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Wirtschaft | Mi, 26.10.2011 11:32

Südlicher Oberrhein: Aktuelle konjunkturelle Lage in der Region weiter im Hoch - moderate Wachstumsraten prognostiziert

Nach den historischen Höchstständen vieler Indikatoren im Frühjahr 2011, zeigt sich in der aktuellen Konjunkturumfrage der IHK Südlicher Oberrhein ein differenziertes Bild. Die Beurteilung der aktuellen Geschäftslage bleibt trotz eines leichten Rückgangs auf Rekordniveau, während sich der Ausblick auf das kommende Jahr eintrübt. So beurteilt nach wie vor jedes zweite Unternehmen in der Gegend um Freiburg i.Br. seine Geschäftslage als gut. 43 Prozent bezeichnen diese als befriedigend. Damit wird mit 45,9 Punkten ein Indikatorwert erreicht, der nur geringfügig unter dem Allzeithoch vom Frühjahr liegt. An der Umfrage beteiligten sich im September etwa 1.000 Unternehmen aus der Region.


Dagegen war vor dem Hintergrund der außergewöhnlich guten Wirtschaftsentwicklung der vergangenen eineinhalb Jahre ein Rückgang des Indikators "Geschäftserwartungen" allgemein erwartet worden. Die anhaltende Euro-Schulden-Krise und einhergehende Börsenturbulenzen hatten zudem für Verunsicherung gesorgt. Trotz allem blicken aktuell noch mehr Unternehmen optimistisch (20 Prozent) als pessimistisch (14 Prozent) in die Zukunft.

Infolge der sich eintrübenden Erwartungen für die weitere wirtschaftliche Entwicklung verlässt der aus den beiden Indikatoren "Geschäftslage" und "Geschäftserwartungen" resultierende IHK-Konjunkturklimaindex sein historisches Hoch vom Frühjahr 2011, nachdem er zuletzt sechs Mal in Folge gestiegen war. Mit 124 Indexpunkten liegt er jedoch noch immer deutlich im expansiven Bereich und weit über dem langjährigen Durchschnitt von 109 Punkten. Grundsätzlich kann dieser Index Werte zwischen 0 und 200 annehmen, wobei Werte um 100 konjunkturelle Stagnation ausdrücken, Werte deutlich über 100 eine Expansion und Werte deutlich unter 100 eine Kontraktion anzeigen. Der Expansionskurs der regionalen Wirtschaft setzt sich somit ungebrochen fort, wenn auch mit moderateren Wachstumsraten.

Boom am Arbeitsmarkt: Mehr als jedes fünfte Unternehmen will in den nächsten zwölf Monaten mehr Personal einstellen. Der Indikatorwert zur Einstellungsbereitschaft hat damit den zweithöchsten Wert seit der Datenerhebung erreicht. Immer mehr Betriebe berichten aber, dass sie Schwierigkeiten haben, ausreichend qualifizierte Arbeitskräfte zu finden. Inzwischen halten 38 Prozent der befragten Unternehmen den Fachkräftemangel für einen der größten Risikofaktoren für den weiteren wirtschaftlichen Erfolg, zehn Prozent mehr als vor einem Jahr. Wie bereits in den vergangenen Umfragen wurden auch dieses Mal die Energie- und Rohstoffpreise als höchstes Risiko eingestuft. Vor dem Hintergrund der aktuellen energiepolitischen Weichenstellungen wird sich diese Einschätzung vermutlich weiter verfestigen.

"Der Fachkräftemangel und die Energiewende zählen im Moment zu den wichtigsten strategischen Themen für unsere Unternehmen. Im Bereich Energie ist neben der Preisentwicklung besonders die Versorgungs- und Planungssicherheit derzeit ein Problem für Unternehmen, speziell in energieintensiven Branchen. Teilweise wird jedoch die Energiewende von einigen Unternehmen in unserem Kammerbezirk auch als Chance betrachtet", beurteilt IHK-Präsident Dr. Steffen Auer dieses Umfrageergebnis.

(Redaktion)