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Wirtschaft | Mo, 03.12.2012 10:21

Über eine Million Minijobs in Baden-Württemberg

Fast 1,13 Millionen Männer und Frauen in Baden-Württemberg hatten Ende März 2012 einen Minijob. Davon arbeiteten 675.000 Personen ausschließlich in einem geringfügigen Beschäftigungsverhältnis mit einer Verdienstgrenze von derzeit 400 Euro. Dies berichtet das Statistische Landesamt nach Auswertung der Beschäftigungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit.


Weitere 450.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte hatten dagegen zusätzlich zu ihrer Haupttätigkeit einen Minijob als Nebentätigkeit. Kurzfristig Beschäftigte, die innerhalb eines Kalenderjahres für längstens zwei Monate oder insgesamt 50 Arbeitstage beschäftigt sind, bleiben hier unberücksichtigt. Gemessen an den fast 4,05 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Südwesten kamen damit auf 100 voll sozialversicherungspflichtige Arbeitnehmer rund 17 ausschließlich in einem Minijob Beschäftigte. 11 von 100 angestellten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer übten neben ihrer Hauptbeschäftigung zusätzlich einen geringfügig entlohnten Nebenjob aus.

Die Entwicklung der geringfügigen Beschäftigungsverhältnisse war seit Einführung der Meldepflicht am 1. April 1999 sehr dynamisch. Besonders stark war die Zunahme der Minijobs nach der Neuregelung zum 1. April 2003, in der unter anderem vereinbart wurde, dass ein Minijob, der neben einer Hauptbeschäftigung ausgeübt wird, für den Arbeitnehmer nunmehr wieder sozialversicherungsfrei bleibt. So stieg allein im zweiten Halbjahr 2003 die Zahl der Nebenjobber um über 44.000 an. Auch in den Folgejahren hielt der Trend zu mehr Zweitjobs an. Seit 2004 hat sich die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten mit einem zusätzlichen Nebenjob um 169.000 oder 60 Prozent erhöht. Die Zahl der ausschließlich geringfügig entlohnt Beschäftigten stieg im gleichen Zeitraum lediglich um gut 24.000 oder vier Prozent an und war am aktuellen Rand leicht rückläufig.

Minijobs werden weit häufiger von Frauen als von Männern ausgeübt. Aktuell sind unter den voll sozialversicherungspflichtig Beschäftigten Männer zu 55 Prozent und Frauen zu 45 Prozent vertreten. In ausschließlich geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen arbeiteten mit 67 Prozent und bei den Nebenjobbern mit 56 Prozent überdurchschnittlich viele Frauen.

Die mit Abstand meisten Arbeitsstellen für Minijobs gibt es im Handel. Im März 2012 waren 123.000 bzw. rund 18 Prozent der ausschließlich geringfügig entlohnt Beschäftigten und knapp 70.000 bzw. 16 Prozent der Nebenjobber im Handel beschäftigt, darunter die überwiegende Mehrzahl im Einzelhandel. Zusammen waren dies fast 193.000 Minijobber. Weitere Einsatzfelder für geringfügige Beschäftigungen finden sich in der Industrie, bei den wirtschaftlichen Dienstleistungen und hier insbesondere in der Gebäudebetreuung und - Reinigung, in der Gastronomie und im Gesundheits- und Sozialwesen. Ende März 2012 übten in diesen Branchen jeweils über 100.000 Männer und Frauen einen Minijob aus. Das sind gut 60 Prozent aller Minijobber im Land.

Ab 1. Januar 2013 wird die Verdienstgrenze der Minijobs auf monatlich 450 Euro angehoben. Es bleibt abzuwarten, ob und wie stark sich dies auf die Zahl der Beschäftigten in Minijobs auswirken wird.

(Redaktion)