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Wirtschaft | Mi, 22.12.2010 08:21

Unternehmen schöpfen Potenzial von Social Media als Marketinginstrument nicht aus

Mehr als ein Viertel der Unternehmen in Deutschland bieten ihren Kunden mittlerweile die Möglichkeit, ihre Produkte und Dienstleistungen auf der firmeneigenen Homepage zu bewerten oder verschaffen sich ein aktuelles Bild über ihr Unternehmens- oder Produktimage, indem sie Informationen über sich im Internet auswerten. Gegenüber anderen Werbekanälen im Internet zeigen sich die Unternehmen dagegen noch auffallend zurückhaltend.


So führen nur sieben Prozent von ihnen einen eigenen Blog und nur sechs Prozent präsentieren sich mit einem eigenen Profil in sozialen Online-Netzwerken. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle repräsentative Befragung, die das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) bei Unternehmen mit mindestens fünf Beschäftigten im verarbeitenden Gewerbe und in ausgewählten Dienstleistungsbranchen in Deutschland durchgeführt hat. Insgesamt wurden 4.400 Unternehmen befragt.

Das Internet eröffnet den Unternehmen die Möglichkeit, Anregungen ihrer Kunden schnell und unmittelbar zu erfassen, und trägt so zur Verbesserung von Produkten und Dienstleistungen bei. Bereits 27 Prozent der Unternehmen bieten daher ihren Kunden an, ihre Produkte und Dienstleistungen auf der firmeneigenen Homepage zu bewerten. Etwa eben so viele Unternehmen suchen im Internet aber auch systematisch nach benutzergeneriertem Inhalt über die eigenen Produkte und Dienstleistungen oder über das Unternehmen selbst und verschaffen sich auf diesem Wege ein aktuelles Bild über ihr Unternehmens- oder Produktimage. Um Kundenpräferenzen gezielt anzusprechen, schalten 23 Prozent der Unternehmen profil- oder suchspezifische Anzeigen in sozialen Online-Netzwerken oder auf Suchmaschinen. Nur vereinzelt wagen Unternehmen dagegen den individuellen Auftritt und führen einen eigenen Blog (sieben Prozent) oder präsentieren sich gar mit einem eigenen Profil in sozialen Online-Netzwerken (sechs Prozent).

Anscheinend sind sich viele Unternehmen noch nicht schlüssig, ob und wie sie diese Instrumente einsetzen sollen. "Die pro-aktive Nutzung sozialer Medien für Marketingzwecke kann zu mehr Kundennähe und zur Imagepflege und somit zu einem besseren Unternehmenserfolg beitragen", sagt Dr. Irene Bertschek, Leiterin der Forschungsgruppe Informations- und Kommunikationstechnologien am ZEW. Allerdings dürften viele Unternehmen auch die Risiken scheuen, die mit einer ständigen Exponiertheit im Social Web verbunden sind. Denn mindestens so schnell wie sich gute Bewertungen und Nachrichten verbreiten, tun es auch schlechte. Ein Auftritt in sozialen Online-Netzwerken oder ein Unternehmensblog bieten natürlich auch eine Plattform und Angriffsfläche für Kritik und Diskussionen, die einer breiten Öffentlichkeit zugänglich sind und dem Unternehmensimage schaden können.

(Redaktion)