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Wirtschaft | Mo, 14.11.2011 09:02

Stuttgart soll Schaufenster für zukunftsfähige Mobilität werden

Stuttgart soll ab 2012 ein Schaufenster für die Zukunft urbaner Mobilität werden. Dies beabsichtigen das Land Baden-Württemberg, die Landeshauptstadt Stuttgart, die Daimler AG, die car2go GmbH, die EnBW Energie Baden-Württemberg AG und die Stuttgarter Straßenbahnen AG.

Vertreter der Projektpartner mit einem Elektro-Smart. (Quelle: Staatsministerium Baden-Württemberg)

Vertreter der Projektpartner mit einem Elektro-Smart. (Quelle: Staatsministerium Baden-Württemberg)


Kern des Vorhabens wird die Errichtung der erforderlichen Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge und die Einführung einer Flotte von 500 elektrischen car2go Fahrzeugen sein. Parallel werden im Rahmen eines Pilotversuchs die Mobilitätsangebote im Verkehrsverbund Stuttgart (VVS), car2go Fahrzeuge und weitere Mobilitätsdienste miteinander vernetzt und auf einer Internet-basierten Plattform angeboten. Die Bürgerinnen und Bürger der Stadt können so auf denkbar einfache, flexible und umweltverträgliche Weise innerstädtisch mobil sein. Angestrebt wird, das Vorhaben zu einem wichtigen Baustein der baden-württembergischen Bewerbung für das Schaufensterprojekt der Bundesinitiative „Nationale Plattform Elektromobilität“ zu machen.

Die Kooperationspartner wollen die Landeshauptstadt mit einem Bündel von Maßnahmen bereits ab dem kommenden Jahr zu einer der innovativsten Städte Europas im Mobilitätsbereich machen. Schwerpunkte bilden der Aufbau der erforderlichen Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge durch den Energieversorger EnBW und die Bereitstellung einer großen Flotte batterieelektrisch angetriebener car2go Fahrzeuge, die im Rahmen eines vollautomatischen Vermietbetriebes ebenfalls der Öffentlichkeit zugänglich sein werden. Ergänzend wird der Bereich Business Innovation der Daimler AG, in Zusammenarbeit mit dem VVS, den Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB AG) und weiteren Partnern, eine multimodale Vernetzung von Verkehrsträgern anbieten, die bis hin zu einem gemeinsamen elektronischen Auskunfts- und Bezahlsystem reichen soll.

Eine koordinierende Schlüsselfunktion übernimmt das Land Baden-Württemberg, das solche Projekte ausdrücklich als Ziel in der demnächst zu verabschiedenden Zweiten Landesinitiative zur Elektromobilität aufnehmen wird. Die landeseigene e-mobil BW GmbH bildet gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart die Projektleitstelle im Rahmen der beabsichtigten Schaufenster-Bewerbung im Rahmen der Nationalen Plattform Elektromobilität. Ministerpräsident Winfried Kretschmann zeigt sich überzeugt: „Das Projekt ist für uns ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg in eine nachhaltige Mobilität. Wir beweisen mit dieser Kooperation einmal mehr, dass Baden-Württemberg als Kernland des Automobils auf vorbildliche Art und Weise Wirtschaft und Umweltschutz vereinen kann und erneut seiner führenden Position im Bereich moderner Technologien und innovativer Mobilitätskonzepte gerecht wird.“

Die Landeshauptstadt Stuttgart kann ihren Bürgerinnen und Bürgern mit diesem Vorhaben bereits im kommenden Jahr eine weitere fortschrittliche Möglichkeit anbieten, lokal emissionsfrei unterwegs zu sein. Innerhalb des Modellvorhabens wird sie Flächen für die öffentlichen Ladesäulen und die dazugehörigen Parkplätze bereitstellen, die dann selbstverständlich nicht nur der car2go Flotte, sondern auch anderen Elektrofahrzeugen zur Verfügung stehen.

Grundlage für die Umsetzung des Konzeptes ist der Aufbau der erforderlichen Ladeinfrastruktur in der Region Stuttgart und die Versorgung mit Ökostrom, die vom Energieversorger EnBW vorgenommen wird. Der drittgrößte Energieversorger Deutschlands mit starken Wurzeln in Baden-Württemberg kann hierbei auf seine Pilotkompetenz im Bereich der Elektromobilität zurückgreifen, die in Form von Demonstrationsprojekten für Zweiräder und Elektroautos in Baden-Württemberg gesammelt wurde. Geplant ist eine Größenordnung von circa 500 Ladepunkten. Die Standorte der Ladesäulen werden zwischen den Kooperationspartnern abgestimmt.

Ein wichtiger Bestandteil des Modellvorhabens wird der Start des innovativen Mobilitätskonzeptes car2go sein, das als weltweit erstes voll-flexibles Kurzzeitmietmodell für Autos durch die Daimler AG entwickelt wurde. Nach Amsterdam und dem kalifornischen San Diego wird Stuttgart die erste deutsche Stadt sein, in der car2go mit einer reinen Elektroflotte an den Start geht. Eingesetzt werden ausschließlich umweltverträgliche smart fortwo electric drive, die batterieelektrisches Fahren mit einer Reichweite von rund 135 Kilometern ermöglichen.

Das Mobilitätskonzept car2go wird in ein multimodales Gesamtkonzept eingebunden, das weitere Angebote enthalten und einzelne Verkehrsträger in der Region miteinander vernetzen wird. Eine erste Vernetzung wird im Rahmen eines Pilotversuchs getestet und soll auf einer Internet-basierten Plattform sowie über Applikationen auf internetfähigen Mobiltelefonen zur Verfügung stehen. Dies ist zum einen Aufgabe des Bereiches Business Innovation innerhalb der Daimler AG, in der gegenwärtig weitere Mobilitätsangebote entwickelt werden. Zum anderen arbeitet der Nahverkehrsbetrieb SSB an dieser Vernetzung. Im Rahmen des Pilotversuchs sollen Erkenntnisse darüber gewonnen werden, inwieweit eine Verknüpfung verschiedener Verkehrsmittel zu einer effizienteren Mobilität und zu einer Schonung der vorhandenen Ressourcen führen kann. Darüber hinaus wird die umfassende Einbeziehung von Mobilitätsdiensten in einen gemeinsamen elektronischen Fahrschein und damit ein gemeinsames Abrechnungs- und Bezahlsystem geprüft, das den Kunden den einfachen Übergang zwischen den verschiedenen Transportsystemen ermöglichen soll.

(Redaktion)