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Wirtschaft | Mo, 02.09.2013 11:06

Unternehmen in Baden-Württemberg optimistisch für die nächsten Monate

Der Geschäftsklimaindex für die Wirtschaft in Baden-Württemberg zeigt weiterhin nach oben. Schon zum vierten Mal in Folge ist der Saldo für die gewerbliche Wirtschaft gestiegen. Die Unternehmen rechnen mit einer leichten Konjunkturbelebung in den kommenden sechs Monaten. Zu diesen Ergebnissen kommt der Konjunkturbericht für Baden-Württemberg der L-Bank für den Monat August.


Mit den Daten zum Geschäftsklimaindex harmonieren Ergebnisse des ifo-Instituts zur Kreditvergabe in Baden-Württemberg. Nur wenige Unternehmen berichten von einer restriktiven Haltung der Banken bei der Vergabe von Krediten. Im Verarbeitenden Gewerbe trifft dies auf 16 Prozent der Befragten zu, im Großhandel auf 14 Prozent. Im Einzelhandel sinkt die Anzahl der Unternehmen, die über Kreditschwierigkeiten berichten, um sieben Punkte im Vergleich zum Vormonat.

„Die Werte können sich im Bundesvergleich sehen lassen“, sagt Christian Brand, Vorsitzender des Vorstands der L-Bank, Staatsbank für Baden-Württemberg. „Damit sind, was die Kreditversorgung betrifft, die Voraussetzungen für einen Konjunkturaufschwung in Baden-Württemberg besser als im Bundesdurchschnitt.“

Die Autohersteller und die Zulieferer befinden sich im Höhenflug. Nach monatelanger gedämpfter Stimmung ist nun offenbar der Umschwung gelungen. Der Saldo zum Geschäftsklimaindex, der die Urteile zur aktuellen Geschäftslage und zur Entwicklung in den kommenden sechs Monaten umfasst, ist innerhalb eines Monats um 19 auf 25,1 Punkte geklettert. Damit liegt der Saldo im laufenden Jahr auf Rekordniveau. Auch die Erwartungen legen im Auto- und Zulieferersektor stark zu. Der Saldo liegt mit 7,2 Punkten im Jahresvergleich erstmals im positiven Bereich.

Den Optimismus begründet die umsatzstärkste Branche, die in Baden-Württemberg fest verwurzelt ist, mit einer steigenden Inlandsnachfrage. Die Erwartungen an den Export dagegen gehen leicht zurück.

Die Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus im Südwesten zeigen sich ebenfalls optimistisch. Auch in dieser Branche steigt das Stimmungsbarometer auf ein Jahreshoch. Der Saldo zum Geschäftsklimaindex hat sich zum vierten Mal in Folge verbessert und beträgt nun 15,8 Punkte. Zum Vergleich: Der Mittelwert der vergangenen 18 Jahre betrug 3,9 Punkte.

Dazu passt die Umfrage des Verbands der Maschinen- und Anlagenbauer. Der Interessensvertretung zufolge soll die Nachfrage bis Ende 2013 wieder steigen, im ersten Halbjahr sank die Ausfuhr von Maschinen und Anlagen dagegen um 3,2 Prozent. Der Maschinenbau gilt mit 980.000 Mitarbeitern als Deutschlands größter industrieller Arbeitgeber. Die Exportquote liegt bei über 75 Prozent.

Die Unternehmen der Metallerzeugung hegen ebenfalls große Erwartungen an blendende Geschäfte bis Ende 2013. Der Saldo zum Geschäftsklimaindex hat in der Branche ebenfalls ein Rekordniveau erklommen. Dagegen schwächelt das Bauhauptgewerbe leicht. Der Geschäftsklimaindex in diesem Sektor ist gegenüber Juli um 7,6 Punkte zurückgegangen. Der Saldo liegt aber immer noch 28,4 Punkte über dem längerfristigen Durchschnitt.

Schwächere Geschäfte werden in der chemischen Industrie für die kommenden sechs Monate prognostiziert. Der entsprechende Index fällt innerhalb eines Monats um knapp 8 auf 9,3 Punkte.

Der Einzelhandel ist weiterhin das Schlusslicht der Wirtschaft im Südwesten. Immerhin blieb der Saldo zum Geschäftsklima nahezu stabil. Während mehr Firmen mit der aktuellen Geschäftslage zufrieden waren, trübten sich die Geschäftsperspektiven mit über 6 Punkten stärker ein.

(Redaktion)