bei:
Dipl.-Kff. Stefanie Müller, Tel. (0681) 302-4120
E-Mail: sm@orga.uni-sb.de

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft e.V. (idw)