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Wirtschaft | Fr, 05.08.2011 15:15

Tourismus in Baden-Württemberg weiter auf Rekordkurs

Der seit Frühjahr 2010 zu beobachtende Aufschwung des baden-württembergischen Tourismusgewerbes setzte sich auch im bisherigen Jahresverlauf 2011 fort. Die Gästeübernachtungen in der heimischen Beherbergungsbranche (Beherbergungsbetriebe mit mehr als acht Schlafgelegenheiten) nahmen im 1. Halbjahr 2011 gegenüber dem Vorjahr um 5,3 Prozent zu. Mit 20,2 Millionen wurde erstmals bereits zur Jahresmitte die Schwelle von 20 Millionen Übernachtungen überschritten. Dies teilt das Statistische Landesamt mit.

Bereits zur Jahresmitte wurden über 20 Millionen Übernachtungen in Baden-Württemberg gezählt. Die Schwäbische Alb konnte allein einen Zuwachs von 7,9 Prozent verzeichnen. (Foto: Tabea Knabe)

Bereits zur Jahresmitte wurden über 20 Millionen Übernachtungen in Baden-Württemberg gezählt. Die Schwäbische Alb konnte allein einen Zuwachs von 7,9 Prozent verzeichnen. (Foto: Tabea Knabe)


Insbesondere im April und im Juni 2011 profitierte die Branche dabei mit kräftigen Übernachtungszuwächsen um 10 bzw. 8,9 Prozent von der späten Lage von Ostern und der Pfingsten. In den dieses Jahr nicht von diesen Feiertagen tangierten Monaten März und Mai waren die Zuwachsraten deutlich niedriger. Immerhin übertrafen die Übernachtungen auch in diesen beiden Monaten ebenso wie im Januar und im Februar das jeweilige Vorjahresergebnis.

Wie bereits 2010 und in den Jahren 2003 bis 2006 nahmen die Auslandsgäste bei der Aufwärtsentwicklung eine Vorreiterrolle ein. Dank eines überdurchschnittlichen Anstiegs um 10,3 Prozent wurden im 1. Halbjahr 2011 mit 3,6 Millionen so viele Übernachtungen von Auslandsgästen gezählt wie in keiner ersten Jahreshälfte zuvor. Durch einen Zuwachs um 4,3 Prozent erreichten jedoch auch die Übernachtungen der Gäste aus Deutschland mit 16,7 Millionen wieder das zwischenzeitig deutlich unterschrittene Niveau des 1. Halbjahrs 2001.

Getragen wird der derzeitige Aufschwung des heimischen Übernachtungstourismus vor allem von der Hotellerie (Hotels, Hotels garnis, Gasthöfe und Pensionen). Sie erzielte in jedem Monat des Jahres 2011 bis einschließlich Juni Übernachtungszuwächse von mehr als 6 Prozent, die sich im 1. Halbjahr zu einem Plus von 8 Prozent summierten. Deutlich labiler war demgegenüber die monatliche Entwicklung in der Parahotellerie, zu der Einrichtungen wie Campingplätze, Jugendherbergen und Hütten, Erholungs- und Ferienheime, Ferienwohnungen und Schulungsheime gezählt werden können. Gleichwohl kam auch dieses Marktsegment im 1. Halbjahr 2011 auf einen Übernachtungszuwachs um 4,8 Prozent. Weniger erfreulich ist jedoch weiterhin die Entwicklung im Kurbereich, denn die Vorsorge- und Reha-Kliniken büßten trotz zuletzt etwas gedämpfter Rückgänge im 1. Halbjahr 2011 erneut 3,8 Prozent ihrer Übernachtungen ein. Dies ist auch mit ein Grund dafür, dass die prädikatisierten Gemeinden, in denen diese Einrichtungen bevorzugt angesiedelt sind, im 1. Halbjahr mit einem Übernachtungsplus von 1,7 Prozent deutlich schwächer von der Gesamtentwicklung profitieren konnten als die Gemeinden ohne touristisches Prädikat (Übernachtungen + 9,2 Prozent).

In der regionalen Betrachtung übertrafen im 1. Halbjahr bei den Übernachtungen alle Reisegebiete bis auf den Hegau (– 6 Prozent) ihr Vorjahresergebnis. Mit einem Zuwachs um 11,5 Prozent trat dabei die Region Stuttgart besonders hervor, und auch der Bodensee (+ 9,4 Prozent) sowie die Schwäbische Alb (+ 7,9 Prozent) hoben sich noch deutlich nach oben vom Landesergebnis ab. Auf der anderen Seite blieben die drei Teilbereiche des Schwarzwalds mit Zuwächsen zwischen 0,1 Prozent (Mittlerer Schwarzwald) und 3,6 Prozent (Südlicher Schwarzwald) sowie das Württembergische Allgäu-Oberschwaben mit 2,1 Prozent hinter der Landesentwicklung zurück.

Trotz dieses Gesamtbilds konnten allerdings nicht alle Teilbereiche von der positiven Grundentwicklung profitieren: Die Vorsorge- und Reha-Kliniken haben weiterhin mit anhaltenden Übernachtungsrückgängen zu kämpfen. Im Winterhalbjahr 2010/11 waren diese Einbußen mit 5,5 Prozent sogar besonders ausgeprägt. Darunter haben insbesondere einige klassische Kurorte des Landes zu leiden, für die dieser Geschäftszweig weiterhin von wesentlicher Bedeutung ist. Zwar schlagen diese Rückgänge nicht in vollem Umfang auf die jeweiligen Gesamtergebnisse durch, weil die Orte meist auch an der positiven Entwicklung in anderen Marktsegmenten partizipieren. Insgesamt sorgte die negative Bilanz im Kurbereich aber immer noch dafür, dass im Winterhalbjahr 2010/11 für die Gesamtheit der Mineral- und Moorbäder und der Heilklimatischen Kurorte im Land ein geringes Übernachtungsminus (0,3 bzw. 0,2 Prozent) zu Buche schlug. Auch in der Zusammenfassung aller prädikatisierten Gemeinden fiel das Übernachtungsplus im Winterhalbjahr mit 1,4 Prozent deutlich bescheidener aus als in den sonstigen Gemeinden (ohne Prädikat), die ihr Übernachtungsergebnis gegenüber dem vorhergehenden Winter um stattliche 9,3 Prozent steigern konnten.

(Redaktion)