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Wirtschaft | Mi, 25.07.2012 08:46

Unternehmen rufen Potenzial von Frauen im mittleren Management nicht ab

Über die Hälfte (51 Prozent) der Frauen im mittleren Management deutscher Unternehmen hatte schon einmal das Gefühl, dass ihnen in ihrer Laufbahn ein Karriereschritt verwehrt war, weil sie eine Frau sind. Damit lassen die einheimischen Unternehmen - wissentlich oder unwissentlich - trotz des akuten Führungskräftemangels viel Potenzial ungenutzt liegen. Gleichzeitig geben fast zwei Drittel der Middle-Managerinnen derzeit einen Aufstieg in das Topmanagement als ihr erklärtes Karriereziel aus. Das sind Ergebnisse einer Befragung von Frauen im mittleren Management im Auftrag der Personalberatung Rochus Mummert.


„Die regelmäßig und fast schon reflexhaft erhobene Behauptung, Frauen würden ja gar keine gehobenen Positionen anstreben, entpuppt sich damit als ein klares Vorurteil“, sagt Studienleiter Bernhard Walter, Personalberater bei Rochus Mummert. „Nicht nur, dass zwei Drittel der von uns befragten Managerinnen derzeit einen Aufstieg in die oberste Führungsriege anstreben, die Mehrheit von ihnen möchte dieses Ziel auch bereits innerhalb der nächsten fünf Jahre erreichen“, so Walter weiter.

Mit deutlichem Abstand sind es vor allem drei Beweggründe, die Frauen dazu motivieren, den Sprung in das Topmanagement ihres oder eines neuen Arbeitgebers anzupeilen. Ganz oben rangiert mit 72 Prozent Zustimmung der Wunsch, die fachlichen Fähigkeiten besser auszuschöpfen. Dahinter rangieren die Lust auf mehr berufliche Verantwortung (67 Prozent) sowie der Aspekt, künftig mehr Geld verdienen zu wollen (64 Prozent).

Wie gefährlich es für Unternehmen gerade in Zeiten des Führungskräftemangels sein kann, ihre motivierten Managerinnen beim beruflichen Aufstieg nicht zu unterstützen, hat die Rochus-Mummert-Studie ebenfalls untersucht. Ergebnis: Jede fünfte Frau im mittleren Management plant innerhalb der nächsten zwölf Monate einen Arbeitgeberwechsel. „Fehlende Aufstiegsmöglichkeiten und schlechte Bezahlung gehören zu den wichtigsten Gründen, sich nach einer neuen Stelle umzusehen“, sagt Personalberater Walter. „Zeit also, mit alten Vorurteilen aufzuräumen und den Karrierewillen der Managerinnen als klassische Win-win-Situation ernst zu nehmen.“

(Redaktion)