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Wirtschaft | Di, 22.02.2011 11:03

Tarifabschluss für westdeutsche Textil- und Bekleidungsindustrie erzielt

Nach 15-stündiger Verhandlung einigten sich die Arbeitgeber der westdeutschen Textil- und Bekleidungsbranche gestern mit den IG Metall Vertretern auf einen Tarifabschluss für die rund 130.000 Beschäftigten. Im hessischen Viernheim war man am Vormittag zur zweiten Verhandlungsrunde zusammengekommen. „Wir haben, wie angekündigt, ein faires Angebot abgegeben, das als Grundlage für den Abschluss gedient hat“, sagte Verhandlungsführer Klaus Huneke, der als stellvertretender Vorsitzender des Arbeitgeberverbundes Wolfgang Brinkmann vertrat.

Die Verhandlungsführer Klaus Huneke vom AGV und Michael Jung von der IG Metall. (Foto: Gesamtverband textil+mode)

Die Verhandlungsführer Klaus Huneke vom AGV und Michael Jung von der IG Metall. (Foto: Gesamtverband textil+mode)


Bei einer Laufzeit von 20 Monaten sieht der Tarifabschluss eine Entgelterhöhung von 3,6 Prozent ab Oktober 2011 vor. Um den unterschiedlichen wirtschaftlichen Situationen der einzelnen Unternehmen Rechnung zu tragen, bietet der Tarifvertrag die Möglichkeit, diese Erhöhung aus wirtschaftlichen Gründen für sieben Monate bei Abgabe einer Beschäftigungszusage um bis zu 1,5 Prozent bis einschließlich 30. April 2012 abzusenken. 

Für die Monate Mai bis September 2011 sind Einmalzahlungen in Höhe von je 50 Euro vereinbart, Auszubildende erhalten die Hälfte. Diese können aus wirtschaftlichen Gründen bei Abgabe einer Beschäftigungssicherung gekürzt, ausgesetzt oder bis zum 30. September verschoben werden. 

Außerdem einigten sich die Tarifpartner auf Gespräche zur Bewältigung des demografischen Wandels. Dazu wird eine Koordinierungsgruppe Vorschläge und Lösungen erarbeiten. Zudem werden Veranstaltungen zu demografischen Themen durchgeführt.

Die Arbeitgeber und vor allem Verhandlungsführer Klaus Huneke zeigten sich zufrieden mit dem Ergebnis: „Durch die in den Tarifvertrag eingebauten Stellschrauben, die unseren Unternehmen eine an ihre wirtschaftliche Situation angepasste Flexibilität erlauben, haben wir eine für beide Parteien faire Lösung gefunden.“

(Redaktion)