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Wirtschaft | Di, 18.06.2013 10:38

Tarifverdienste in Deutschland stärker gestiegen als in Frankreich

In der Privatwirtschaft stiegen die tariflichen Monatsverdienste der Arbeitnehmer in Deutschland 2012 um 2,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. In Frankreich betrug die Steigerung 2,1 Prozent. Das gilt für die regelmäßig gezahlten tariflichen Grundvergütungen ohne Sonderzahlungen. Gleichzeitig war der Anstieg des Harmonisierten Verbraucherpreisindex im Jahr 2012 gegenüber 2011 in Deutschland mit 2,1 Prozent etwas niedriger als in Frankreich mit 2,2 Prozent. Das zeigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis).


In Deutschland variierten die durchschnittlichen Tariferhöhungen zwischen den einzelnen Branchen stärker als im Nachbarland. Der Anstieg der tariflichen Monatsverdienste lag in Deutschland zwischen 1,5 Prozent im Bereich Grundstücks- und Wohnungswesen und 3,2 Prozent im Verarbeitenden Gewerbe. In Frankreich erhielten die Beschäftigten im Schnitt ein Tarifplus zwischen 1,9 Prozent im Wirtschaftsbereich Verkehr und Lagerei und 2,4 Prozent im Verarbeitenden Gewerbe sowie im Gastgewerbe.

Im Gegensatz zu Deutschland gibt es im französischen Nachbarland einen allgemein garantierten, gesetzlichen Mindestlohn. Dieser wird jährlich von der Regierung entsprechend der allgemeinen Lohnentwicklung angehoben. Im Jahr 2012 erfolgte eine Anhebung zum 1. Januar um 1,6 Prozent sowie eine weitere von 2,0 Prozent zum 1. Juli auf 9,40 Euro pro Stunde. Zum 1. Januar 2013 stieg der gesetzliche Mindestlohn in Frankreich noch einmal um 0,3 Prozent.

Dagegen gelten in Deutschland verbindliche Mindestlöhne nur in einzelnen Branchen. Sie lagen am 1. Juli 2012 zwischen 13,40 Euro (Baugewerbe im früheren Bundesgebiet) und 7,00 Euro (Mitarbeiter im Objektschutz in den neuen Ländern einschließlich Berlin sowie in Rheinland-Pfalz, Saarland, Schleswig-Holstein). Zudem bestand in der Zeitarbeit eine Lohnuntergrenze von 7,01 Euro in den neuen Ländern und von 7,89 Euro im früheren Bundesgebiet.

(Redaktion)