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Wirtschaft | Mo, 13.08.2012 08:06

Umsätze der chemischen Industrie in Baden-Württemberg steigen entgegen Bundestrend

Im ersten Halbjahr 2012 sind die Umsätze der Chemie- und Pharma-Unternehmen in Baden-Württemberg um 4,8 Prozent auf 9,3 Milliarden Euro gestiegen. Davon entfielen 3,9 Mrd. Euro (+7,3 Prozent) auf das Inlandsgeschäft. Damit konnte sich die Branche im Land positiv von der Bundesentwicklung bei den Umsätzen absetzen. Die Beschäftigung in der chemischen Industrie wuchs um 4,7 Prozent.


Die Pharmaindustrie als stärkste Sparte im Land trägt zu der positiven Umsatzentwicklung  entscheidend bei (37 Prozent Anteil nach Umsatz und Beschäftigten). In der Branche entwickelten sich die Umsätze überdurchschnittlich: Sie stiegen insgesamt um 7 Prozent. Nur leicht im Plus ist die Farben- und Lack-Industrie mit einem Zuwachs von 0,6 Prozent.

Für das Gesamtjahr 2012 erwartet die chemische Industrie eine deutliche Abschwächung des derzeitigen Umsatzzuwachses auf etwa 2 bis 3 Prozent. Diese Tendenz ist in allen Teilbranchen erkennbar. Die Beschäftigung wird voraussichtlich zunehmen.

„Unsere Unternehmen konnten im ersten Halbjahr den Schwung des vergangenen Jahres mitnehmen“, sagte Thomas Mayer, Hauptgeschäftsführer der Chemie-Verbände Baden-Württemberg. „Für das gesamte Jahr 2012 erwarten wir allerdings eine Abschwächung des Umsatzwachstums.“

Risiken für die Branche sieht Mayer vor allem in der weiteren Entwicklung der Schulden- und Bankenkrise in der EU und der Rezession in Südeuropa. Hinzu komme die Volatilität der Energie- und Rohstoffpreise: „Ein mittelständisches Unternehmen ist hier in der Kostenklemme. Einerseits geben die großen Rohstofflieferanten die Preise vor. Andererseits gelingt es kaum, gestiegene Kosten an die großen industriellen Kunden weiterzugeben.“

(Redaktion)