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Wirtschaft | Do, 17.03.2011 09:29

Über 50 Prozent Beschäftigungszuwachs in der Zeitarbeitsbranche im Südwesten

Die Zeitarbeitsbranche in Baden-Württemberg hat sich im vergangenen Jahr als entscheidender Beschäftigungsmotor erwiesen und maßgeblich zur Belebung auf dem Arbeitsmarkt beigetragen. Allein von Juni 2009 bis Juni 2010 ist die Zahl der Zeitarbeitnehmer um mehr als 27.000 oder 52 Prozent auf über 80.000 gestiegen.


Wie das Statistische Landesamt nach neuesten vorläufigen Berechnungen des Arbeitskreises »Erwerbstätigenrechnung des Bundes und der Länder« mitteilt, ist die Zahl der Erwerbstätigen im Jahresdurchschnitt 2010 um fast 23.000 auf gut 5,59 Millionen Personen gestiegen. Ohne den starken Zuwachs in der Zeitarbeitsbranche wäre die Arbeitsmarktbilanz im Land somit negativ ausgefallen.

Die Zeitarbeitsbranche bietet grundsätzlich Personen mit ganz unterschiedlicher Qualifikation eine Beschäftigungsmöglichkeit. Es zeigt sich jedoch, dass im aktuellen Konjunkturaufschwung vor allem Zeitarbeitnehmer mit geringem Qualifikationsniveau profitieren. Wie das Statistische Landesamt nach Auswertung der Beschäftigungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit feststellt, stieg die Zahl der Leiharbeitnehmer ohne Berufsausbildung von 2009 bis 2010 um 75 Prozent. Im Juni 2010 konnten fast 33.000 Zeitarbeitnehmer bzw. 41 Prozent keine abgeschlossene Berufsausbildung vorweisen. Im Vergleich dazu war in allen anderen Wirtschaftsbereichen der Anteil der Beschäftigten ohne Berufsausbildung mit 17 Prozent deutlich geringer.

Häufig üben Arbeitnehmer ohne qualifizierte Berufsausbildung Hilfsarbeitertätigkeiten aus. Im Juni 2010 waren im Südwesten gut 34.000 Zeitarbeitnehmer als Hilfsarbeiter beschäftigt, das waren fast 14 000 Leiharbeitnehmer oder 87 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Gemessen an allen Beschäftigten in der Zeitarbeitsbranche ist der Anteil der Leiharbeitnehmer, die Hilfsarbeitertätigkeiten ausüben mit 43 Prozent, um ein Vielfaches höher als in den übrigen Wirtschaftsbereichen. Dort war lediglich 1 Prozent aller Beschäftigten als Hilfsarbeiter tätig.

(Redaktion)