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Wirtschaft | Mo, 04.01.2010 09:50

Ulm: Ausbildungsmarkt auf Spitzenniveau, aber Bewerber fehlen

Bewerbermangel prägt den Lehrstellenmarkt in der Region: 2009 haben die Unternehmen aus Industrie, Handel und Dienstleistung 2.608 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen. Das sind 3,4 Prozent oder 93 Ausbildungsverträge weniger als im Spitzenjahr 2008, in dem das beste Ergebnis seit 20 Jahren erzielt wurde. Viele Lehrstellen konnten nicht besetzt werden, weil geeignete Bewerber fehlten. Und der Bewerbermangel wird in den nächsten Jahren noch größer, befürchtet die IHK Ulm.


Die IHK-Region Ulm bleibt aber weiter die ausbildungsstärkste IHK-Region in Baden-Württemberg. Das Angebot an Ausbildungsplätzen ist in keiner anderen Region in Baden-Württemberg so umfangreich. Viele dieser Ausbildungsplätze konnten die Betriebe in diesem Jahr allerdings nicht besetzen, weil geeignete Bewerber fehlten. Denn die Zahl der Schulabgänger aus Haupt- und Realschulen ist seit 2007 um 7,7 Prozent zurückgegangen. Diese Situation wird sich in den kommenden Jahren noch verschärfen. Nach Berechnungen des Statistischen Landesamts Baden-Württemberg sinkt die Zahl der Schulabgänger aus diesen Schularten bis zum Schuljahr 2015/16 um weitere 11,9 Prozent und damit um insgesamt rd. ein Fünftel.

Die Entwicklung in den Kreisen im Einzelnen:

In der Stadt Ulm zeigt sich der Ausbildungsmarkt mit einem leichten Plus von 0,3 Prozent. Es folgen der Landkreis Biberach mit einem Rückgang von 3,1 Prozent und der Alb-Donau-Kreis mit 10,3 Prozent Rückgang.

Die kaufmännischen Berufe sind als zahlenmäßig stärkste Berufsgruppe in der Ausbildung mit -1,8 Prozent am wenigsten vom Rückgang betroffen. Hier wurde das Minus bei den Handels- und Logistikberufen von 8 Prozent teilweise von Zuwächsen bei den Banken und der Gastronomie kompensiert. Der Alb-Donau-Kreis ist mit einem Rückgang von 8,4 Prozent besonders betroffen, während sich im Landkreis Biberach die Zahl der Auszubildenden in den kaufmännischen Berufen sogar erhöht hat (+0,9 Prozent).

Die außergewöhnlich hohen Zuwächse des letzten Jahres bei den gewerblich-technischen Berufen konnten in diesem Jahr aber nicht gehalten werden. Der Rückgang von 5,7 Prozent wird maßgeblich von den Berufen im Metall-, Elektro- und IT-Bereich verursacht. Auch hier ist der Alb-Donau-Kreis mit -13,1 Prozent besonders betroffen. Der Landkreis Biberach weist einen Rückgang von 6,6 Prozent auf. Erfreulich ist, dass die Stadt Ulm bei den gewerblich-technischen Berufen einen Zuwachs von 1,5 Prozent verzeichnet.

Ausblick 2010

Die Konjunkturindikatoren zeigen wieder nach oben, so dass zu erwarten ist, dass sich die Auswirkungen der Konjunktur auf den Ausbildungsmarkt weiter abschwächen. In den kommenden Jahren wird der Ausbildungsmarkt in der IHK-Region Ulm noch stärker von der demografischen Entwicklung und ihren Folgen bestimmt.

„Die Unternehmen sind deshalb gut beraten, wenn sie jetzt in die berufliche Ausbildung investieren und sich so die Fachkräfte für die Zukunft sichern“, rät IHK-Hauptgeschäftsführer Otto Sälzle. „Ganz besonders gilt dies für die Jahre 2011 und 2012, wenn zuerst in Bayern und anschließend in Baden-Württemberg zwei Jahrgänge gleichzeitig die Gymnasien verlassen. Eine solche Chance zur Gewinnung von Abiturienten für die duale Ausbildung wird nicht wiederkommen“.

(IHK Ulm)