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Wirtschaft | Fr, 07.02.2014 09:29

Unternehmen der Region Stuttgart in guter Stimmung

Der Wirtschaft in der Region Stuttgart geht es zu Jahresbeginn gut. Die Unternehmen aus Industrie, Dienstleistung und Handel sind positiv gestimmt und blicken optimistisch auf die kommenden zwölf Monate. Die Auftragslage und Auslastung sind gegenüber dem letzten Herbst deutlich gestiegen, die Investitionsneigung nimmt leicht zu. Das sind die Ergebnisse der aktuellen Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Region Stuttgart.


„Die Stimmung der Betriebe ist sichtbar besser als im letzten Jahr“, erklärt IHK-Präsident Georg Fichtner. 47 Prozent der Unternehmen bezeichnen ihre Lage als gut – das sind sechs Prozent mehr als im vergangenen Herbst. Ebenso viele Betriebe sind zufrieden. Nur sechs Prozent klagen über eine schlechte Geschäftslage. Das sind drei Prozentpunkte weniger als letzten Oktober. Für 2014 gehen 40 Prozent der Unternehmen davon aus, dass sich ihre Lage weiter verbessern wird, 51 Prozent erwarten keine Änderungen, nur neun Prozent gehen von einer Verschlechterung aus.

Die positive Stimmung zieht sich durch alle Branchen. Bei den Industriebetrieben erwartet sogar mehr als die Hälfte für 2014 weiteres Umsatzwachstum. 37 Prozent der Betriebe vermelden steigende Auftragseingänge (Herbst 2013: 30 Prozent), 14 Prozent verzeichnen Rückgänge (Herbst 2013: 13 Prozent). Im Fahrzeugbau beschränkt sich der Optimismus nicht mehr auf die Übersee-Märkte mit den Schwerpunkten China und USA. Auch in der EU deuten die Zahlen auf eine Trendwende, wenn auch auf niedrigem Niveau hin. Ein deutliches Wachstum verzeichnen die Dienstleistungsbetriebe: 32 Prozent berichten über steigende Nachfrage und nur elf Prozent vermelden Rückgänge. Der Rest kann das zum Teil hohe Niveau halten. Im Handel sind Nachfrage und Umsätze um zehn Prozentpunkte sehr spürbar gestiegen. Ebenso wie in der Dienstleistungsbranche gibt es hier denn auch fast viermal so viele Optimisten wie Pessimisten. Die Baubranche denkt angesichts des hohen Auftragsvolumens und der guten Erwartungen über einen Beschäftigungsaufbau nach.

„Einer der Treiber für die Konjunktur in der Region wird auch dieses Jahr das weltweite Wirtschaftswachstum bleiben. Die Nachfrage nach unseren Hauptexportgütern vor allem von Maschinen, High-Tech-Ausrüstungen und Fahrzeugen ist ungebrochen“, sagt Georg Fichtner. So erwarten fast 40 Prozent der exportierenden Unternehmen, dass ihre Ausfuhren in den nächsten zwölf Monaten noch einmal zunehmen werden. In der Industrie sind es sogar 42 Prozent. Auch die Inlandsnachfrage zieht an, die gute Situation am Arbeitsmarkt und niedrige Sparzinsen befeuern den Konsum.

„Erstmals zeigen die Unternehmen nun wieder eine, wenn auch vorsichtige, Neigung zu investieren“, so der IHK-Präsident. Ein Drittel von ihnen plant, die Inlandsinvestitionen zu erhöhen, die Hälfte will sie auf dem bisherigen Niveau halten. 14 Prozent der Betriebe beabsichtigt eine Absenkung.

Zurückhaltend sind die Unternehmen in ihren Beschäftigungsplänen: Der Großteil will seine Auftragsbücher mit der vorhandenen Belegschaft abarbeiten. Ein gutes Fünftel der Betriebe plant jedoch Neueinstellungen. Da nur halb so viele ihre Belegschaften verringern wollen, ist insgesamt mit einem Beschäftigungsaufbau in der Region zu rechnen. Verantwortlich für diesen positiven Trend zeichnet vor allem die Dienstleistungsbranche, unterdurchschnittlich ist die Planung im Handel, noch niedriger in der Industrie. Die Industrie ist allerdings auch überdurchschnittlich skeptisch, was die Wirtschaftspolitik und insbesondere die Energiepolitik angeht. Hier sehen fast 62 Prozent der Unternehmen ein Risiko für ihre wirtschaftliche Entwicklung. Diese Sorge um steigende Energie- und Rohstoffpreise zieht sich durch alle Branchen und hat im Vergleich zum letzten Herbst nochmal um einen Prozentpunkt zugenommen.

Als eines der größten Risiken schätzen die Unternehmen zudem - neben der Inlandsnachfrage - die Arbeitskosten ein. „Die geplanten Ausnahmeregelungen bei der Rentenversicherung werden zu einer breiten Frühverrentung führen. Damit steigen die Kosten für die Sozialversicherung und die Zahl dringend benötigter Fachkräfte nimmt nochmals ab“, erläutert Georg Fichtner. Der Fachkräftemangel steht für 36 Prozent der Betriebe nach wie vor ganz oben auf der Liste der Risiken, dicht gefolgt von der Wirtschaftspolitik der Großen Koalition. Fichtner: „Die Tatsache, dass die Bundesregierung die guten Zeiten mit Rekordsteuereinnahmen nicht nutzt, um das Haushaltsdefizit abzubauen, stößt bei der Wirtschaft auf Unverständnis.“

(Redaktion)