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Marketing & Personal | Di, 23.10.2012 09:38

Studie: Wie Wissensarbeiter wirklich arbeiten wollen

Hoch qualifizierte Fachkräfte sind gefragt. Deshalb sind Management und Bindung dieser Spezialisten für viele Unternehmen unabdingbar. Allerdings klaffen die Arbeitsansprüche der Wissensarbeiter und die Unternehmenswirklichkeit teils auseinander. Denn 74 Prozent der befragten Wissensarbeiter sehen ihren Job nicht mehr an feste Regeln und entlang fest definierter Unternehmensprozesse gebunden. Sie beanspruchen vielmehr hohe Gestaltungsfreiräume (95 Prozent). Auch flexible Arbeitszeitmodelle sind wichtig (90 Prozent). Zu diesem Ergebnis kommt die Studie "Wissensarbeiter und Unternehmen im Spannungsfeld". Die Studie wurde vom Personaldienstleister Hays in Zusammenarbeit mit PAC und der Deutschen Gesellschaft für Wissensmanagement erstellt. Dazu wurden 300 festangestellte Wissensarbeiter befragt.


Zwar sind Wissensarbeiter laut ihrer Einschätzung in hohem Maße als Experte wertgeschätzt (86 Prozent). Trotzdem meint die Hälfte der Befragten (49 Prozent), dass sie in ihrem Unternehmen nicht besonders gefördert werden. Dies betrifft auch den fachlichen Austausch über Unternehmensgrenzen hinweg (39 Prozent). In puncto Vernetzung steht bei den Wissensarbeitern nach wie vor der persönliche Austausch auf Fachkonferenzen (69 Prozent) und Messen (44 Prozent) im Vordergrund.

Entgegen vieler Verlautbarungen der Unternehmen, sich um die Work-Life-Balance ihrer Mitarbeiter zu kümmern, zeigt die Realität ein anderes Bild. Über 90 Prozent der Wissensarbeiter wünschen sich dies, aber nur eine Minderheit (29 Prozent) kann diesem Wunsch auch entsprechen.

Fast alle Wissensarbeiter stufen ihr Know-how als strategische Ressource für ihr Unternehmen ein (97 Prozent). Ihre Selbstsicherheit zeigt sich auch darin, dass 74 Prozent meinen, nur schwer durch andere ersetzbar zu sein. Wenn sie ihre Ansprüche nicht einlösen können, sind sie hoch mobil. Mehr als die Hälfte (58 Prozent) ist bereit, ihr Unternehmen zu wechseln, um sich weiterentwickeln zu können. Und 40 Prozent der Wissensarbeiter spielen mit dem Gedanken, sich selbstständig zu machen.

Als technische Werkzeuge zur Steigerung ihrer Produktivität setzen die meisten Wissensarbeiter noch bevorzugt auf Datenbanken (74 Prozent). Dagegen stehen soziale Medien nicht so hoch im Kurs (45 Prozent). Zudem sehen zwei Drittel der Befragten die regelmäßige Zusammenarbeit mit freiberuflichen Wissensarbeitern als produktivitätssteigernd an (62 Prozent). Dabei steht die Aneignung neuen Wissens im Vordergrund (70 Prozent).

„Die Bedeutung von Wissensarbeit für einen Hochlohn- und Innovationsstandort wie Deutschland ist mittlerweile unumstritten. Doch noch immer haben viele Unternehmen die sich daraus ergebenden notwendigen Konsequenzen noch nicht gezogen, um wertvolle Wissensarbeiter zu gewinnen, zu halten und zu fördern“, kommentiert Gabriele Vollmar, Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Wissensmanagement, die Ergebnisse.

Die vollständigen Ergebnisse stehen auf der Website www.wissensarbeiter-studie.de zum Download bereit.

(Redaktion)