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Wirtschaft | Mi, 13.04.2016 10:06

Südwestindustrie 2015 im konjunkturellen Aufwind

Die Industrie in Baden-Württemberg war in der ersten Jahreshälfte 2015 auf Wachstumskurs. Die hohe konjunkturelle Dynamik verlor ab der Jahresmitte jedoch an Tempo. Vor allem die Impulse aus dem Ausland kühlten spürbar ab. Gleichwohl verzeichneten die baden‑württembergischen Industriebetriebe eine positive Jahresbilanz. Wie das Statistische Landesamt feststellt, erhöhten sich die Auftragseingänge der Südwestindustrie im Jahr 2015 preis- und arbeitstäglich bereinigt um 3,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr (2014: +4,6 Prozent). Die Produktion stieg um 2,6 Prozent (2014: +1,3 Prozent). Der Umsatz legte preis- und arbeitstäglich bereinigt um 4 Prozent (2014: +3,3 Prozent) zu.


Die heimischen Industriebetriebe erzielten im Jahr 2015 einen Umsatz von nominal 351,9 Milliarden Euro und erreichten damit das fünfte Jahr in Folge ein neues Rekordniveau. Damit lagen die Umsätze nochmals deutlich über dem letzten Höchststand des Vorjahres (+23,6 Mrd. Euro bzw. +7,2 Prozent). Einen wesentlichen Beitrag leistete dabei die traditionell umsatzstärkste Industriebranche BadenWürttembergs, die Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen. Mit einer Steigerungsrate von 16,9 Prozent zum Vorjahr war hier die Umsatzerhöhung mehr als doppelt so hoch wie für die Südwestindustrie insgesamt. Der Umsatz des Industriesegments belief sich 2015 auf 113,3 Mrd. Euro. Wie bereits im Vorjahr blieb der Umsatzanstieg im Maschinenbau (+4,4 Prozent) hinter der Südwestindustrie insgesamt zurück. Mit 73,9 Mrd. Euro verzeichnete der Maschinenbau dennoch den zweithöchsten Umsatz unter den heimischen Industriebranchen. Die beiden umsatzstärksten Branchen realisierten über die Hälfte der badenwürttembergischen Industrieumsätze (53,2 Prozent).

Das Wachstum der nominalen Umsätze wurde weitgehend durch die positive Entwicklung des Auslandsgeschäfts getragen. So legten die Auslandserlöse gegenüber dem Vorjahr um 11,4 Prozent auf 198,4 Mrd. Euro zu. Mit einer Steigerung um 2,2 Prozent auf 153,4 Mrd. Euro fiel die Zunahme der Inlandsumsätze deutlich geringer aus. Die Exportquote der Südwestindustrie nahm im Vorjahresvergleich um 2,1 Prozentpunkte zu und erreichte mit 56,4 Prozent einen neuen Höchststand. Die gestiegene Exportorientierung der Südwestindustrie zeigt sich auch im langjährigen Vergleich, so hatte die Exportquote vor zwei Jahrzehnten (1995) noch bei 31,5 Prozent gelegen.

Die Beschäftigtenzahl der Südwestindustrie nahm im Jahr 2015 im Vorjahresvergleich um rund 8.700 Personen (+0,7 Prozent) auf 1.243.700 Beschäftigte zu. Damit stockten die Industriebetriebe bereits das fünfte Jahr in Folge das Personal auf und erreichten einen neuen Beschäftigungshöchststand nach der globalen Finanz-und Wirtschaftskrise 2008/2009. Das Vorkrisenniveau war 2014 erstmalig wieder übertroffen worden. Die beschäftigungsstärkste Industriebranche BadenWürttembergs, der Maschinenbau, weitete die Beschäftigtenzahl um rund 1.900 Personen (+0,6 Prozent) auf 30.300 Beschäftigte aus. Damit blieb die Steigerungsrate knapp hinter der Südwestindustrie insgesamt zurück.

Die gezahlten Entgelte der Südwestindustrie stiegen im Jahr 2015 spürbar an (+3,9 Prozent) und erreichten mit 63,1 Mrd. Euro einen neuen Höchststand. Die Entgelte je Beschäftigten nahmen dabei durchschnittlich um 1.500 Euro (+3,1 Prozent) auf 50.700 Euro zu, wobei in allen Industriebranchen eine Steigerung der Entgelte je Beschäftigten zum Vorjahr zu verzeichnen war.

(Redaktion)