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Wirtschaft | Mi, 17.03.2010 10:25

Südwesten mit hoher Konzentration an Arbeitsplätzen in wissensintensiven Industriezweigen

Das Gesundheits- und Sozialwesen und die Unternehmensdienstleister sind in Baden-Württemberg die wichtigsten Schlüsselbranchen der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.


Wie das Statistische Landesamt nach Auswertung der Beschäftigungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit für insgesamt 60 Wirtschaftsgruppen feststellt, gab es im Jahr 2008 bis Ende Juni im Gesundheits- und Sozialwesen fast 412.000 und bei den Unternehmensdienstleistern 355.000 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze. Zu den Anbietern unternehmensnaher Dienstleistungen gehören beispielsweise Rechtsanwaltskanzleien, Wirtschafts- und Steuerberater, Architektur- und Ingenieurbüros, Werbe- und Zeitarbeitsfirmen sowie Personalvermittlungen. Damit arbeitete rund jeder fünfte der landesweit fast 3,9 Millionen Angestellten in einer dieser beiden Branchen. Nicht in der Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten enthalten sind dabei die Personen, die einen so genannten Minijob mit einem Bruttomonatsverdienst von maximal 400 Euro ausüben. An dritter Stelle folgte der Maschinenbau mit rund 289 000 sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmern. Der Automobilbau lag nach dem Einzel- und Großhandel, der öffentlichen Verwaltung und dem Baugewerbe auf Platz acht.

Untersucht wurde neben dem Stellenwert der einzelnen Branchen für die sozialversicherungspflichtig Beschäftigten auch die Dynamik der Arbeitsplatzentwicklung im Zeitraum 2000 bis 2008. Als Branchen mit dem prozentual stärksten Stellenwachstum erwiesen sich im Zeitraum 2000 bis 2008 ebenfalls die Unternehmensdienstleister, aber auch der Bereich Datenverarbeitung und Datenbanken mit einem Stellenplus von jeweils 37 Prozent.

Zum hohen Beschäftigungswachstum bei den Unternehmensdienstleistern hat dabei vor allem der Boom der Zeitarbeitsbranche beigetragen. Nach Lockerung der gesetzlichen Vorschriften im Jahr 2003 hatten die Zeitarbeitsfirmen ihr Personal kräftig aufgestockt und bis 2008 mehr als verdoppelt. Auch im Gesundheits- und Sozialwesen und im Bereich Erziehung und Unterricht entwickelte sich die Beschäftigtenzahl mit einem Zuwachs um 14 und 10 Prozent im Zeitraum 2000 bis 2008 recht dynamisch. Alle Branchen mit hohen Stellenzuwächsen gehörten zur Gruppe der so genannten wissensintensiven Dienstleistungen, die als zukunftsträchtige Dienstleistungsbereiche gelten. Dabei ist jedoch zu beachten, dass häufig nur Teile der Branchen als wissensintensiv eingestuft werden. So gehört zum Beispiel unter den Unternehmensdienstleistern die Zeitarbeitsbranche nicht zu den wissensintensiven Dienstleistungen.

Wie ein Vergleich der Konzentration der Branchen im Land mit dem gesamten Bundesgebiet im Jahr 2008 zeigt, ist unter den wissensintensiven Dienstleistungen die Wachstumsbranche Datenverarbeitung und Datenbanken in Baden-Württemberg bereits stark vertreten. Als Maß für die regionale Konzentration wird der Beschäftigtenanteil einer Branche an der Gesamtwirtschaft in Baden-Württemberg zum entsprechenden Anteil in Deutschland ins Verhältnis gesetzt. Ist dieses Verhältnis, das auch als Lokalisationsquotient bezeichnet wird, größer als Eins, ist die Branche im Land stark präsent.

Dies gilt in besonderem Maß für die wissensintensiven Industriebranchen, zu denen beispielsweise der Maschinenbau, der Fahrzeugbau, die Herstellung von Geräten der Elektrizitätserzeugung und -verteilung sowie die Medizin-, Mess-, Steuer- und Regelungstechnik gehören. Diesen wird ebenso wie den wissensintensiven Dienstleistungen ein hohes Zukunftspotential in Aussicht gestellt. Allerdings fiel die Beschäftigtenentwicklung in diesen Industriebranchen im Zeitraum 2000 bis 2008 deutlich weniger dynamisch aus als in den Dienstleistungsbranchen.

(Redaktion/Stat. Landesamt)