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Wirtschaft | Mi, 08.01.2014 13:07

Teuerungsrate zum Jahresende im Südwesten leicht gestiegen

Im Dezember 2013 erhöhte sich der Verbraucherpreisindex in Baden-Württemberg gegenüber dem Vorjahresmonat um 1,3 Prozent. Damit bewegt sich die Teuerungsrate zum Jahresende weiter auf einem verhaltenen Niveau. Nach wie vor liegt der Preisanstieg deutlich unter der Schwelle von zwei Prozent. Gegenüber dem Vormonat November 2013 stiegen die Preise um 0,3 Prozent an. Das ergeben vorläufige Berechnungen des Statistischen Landesamtes.


Die verhaltene Gesamtentwicklung ist geprägt von den rückläufigen Preisen bei Heizöl (minus 5,7 Prozent gegenüber Dezember 2012) und Kraftstoffen (minus 3,5 Prozent). Ohne Berücksichtigung dieser Mineralölerzeugnisse läge der Preisanstieg mit 1,6 Prozent merklich höher. Bei den Kraftstoffen ging dabei der Dieselpreis (minus 4,3 Prozent) stärker zurück als der Preis für Superbenzin (minus 3,2 Prozent). Bei anderen Energiearten legten die Preise dagegen teilweise spürbar zu. So stieg der Strompreis binnen Jahresfrist um 10,0 Prozent an und Fernwärme verteuerte sich um 2,7 Prozent. Moderater war dagegen der Anstieg bei Gas (1,5 Prozent) und Brennholz bzw. Holzpellets (1,4 Prozent).

Bei den Nahrungsmittelpreisen blieb auch im Dezember der ausgeprägte Preisauftrieb erhalten. Gegenüber dem Vorjahresmonat stiegen hier die Preise um 3,7 Prozent. Stark verteuert haben sich insbesondere Speisefette und –öle (11,8 Prozent). Deutlich teurer wurden auch Molkereiprodukte (einschließlich Eier) mit 10,1 Prozent sowie Gemüse (6,3 Prozent). Dagegen blieben die Preise für Fleischprodukte nahezu unverändert (0,3 Prozent). Nichtalkoholische Getränke verbilligten sich um 1,3 Prozent. Insbesondere Bohnenkaffee (minus 5,3 Prozent) und Colagetränke (minus 5,1 Prozent) wurden günstiger.

Bei den Ausgaben rund um das Wohnen (Nettokaltmiete einschließlich Mietnebenkosten) legten die Preise im Dezember binnen Jahresfrist um 1,4 Prozent zu. Bei den Ausgaben rund um das Reisen stiegen die Preise für Übernachtungen in Baden-Württemberg um 3,1 Prozent an. Fahrkarten im Schienenverkehr wurden um 2,5 Prozent, Pauschalreisen um 1,9 Prozent teurer. Günstiger wurden dagegen Flugtickets (minus 2,0 Prozent).

Für den weihnachtlichen Gabentisch waren Fotoausrüstungen (minus 5,8 Prozent) besonders günstig zu haben. Sparen konnte man auch, wenn man sich für Unterhaltungselektronik (minus 5,7 Prozent) oder Mobilfunkgeräte (minus 5,2 Prozent) als Präsent entschied. Darüber hinaus waren auch Bekleidungsartikel günstiger (minus 0,9 Prozent). Nahezu unverändert waren die Preise für Spiel- und Hobbywaren (plus 0,2 Prozent). Etwas zugelegt haben Parfüm (1,4 Prozent) und Edelmetallschmuck (1,1 Prozent). Dagegen wurden Bücher (4,1 Prozent) und Bild bzw. Tonträger (4,7 Prozent) vernehmlich teurer. Deutlich tiefer in die Tasche musste man greifen, wenn es eine Uhr für die Dame (10,6 Prozent) oder den Herrn (12,4 Prozent) sein sollte.

Gegenüber dem Vormonat November 2013 gingen die Preise für Heizöl um 0,7 Prozent zurück. Auch Kraftstoffe wurden billiger (minus 0,4 Prozent). Merklich teurer wurde Brennholz bzw. Holzpellets (1,6 Prozent). Nahrungsmittel verteuerten sich um 1,2 Prozent, insbesondere Gemüse wurde zum Vormonat erheblich teurer (11,1 Prozent). Bei Bekleidung und Schuhen zeichneten sich bereits erste Preisabschläge ab (minus 2,3 Prozent). Bei den Ausgaben rund um das Reisen verteuerten sich Pauschalreisen um 11,1 Prozent, Flugtickets um 2,9 Prozent. Fahrkarten im Schienenverkehr wurden aufgrund der Tariferhöhungen der Bahn um 2,5 Prozent teurer. Günstiger wurden Spiel- und Hobbywaren (minus 2,6 Prozent).

Im Gesamtjahr 2013 legten die Preise im Durchschnitt um 1,3 Prozent zu. Damit lag der Anstieg deutlich niedriger als 2012 (1,8 Prozent) oder 2011 (2,1 Prozent). Nach einem schwächeren Anstieg im Frühjahr 2013 von zeitweise etwa 1 Prozent erreichte der Verbraucherpreisindex im Juni und Juli mit 1,7 Prozent sein Jahreshoch. Die letzten fünf Monate des Jahres 2013 bewegte sich der Preisanstieg wieder wie zu Jahresbeginn um 1,3 Prozent.

Beeinflusst wurde die Preisentwicklung des Jahres 2013 durch einige administrative Maßnahmen. So ließ die Abschaffung der Praxisgebühr die Preise für ambulante Gesundheitsdienstleistungen um 12,3 Prozent sinken. Dagegen stiegen die Gebühren für Glücksspiel aufgrund der im Mai geänderten Lottotarife im Jahresdurchschnitt spürbar um 14,3 Prozent an. Die Erhöhung der Tabaksteuer führte im Jahresverlauf zu einer Preiserhöhung bei Tabakwaren von 2,9 Prozent.

Bei Energiepreisen ergaben sich im Jahresverlauf gegenläufige Entwicklungen. So stieg der Strompreis aufgrund der Tarifsteigerung zu Jahresbeginn im Jahresdurchschnitt um 10,2 Prozent. Fernwärme verteuerte sich um 4,0 Prozent, Gas um 2,1 Prozent. Spürbar verbilligt haben sich dagegen der Heizöl (minus 6,2 Prozent) und Kraftstoffe (minus 3,4 Prozent).

Nahrungsmittel verteuerten sich im Jahresdurchschnitt deutlich um 4,6 Prozent. Einfluss hatte hier auch die ungünstige Wetterlage in der ersten Jahreshälfte. Daher verteuerte sich Obst durchschnittlich um 8,1 Prozent, Gemüse um 6,5 Prozent. Auch Speisefette undöle wurden merklich teurer (7,3 Prozent).

Die Ausgaben rund um das Wohnen (Nettokaltmiete einschließlich Mietnebenkosten) verteuerten sich im Jahresdurchschnitt um 1,1 Prozent. Freizeit und Kulturdienstleistungen wurden deutlich teurer (5,1 Prozent). Übernachtungen in Baden-Württemberg legten um 2,5 Prozent zu, in der Gastronomie stiegen die Preise um 2,4 Prozent. Dienstleistungen der Pflege verteuerten sich um 6,5 Prozent.

(Redaktion)