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Wirtschaft | Mi, 09.02.2011 12:30

Tourismus in Baden-Württemberg legt 2010 wieder deutlich zu

Ähnlich wie viele andere Branchen hat auch der heimische Tourismus im Jahr 2010 die krisenbedingte Schwäche des Vorjahres überwunden. Nach einer noch verhaltenen Entwicklung zu Jahresbeginn übertrafen sowohl die Gästezahlen als auch deren Übernachtungen in allen Monaten ab März 2010 die Ergebnisse des Vorjahres. 16,7 Millionen Gästeankünfte in Beherbergungsbetrieben mit mehr als acht Schlafgelegenheiten bedeuten nach Feststellung des Statistischen Landesamtes sogar einen historischen Rekordwert. Damit wurde der Vorjahreswert um 655.000 Übernachtungsgäste bzw. 4,1 Prozent übertroffen. Die für das Gewerbe bedeutendere Übernachtungszahl nahm wegen des anhaltenden Trends zu kürzeren Aufenthalten etwas schwächer um 2,6 Prozent bzw. 1,1 Mill. auf 43,5 Mill. zu. Damit wurde das bisherige Spitzenergebnis aus dem Vorkrisenjahr 2008 nur knapp um 102.000 Übernachtungen verfehlt.


Zwar wurden 2010 auch bei den Inlandsgästen Zuwächse sowohl bei der Gästezahl (+ 3 Prozent oder + 383.000 auf 13,2 Mill.) als auch bei den Übernachtungen (+ 1,2 Prozent oder + 437.000 auf 35,5 Mill.) verzeichnet. Die stärkeren Impulse gingen aber von den Auslandsgästen aus, die nach der krisenbedingten Unterbrechung 2009 nahtlos an die expansive Entwicklung der vorhergehenden Jahre anknüpften. 2010 stiegen über 3,5 Mill. Gäste mit ausländischem Wohnsitz in einer baden-württembergischen Unterkunft ab, 8,3 Prozent bzw. 272.000 mehr als 2009 und so viele wie in keinem Jahr zuvor. Die Übernachtungen der Auslandsgäste legten gegenüber 2009 sogar um 9 Prozent oder 661.000 zu und überschritten damit erstmals die Schwelle von 8 Millionen.

Zwischen den verschiedenen Teilsegmenten des Übernachtungstourismus im Land verlief die Entwicklung recht unterschiedlich. So verfehlten 2010 die Übernachtungen in Erholungs- und Ferienheimen, in Ferienzentren, auf Campingplätzen und in den Vorsorge- und Reha-Kliniken ihr jeweiliges Vorjahresergebnis um 3,5 bis 2,4 Prozent. Die Parahotellerie, zu der diese Übernachtungsmöglichkeiten – mit Ausnahme der Kureinrichtungen – gezählt werden können, kam insbesondere durch eine deutlich positive Entwicklung der Ferienhäuser und -wohnungen und der Schulungsheime insgesamt auf ein Übernachtungsplus von 0,8 Prozent. Damit konzentrierten sich die Zuwächse auf die Hotellerie (Hotels, Hotels garnis, Gasthöfe und Pensionen) als Kernbereich der Branche. Durch einen Übernachtungszuwachs um 4,5 Prozent wurde hier 2010 das Ergebnis aus dem Vorkrisenjahr 2008 zwar noch knapp verfehlt. Mit nahezu 27,3 Millionen. Übernachtungen wurde aber das zweitbeste Ergebnis in der Geschichte der Hotellerie erzielt.

In der Gliederung nach Gemeindegruppen mussten die klassischen Tourismusziele, nämlich die Gemeinden mit einem Prädikat als Bad, Kur- oder Erholungsort, 2010 einen leichten Übernachtungsverlust um 0,2 Prozent hinnehmen. Die sonstigen Gemeinden ohne touristisches Prädikat, zu denen insbesondere auch die meisten größeren Städte des Landes zählen, legten 2010 bei den Übernachtungen dagegen um überdurchschnittliche 5,9 Prozent zu. Die Großstädte ab 100.000 Einwohner ragten dabei mit einem Übernachtungsplus von 8,7 Prozent ebenso heraus wie die städtisch geprägten Verdichtungsräume im Sinne des Landesentwicklungsplans mit einem Zuwachs um 7,1 Prozent. Der Ländliche Raum im engeren Sinn als Gegenpol konnte dagegen das Übernachtungsergebnis des Vorjahres gerade halten.

In der regionalen Betrachtung nach Reisezielen verzeichnete 2010 allein der Mittlere Schwarzwald einen Übernachtungsrückgang, und zwar um 1,4 Prozent. Da auch der Südliche Schwarzwald sein Übernachtungsergebnis kaum nennenswert um 0,1 Prozent verbesserte, blieb der gesamte Schwarzwald als weiterhin wichtigstes Reiseziel Baden-Württembergs mit einem Plus von 0,6 Prozent deutlich hinter der Landesentwicklung zurück – trotz eines Zuwachses um 3 Prozent im Nördlichen Schwarzwald. Während die Übernachtungsentwicklung im Raum Bodensee-Oberschwaben mit einem Plus von 2,5 Prozent 2010 weitgehend der des Landes entsprach, stachen das Nördliche Baden-Württemberg sowie insbesondere die Region Stuttgart mit Übernachtungszuwächsen um 4,6 bzw.7,5 Prozent deutlich heraus.

(Redaktion)