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Wirtschaft | Fr, 27.05.2011 10:01

Unternehmen und IHKs gründen „Logistik-Cluster Schwaben“

33 Unternehmer aus den IHK-Regionen Schwaben und Ulm und die beiden Kammern haben am Dienstag, 24.05.2011, einen „Logistik-Cluster Schwaben“ (LCS) gegründet. Das Ziel dieser Initiative ist es, Unternehmen der Logistik-Branche, produzierende Industrie, Handel, Wissenschaft, Kommunen und Politik an einen Tisch zu bringen. Gleichzeitig sollen gemeinsame Aktivitäten von der Fachkräftesicherung über Infrastruktur-Fragen bis zur Forschung gestartet werden.


Ausgangspunkt der Bemühungen von anfänglich neun Unternehmern aus den Verkehrs- und Logistikausschüssen beider IHKs war eine Studie von Fraunhofer SCS (Supply Chain Services; 2009/10), die die „Region Schwaben“ über die Landesgrenze hinweg zu den 18 „Top-Logistik-Regionen“ in Deutschland zählt. Überdurchschnittlich viele Menschen sind in Schwaben bereits in der Logistik oder in Logistik-Bereichen z.B. der produzierenden Industrie tätig; zugleich wächst die Beschäftigung in diesem Bereich überproportional.

„Unser erster Schritt wird es nun sein, auf Unis und Hochschulen, Kommunen und Wirtschaftsförderer zuzugehen und sie einzubinden“, kündigten die beiden Vorsitzenden des Clusters, Alfred Kolb (Gersthofen) und Harald Seifert (Ulm) unmittelbar nach der Gründung an. „Der Cluster lebt davon, dass viele verschiedene Partner mit unterschiedlichem Blickwinkel dabei sind. Deshalb ist der Cluster kein Branchen-Verein. Wir wollen deutlich machen, dass Logistik eine Querschnittsfunktion für die gesamte Volkswirtschaft ist.“

Mit dem ersten öffentlichen Auftritt will der Cluster am 19. Juli einen „Logistik-Atlas Schwaben“ präsentieren, der von Fraunhofer SCS erstellt wird. Er soll eine Bestandsaufnahme der Logistik – von Unternehmen bis zur Wissenschaft – in der Region liefern, Entwicklungsmöglichkeiten und künftige Herausforderungen aufzeigen. „Ziel ist es, auch mit diesem Instrument wahrnehmbar und der Öffentlichkeit bewusst zu machen, dass Schwaben eine Top-Logistik-Region ist“, betonen Kolb und Seifert. Aus dem „versteckten Champion“ („hidden champion“), von dem Fraunhofer SCS spricht, soll ein „sichtbarer Champion“ werden.

Dies wiederum stärke auch den Produktionsstandort, weil Produktion bzw. Handel und funktionierende Logistik aufeinander angewiesen seien. Auch vor diesem Hintergrund ist es den Initiatoren wichtig, dass sowohl große, überregional bekannte Unternehmen wie auch Mittelständler zum Gründungskreis des Clusters gehören.

Der Logistik-Cluster Schwaben ist ein weiterer Baustein in den Netzwerken von Unternehmen, Forschung und Kommunen in den beiden IHK-Regionen; es ist nach dem Cluster Nutzfahrzeuge Schwaben die zweite grenzüberschreitende Organisation dieser Art. „Die Cluster zeigen, wo die Stärken der Region liegen, und sie schärfen das Profil der Region als Wirtschaftsstandort“, erklärte IHK-Hauptgeschäftsführer Otto Sälzle (Ulm). Ähnliche Cluster gibt es für Mechatronik (landesweites Cluster in Bayern), für Verbundfaserstoffe sowie für Nutzfahrzeuge und für Biotechnologie (Ulm).

„Die Bildung eines Logistik-Clusters ist Teil unserer Sieben-Brücken-Strategie zum Erfolg des Wirtschaftsstandorts Schwaben“, erklärte IHK-Hauptgeschäftsführer Peter Saalfrank (Schwaben), der geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Clusters ist. „Ein leistungsfähiger Dienstleistungssektor – einschließlich Logistik – ist eine wichtige Voraussetzung für effiziente Arbeitsteilung sowie für die überregionale Bedeutung des Produktionsstandortes.“ Der Logistik-Cluster finanziert sich aus Mitgliedsbeiträgen der Unternehmen sowie der beiden IHKs, die überdies für die ersten drei Jahre eine Anschubfinanzierung leisten.

(Redaktion)