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Unternehmensnachrichten | Mi, 09.11.2011 14:15

Ulmer Know-how für Kläranlage am Bodensee

Im Oktober wurde die neue Reinigungsstufe der Kläranlage Langenargen-Kressbronn eingeweiht. Die Anlage verfügt nun über eine Aktivkohlefiltration, wie sie bereits für die Kläranlage Steinhäule in Neu-Ulm erfolgreich eingesetzt wird. Mit dieser zusätzlichen Reinigungsstufe werden Arzneimittelrückstände und Pflanzenbehandlungsmittel eliminiert.

Die Kläranlage Kressbronn wurde mit einem neuen Aktivkohle-Kontaktbecken ausgestattet, in welchem Spurenstoffe ausgefiltert werden. (Foto: Conplaning GmbH)

Die Kläranlage Kressbronn wurde mit einem neuen Aktivkohle-Kontaktbecken ausgestattet, in welchem Spurenstoffe ausgefiltert werden. (Foto: Conplaning GmbH)


Die erweiterte Kläranlage wurde offiziell mit der neuen Technik in Betrieb genommen. Rund 2,9 Millionen Euro investierten das Land Baden-Württemberg und die Kommune in die Erneuerungen zur Verbesserung der Wasserqualität.

Die elektrotechnischen Arbeiten wurden vom Ingenieurbüro Conplaning GmbH, Ulm/Neu-Ulm geplant. Das Unternehmen projektierte die elektrotechnische Steuerung und Regelung der mess-technischen Einrichtungen sowie der Pumpen, Dosier- und Rührwerke. Eingeflossen sind dabei die Erfahrungen aus der Versuchsinstallation im Klärwerk Steinhäule.

Die Funktionsweise der beiden Anlagen ist vergleichbar: Nach der mechanischen Reinigung durch ein Sieb durchläuft das Abwasser mehrere biologische Reinigungsstufen. Bakterien sorgen dabei für das Zersetzen von unerwünschten Inhaltstoffen. Im Nachklärbecken setzen sich diese Bakterien ab. Anschließend wird das so gereinigte Abwasser nicht wie bisher direkt in den Bodensee eingeleitet, sondern in ein neues Kontaktbecken gepumpt. Dort werden mit Hilfe von flüssiger Aktivkohle Spurenstoffe, das heißt, Rückstände aus Medikamenten, hormonelle Substanzen und Pflanzenschutzmittel ausgefiltert. In einem nachgeschalteten Sedimentationsbecken wird zum Schluss durch einen Absetzungsvorgang das gereinigte Wasser wieder von der Aktivkohle getrennt und schließlich in den Bodensee eingeleitet.

Der Vorteil dieser Technologie liegt darin, dass keine bedenklichen Zwischenprodukte entstehen. Der Klärschlamm wird später verbrannt, wodurch eine schadlose Beseitigung der Spurenstoffe erzielt wird.

(Redaktion)