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Wirtschaft | Do, 07.10.2010 14:13

Südwestindustrie investierte 2009 fast 25 Prozent weniger

Nach drei Jahren mit kräftigen Ausweitungen der Investitionen kürzten die Industriebetriebe im Südwesten in Folge der Wirtschaftskrise 2009 ihre Investitionsausgaben in ungewöhnlich hohem Ausmaß. Nach Feststellung des Statistischen Landesamtes investierten die heimischen Betriebe 2009 nominal 8,5 Milliarden Euro.


Das bedeutet einen historischen Rückgang der Investitionsausgaben um 2,7 Mrd. Euro (‑24,1 Prozent), nachdem in 2008 bei gleichzeitigem Tempoverlust der mehrjährigen Investitionsdynamik noch ein neuer Rekordwert von 11,3 Mrd. Euro erreicht worden war. Ein Einbruch in vergleichbarem Ausmaß wurde bislang nur im Rezessionsjahr 1993 festgestellt. Das Investitionsniveau 2009 fiel damit in etwa auf den Stand von 2005/2006.

Sowohl für Ausrüstungen als auch für Immobilien wurden 2009 massive Kürzungen vorgenommen. Die Firmen investierten in Ausrüstungsgüter 7,4 Mrd. Euro (‑24,1 Prozent). Für Immobilien wurden 1,1 Mrd. Euro ausgegeben und damit 23,9 Prozent weniger als im Vorjahr. Ergänzend zu diesen Kaufinvestitionen in Sachanlagen wurden die Budgets der investiven Ausgaben zur Anmietung von neuen Sachanlagen (Mietinvestitionen) um 25,2 Prozent auf 1,3 Mrd. Euro gekürzt.

Der Investitionseinbruch erfolgte auf breiter Front: Über drei Viertel der Industriebranchen kürzten ihre Budgets. Das investive Geschehen wurde aber trotz hoher Kürzungen weiterhin von den Herstellern für Kraftwagen und Kraftwagenteilen mit Investitionen von 2,8 Mrd. Euro (‑ 23,9 Prozent) dominiert. Diese Branche tätigte allein 32,3 Prozent der investiven Ausgaben. Daneben spielten der Maschinenbau (1,6 Mrd. Euro; ‑31,9 Prozent) und die Hersteller von Metallerzeugnissen (583,5 Millionen Euro; ‑42,8 Prozent) eine wichtige Rolle für die Investitionstätigkeit in Baden-Württemberg. Zusammen tätigten die drei vorgenannten großen Branchen 2009 annähernd 60 Prozent der Investitionen. Eine Ausweitung der Investitionen fand bei den Herstellern von Nahrungs- und Futtermitteln statt, die 299,9 Mill. Euro in Sachanlagen anlegten (15,1 Prozent) und bei den Herstellern von pharmazeutischen Erzeugnissen mit Investitionsausgaben von 469,6 Mill. Euro (20 Prozent).

(Redaktion)