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Wirtschaft | Di, 15.01.2013 12:11

Tourismus in Baden-Württemberg sucht Fachkräfte

In der Tourismusbranche Baden-Württembergs zeichnet sich eine weitere Verschärfung des Fachkräftemangels ab. Das zeigt die Ausbildungsstatistik des Baden-Württembergischen Industrie- und Handelskammertages (BWIHK). In den Jahren 2010 und 2011 ist die Zahl der Auszubildenden um je sieben Prozent zurückgegangen. Für das vergangene Jahr wurde sogar ein Minus von elf Prozent verzeichnet. In der Summe sind im Gastgewerbe und in der Reisebranche derzeit zusammen 8.700 junge Leute in der dualen Ausbildung. Darunter sind 3.600 Azubis, die 2012 mit ihrer Ausbildung begonnen haben.


„Dieser Rückgang ist besorgniserregend, denn der Tourismus mit allen verbundenen Branchen ist für Baden-Württemberg ein bedeutender Wirtschaftsfaktor, der nur mit gut ausgebildetem Personal auch in Zukunft so erfolgreich sein kann“, so Martin Keppler, Hauptgeschäftsführer der im Tourismus für den BWIHK federführenden IHK Nordschwarzwald.

Im Gastgewerbe wird – quer durch alle Berufe – mit rund 7.700 Jugendlichen der Löwenanteil der Tourismus-Azubis ausgebildet. Dabei sind vor allem die „klassischen Berufe“ nach wie vor beliebt: Allen voran Hotelfachmann/-frau (2.700 Azubis) und Koch/Köchin (2.600 Azubis). Trotz der zum Teil drastischen Rückgänge der Neueintragungen von Ausbildungsverhältnissen zeigen konstant herausragende Ergebnisse der Absolventen bei den IHK-Abschlussprüfungen, dass die Qualität der Ausbildung stimmt. Wie in den vergangenen Jahren kam auch 2012 ein Bundessieger in den gastgewerblichen Berufen aus dem Südwesten: Das Hotel Bareiss in Baiersbronn im Schwarzwald bildete Deutschlands beste Restaurantfachfrau aus.

In der Reiseverkehrsbranche gab es entgegen dem Trend der letzten Jahre einen leichten Anstieg von drei Prozent bei neuen Auszubildenden. Dies betrifft auch den Bereich „Service“, zu dem Berufe wie beispielsweise Kaufleute für Verkehrsservice oder Servicekaufleute im Luftverkehr gehören. Diese werden an allen Flughäfen des Landes ausgebildet.

Mit Blick auf die weiter sinkende Zahl der Schulabgänger werden zukünftig vor allem in den Tourismusregionen im Südwesten qualifizierte Fachleute dringend benötigt. Der „Kampf um Talente“ wird schärfer. Der Rückgang, der sich grundsätzlich in allen Regionen bemerkbar macht, betrifft besonders die zumeist ländlich geprägten Tourismusdestinationen wie den Schwarzwald, die Schwäbische Alb oder den Bodensee.

„Die Tourismusbranche bietet gerade für junge Leute, die früh Verantwortung übernehmen möchten, spannende Jobs mit hervorragenden Entwicklungsmöglichkeiten und so vielfältige Karrierechancen, wie kaum eine andere Branche im Land“, ist Keppler überzeugt. „Eine Karriere in der Tourismusbranche startet - gerade auch wegen der wichtigen Praxiserfahrung - traditionell über die duale Ausbildung. Diese bietet sich deshalb auch insbesondere für Abiturienten an, um sich anschließend, beispielsweise berufsbegleitend, weiterzuqualifizieren. Zugleich stehen in Gastronomie und Hotellerie mobilen Berufstätigen die Türen in der ganzen Welt so weit offen wie in kaum einem anderen Berufszweig. Ob Skigebiet, Kreuzfahrtschiff oder Ferienclub, deutsche Fachleute werden überall in der Welt sehr geschätzt!“

Der IHK-Fachkräftemonitor zeigt auf, dass Tourismusbetriebe im ganzen Land schon heute und besonders zukünftig in erster Linie qualifizierte Fachkräfte mit einer dualen Ausbildung suchen. Unter www.fachkraeftemonitor-bw.de können sich Unternehmen mit diesem IHK-Tool Beschäftigungsprognosen bis zum Jahr 2025 für ihre Branche und Region einfach und schnell abrufen. Abschließend lässt sich deshalb festhalten, dass die betriebliche, duale Ausbildung für Unternehmen das Instrument zur langfristigen Fachkräftesicherung bleibt.

(Redaktion)