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Wirtschaft | Di, 27.10.2009 09:26

Top-Branche Gesundheitswirtschaft: Insgesamt 614 000 Beschäftigte in Baden-Württemberg

Die Gesundheitsausgaben in Baden-Württemberg beliefen sich 2007 auf 32,9 Mrd. Euro. Die Ausgaben waren 2007 um 900 Mill. Euro oder 2,8 Prozent höher als 2006. Der Anstieg fiel damit nur wenig geringer aus als im Bund, wo das Plus 3,2 Prozent betrug. Unter Gesundheitsausgaben versteht man alle Ausgaben, die zur Erhaltung oder Wiederherstellung der Gesundheit der Bevölkerung getätigt werden.

Beschäftigte im Gesundheitssektor in Baden-Württemberg 2007 (© Stat. Landesamt).


Zum Vergleich: Der Verbraucherpreisindex in Baden-Württemberg ist 2007 um 2,3 Prozent gestiegen. Somit haben die Ausgaben für Gesundheit preisbereinigt, nach Abzug der Inflationsrate, im Jahr 2007 nur leicht um 0,5 Prozent zugelegt.

Unverändert ist der Anteil der Gesundheitsausgaben am Bruttoinlandsprodukt (2007: 357 Mrd. Euro) in Baden-Württemberg niedriger als in Deutschland. In Baden-Württemberg beläuft sich der Anteilswert auf 9,2 Prozent , im Bund liegt er bei 10,4 Prozent . Dass in Baden-Württemberg ein geringerer Anteil der gesamtwirtschaftlichen Ressourcen für Gesundheitszwecke verbraucht wird, ist vor allem auf die überdurchschnittliche Wirtschaftsleistung pro Kopf im Südwesten zurückzuführen. Die Gesundheitsausgaben je Einwohner waren dagegen 2007 mit 3060 Euro nur wenig niedriger als der Durchschnittswert für Deutschland in Höhe von 3070 Euro.

Im europäischen Vergleich liegen die Gesundheitsausgaben – bezogen auf die Wirtschaftsleistung – in Baden-Württemberg leicht unter dem Durchschnittswert der EU-15-Staaten. Dies sind die Länder der Eurozone sowie das Vereinigte Königreich, Dänemark und Schweden. Dort belaufen sich die Gesundheitsausgaben gemessen an der Wirtschaftsleistung im Durchschnitt auf 9,5 Prozent . Im internationalen Vergleich weisen die USA die höchsten Gesundheitsausgaben aus. Der Anteil am Bruttoinlandsprodukt beträgt dort 16 Prozent.

Das Statistische Landesamt veröffentlichte am Montag, 26.10., die Broschüre »Gesundheitsökonomische Indikatoren für Baden-Württemberg«. Darin wird ein Gesamtüberblick über die Entwicklung der Gesundheitsausgaben und der Beschäftigung im Gesundheitssektor in Baden-Württemberg im Zeitraum von 2000 bis 2007 gegeben.

Die Broschüre mit zahlreichen Schaubildern zeigt weiter, dass der Gesundheitssektor eine herausgehobene Bedeutung für die Beschäftigung hat. In Baden-Württemberg waren 2007 rund 614 000 Menschen im Gesundheitssektor tätig, davon rund 80 Prozent im Bereich der ambulanten und stationären Gesundheitsversorgung. Die Anzahl der in der Gesundheitswirtschaft Beschäftigten entspricht einem Anteil von 11,2 Prozent an der gesamten Erwerbstätigenzahl in Höhe von rund 5,5 Mill. Personen.

Mit über 453 000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten belief sich der Anteil des Gesundheitssektors an der Gesamtzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten (3,8 Mill. Personen) auf 11,9 Prozent (Deutschland: 11 Prozent). Damit ist die Gesundheitswirtschaft die größte Branche im Land – deutlich vor den wirtschaftsnahen Dienstleistern mit einem Anteil von 8,8 Prozent (333 000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte) sowie dem Maschinenbau mit 7,2 Prozent (273 000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte). Zu den wirtschaftsnahen Dienstleistern gehören u.a. Unternehmensberater, Ingenieurbüros, Architekten und Steuerberater. Anders als bei den meisten Industriebranchen ist darüber hinaus die räumliche Ballung der Arbeitsplätze vergleichsweise gering. Wie im Landesdurchschnitt ist der Gesundheitssektor auch in über der Hälfte der Land- und Stadtkreise in Baden-Württemberg im Hinblick auf die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung der größte Wirtschaftszweig.

Die Zahl der Erwerbstätigen im baden-württembergischen Gesundheitssektor ist 2007 gegenüber dem Vorjahr um über 5 000 gestiegen. Gegenüber dem Jahr 2000 betrug die Zunahme sogar 44 000. Dabei sind rund 19 000 neue Arbeitsplätze im ambulanten Bereich, 15 000 in der stationären Versorgung und 8 000 in den Vorleistungsindustrien (einschließlich gesundheitsbezogener Großhandel) entstanden. Bei Rettungsdiensten, Gesundheitsämtern, Forschungseinrichtungen und Ausbildungsstätten ist die Zahl der Beschäftigten ingesamt um 4 000 gestiegen. Lediglich bei den Kranken- und Pflegeversicherungen sowie bei den Standesorganisationen – also den Einrichtungen, die in der Kategorie »Verwaltung« zusammengefasst werden – ist die Beschäftigtenzahl um 2 000 Personen gegenüber dem Jahr 2000 gesunken.

(Stat. Landesamt)