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Wirtschaft | Mo, 13.12.2010 08:16

Tourismus in Baden-Württemberg im Aufwind

Die Bilanz des baden-württembergischen Tourismusgewerbes für das Sommerhalbjahr (Mai bis Oktober) 2010 fällt insgesamt positiv aus. Nach Feststellung des Statistischen Landesamtes begrüßten die Beherbergungsbetriebe mit mehr als acht Schlafgelegenheiten in der traditionellen Hauptsaison 4,3 Prozent oder 424.000 mehr Gäste als im vorherigen Sommer. Mit 10,2 Millionen Gästen wurde damit erstmals in einem Sommerhalbjahr die Schwelle von 10 Millionen Ankünften überschritten.


Die für das Gewerbe bedeutendere Übernachtungszahl nahm wegen des anhaltenden Trends zu kürzeren Aufenthalten etwas schwächer um 3,3 Prozent auf 27,1 Millionen zu. Damit konnte der konjunkturbedingte Rückgang des vorhergehenden Sommers mehr als ausgeglichen werden. Zwar wurden auch bei den Inlandsgästen Zuwächse sowohl bei der Gästezahl (+ 2,9 Prozent auf 7,9 Millionen) als auch bei den Übernachtungen (+ 1,6 Prozent auf 21,8 Millionen) zeichnet. Die kräftigeren Impulse gingen jedoch von den Auslandsgästen aus. Ihre Anzahl stieg nämlich um 9,7 Prozent auf 2,3 Millionen und damit ebenso auf einen neuen Rekordwert in einem Sommerhalbjahr wie ihre Übernachtungen, die sich sogar um 10,7 Prozent auf nahezu 5,3 Millionen erhöhten.

Allerdings verlief die Entwicklung zwischen den verschiedenen Betriebsarten sehr unterschiedlich. So blieben die Übernachtungen in Erholungs- und Ferienheimen, auf Campingplätzen, in Jugendherbergen und Hütten sowie in Ferienzentren im Sommerhalbjahr 2010 um 3,9 bis 0,7 Prozent hinter dem Vorjahresergebnis zurück. Die Parahotellerie, zu der diese Einrichtungen gezählt werden können, kam nur durch eine deutlich positive Entwicklung bei den Ferienhäusern und Ferienwohnungen und den Schulungsheimen auf ein leichtes Übernachtungsplus von 0,5 Prozent. Auch die Vorsorge- und Reha-Kliniken zeigten mit einem erneuten Rückgang um 2,3 Prozent weiterhin Schwächen. Dagegen konzentrierten sich die Zuwächse auf den Kernbereich der Branche, die Hotellerie (Hotels, Hotels garnis, Gasthöfe und Pensionen). Dank einer Steigerung um 5,8 Prozent wurden hier 2010 nicht nur die Rückgänge des Vorsommers kompensiert, sondern sogar so viele Übernachtungen gebucht wie in noch keinem Sommerhalbjahr zuvor.

Deutliche Unterschiede zeigte die Entwicklung auch zwischen den verschiedenen Gemeindekategorien. So mussten sich die prädikatisierten Gemeinden als klassische Tourismusziele im Sommerhalbjahr 2010 mit einem relativ bescheidenen Übernachtungszuwachs um 0,3 Prozent zufrieden geben. Die sonstigen Gemeinden ohne touristisches Prädikat, zu denen insbesondere auch die meisten größeren Städte zählen, verbesserten ihr Übernachtungsergebnis deutlich um 6,9 Prozent. Dabei ragten die Großstädte ab 100.000 Einwohner mit einem Plus von 10,1 Prozent ebenso hervor wie in der Gliederung nach Raumordnungskategorien die städtisch geprägten Verdichtungsräume, die um 8,5 Prozent zulegen konnten. Somit konzentrierten sich die Zuwächse insbesondere auf die Bereiche, die im vorhergehenden Sommerhalbjahr überdurchschnittliche Rückgänge zu verkraften hatten.

In der regionalen Betrachtung musste der Mittlere Schwarzwald als einziges Reisegebiet einen leichten Übernachtungsrückgang um 0,3 Prozent hinnehmen, und auch der Südliche Schwarzwald blieb mit einem Plus von 0,5 Prozent deutlich hinter der Landesentwicklung zurück. Dies galt in abgeschwächter Form auch für alle anderen Reisegebiete, mit drei Ausnahmen: Die Entwicklung im Nördlichen Schwarzwald entsprach der des Landes, und das Nördliche Baden-Württemberg sowie insbesondere die Region Stuttgart übertrafen diese mit Übernachtungszuwächsen um 5,1 bzw. 11,1 Prozent.

(Redaktion)