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Wirtschaft | Di, 18.02.2014 09:25

Tourismusbranche in Baden-Württemberg bestätigt Spitzenergebnis von 2012

Die guten Ergebnisse aus dem Jahr 2012 wurden durch eine positive Entwicklung im zweiten Halbjahr 2013 noch knapp übertroffen. Durch einen Zuwachs um 84.000 oder 0,5 Prozent erhöhte sich die Anzahl der Gästeankünfte in Beherbergungsbetrieben mit zehn und mehr Betten oder Stellplätzen im Jahr 2013 auf bisher nicht erreichte 18,7 Millionen. Die für das Gewerbe bedeutendere Übernachtungszahl nahm ebenfalls um 84.000 auf 47,8 Millionen. zu, was einem Anstieg um 0,2 Prozent entspricht. Diese Ergebnisse stellten Tourismusminister Alexander Bonde und die Präsidentin des Statistischen Landesamtes, Dr. Carmina Brenner, vor.


Wie in den drei vorhergehenden Jahren gingen auch 2013 die positiven Impulse von den Auslandsgästen aus. So stiegen im vergangenen Jahr 4,2 Millionen Gäste mit ausländischem Wohnsitz in einer baden-württembergischen Unterkunft ab, 3,5 Prozent bzw. 143.000 mehr als 2012. Die Übernachtungen der Auslandsgäste legten gegenüber 2012 sogar noch etwas stärker um 5 Prozent oder 471.000 zu, wodurch mit 9,9 Millionen die Schwelle von zehn Millionen Übernachtungen erstmals in Reichweite rückte.

„Durch diese Zuwächse bei den Auslandsgästen wurden 2013 die Rückgänge bei den Gästen aus Deutschland mehr als ausgeglichen“, stellte Brenner fest. So buchten 59.000 oder 0,4 Prozent weniger Inlandsgäste ein Quartier im Land als noch 2012. Mit diesmal knapp 14,5 Millionen blieb die Zahl der inländischen Gäste jedoch auf ähnlichem Niveau wie im Vorjahr. Etwas stärker fiel 2013 der Rückgang bei den Übernachtungen von Gästen aus Deutschland aus, denn diese verminderten sich gegenüber 2012 um ein Prozent bzw. 387.000 auf 37,9 Millionen.

Ähnlich wie in den Monaten im Jahresverlauf hielten sich in den verschiedenen Teilsegmenten des Übernachtungstourismus 2013 leichte Rückgänge und leichte Zuwächse etwa die Waage. So verbuchte unter den Betriebsarten einerseits die Hotellerie (Hotels, Hotels garnis, Gasthöfe und Pensionen) als Kernbereich der Branche einen Übernachtungszuwachs um 0,7 Prozent. Dem standen Rückgänge um 0,7 Prozent bei den Vorsorge- und Reha-Kliniken sowie um 0,8 Prozent in der Parahotellerie gegenüber, zu der Einrichtungen wie Ferien- und Erholungsheime, Schulungsheime, Ferienwohnungen, Jugendherbergen oder Campingplätze gezählt werden. Etwas aus diesem Rahmen fielen dabei allerdings die Campingplätze, auf denen mit −4,5 Prozent deutlich weniger Übernachtungen gezählt wurden als im Jahr zuvor.

Auch in der Gliederung nach Gemeindegruppen zeigte sich mit einem Übernachtungsrückgang um 4,8 Prozent in den Heilklimatischen Kurorten lediglich bei einem Prädikat eine stärkere Bewegung. Auf diesen Rückgang ist im Wesentlichen zurückzuführen, dass die Heilbäder und die prädikatisierten Gemeinden insgesamt als übergeordnete Kategorien mit einem Minus von 1,5  bzw. 0,9 Prozent abschlossen. Die nicht prädikatisierten Sonstigen Gemeinden kamen dagegen auf ein Übernachtungsplus von 1,2 Prozent, wobei innerhalb dieser Gemeindegruppe einmal mehr die Großstädte ab 100.000 Einwohner mit einem Übernachtungszuwachs um 2,3 Prozent überdurchschnittlich gut abschnitten. Dagegen mussten alle Gemeindegrößenklassen bis zu 20.000 Einwohner 2013 leichte Übernachtungsrückgänge hinnehmen.

In eine sehr ähnliche Richtung zielen die Ergebnisse nach den Raumordnungskategorien des Landesentwicklungsplans von 2002. Auch hier hoben sich mit den Verdichtungsräumen (+1,6 Prozent) und den Verdichtungsbereichen im ländlichen Raum (+0,5 Prozent) eher städtisch geprägte Gebiete positiv von den Randzonen um die Verdichtungsräume (−0,6 Prozent) und vom ländlichen Raum im engeren Sinn (−0,9 Prozent) ab. „Damit“, so fasste Brenner zusammen, „hielt der seit längerem zu beobachtende Trend zum Städtetourismus auch 2013 an, wenn auch in nicht sehr ausgeprägter Form.“

Auch in der regionalen Gliederung nach Reisegebieten waren die Veränderungen 2013 deutlich schwächer ausgeprägt als in den vorhergehenden Jahren. So konnten mit der Region Stuttgart (+2,5 Prozent) und der Schwäbischen Alb (+2,0 Prozent) lediglich zwei Reiseregionen nennenswertere Übernachtungszuwächse verbuchen. Der Schwarzwald und das Nördliche Baden-Württemberg erreichten dagegen mit −0,3 bzw. +0,3 Prozent etwa wieder das Übernachtungsniveau des Jahres 2012. Bemerkenswert ist allerdings, dass 2013 die Reiseregion Bodensee-Oberschwaben (−1,7 Prozent) sowie insbesondere das darin enthaltene Reisegebiet Bodensee (−3,1 Prozent) stärkere Rückgänge zu verkraften hatten, nachdem sie selbst das Krisenjahr 2009 unbeschadet überstanden hatten.

(Redaktion)