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Wirtschaft | Do, 08.10.2009 09:53

Unternehmensinsolvenzen in Baden-Württemberg nehmen zu

Im ersten Halbjahr 2009 wurden bei den Amtsgerichten in Baden-Württemberg nach Feststellung des Statistischen Landesamtes mit 1 368 Unternehmensinsolvenzen 281 Verfahren oder 26 Prozent mehr entschieden als in den ersten sechs Monaten des Vorjahrs.


Betrachtet man die Zahl der Insolvenzen nach Kreisen, so kam es im Stadtkreis Stuttgart mit 81 Verfahren und im Kreis Esslingen mit 79 Verfahren am häufigsten zur Insolvenzanmeldung. Es folgen der Ortenaukreis (73 Verfahren) und Ludwigsburg (69 Verfahren). Außerdem hatten die Kreise Rhein-Neckar, Landkreis Göppingen, der Rems-Murr-Kreis und der Ostalb-Kreis einen Anteil an den Unternehmensinsolvenzen des Landes zwischen 5 und 4 Prozent.

Weitaus seltener zur Konkursanmeldung kam es dagegen in Ravensburg mit 12 Verfahren, Waldshut und Ulm mit jeweils 11 Verfahren sowie Biberach mit 10 Verfahren. Am seltensten zur Unternehmerinsolvenz kam es jedoch im Alb-Donau-Kreis mit nur 6 Verfahren, im Hohenlohekreis mit nur 7 Verfahren sowie im Stadtkreis Baden-Baden und im Kreis Tuttlingen mit jeweils 9 Verfahren.

Beachtliche absolute Zunahmen im ersten Halbjahr 2009 errechnen sich für den Stadtkreis Stuttgart (+31 Verfahren), die Landkreise Göppingen (+28 Verfahren), Karlsruhe (+26 Verfahren), Ostalbkreis (+19 Verfahren), Esslingen (+18 Verfahren), Ludwigsburg (+17 Verfahren), den Stadtkreis Pforzheim (+16 Verfahren) sowie den Main-Tauber-Kreis (+12 Verfahren).

 

Eine höhere Aussagekraft bei regionalen Vergleichen hat die sogenannte Insolvenzhäufigkeit. Sie besagt, wie viel Insolvenzverfahren auf 1 000 niedergelassene Unternehmen kommen, wobei die Zahl der Umsatzsteuerpflichtigen als Indikator für die jeweils niedergelassenen Unternehmen gewählt wurde. Die niedrigste Insolvenzhäufigkeit errechnet sich für die Kreise Alb-Donau, Ravensburg und Biberach. Am höchsten war die Insolvenzhäufigkeit im Landkreis Göppingen, gefolgt vom Neckar-Odenwald-Kreis, Stadtkreis Pforzheim. Knapp darunter liegen der Ostalbkreis, der Main-Tauber-Kreis und der Kreis Heidenheim. Der Landesdurchschnitt liegt bei 3,2 Insolvenzverfahren je 1 000 Unternehmen.

Von den Unternehmenszusammenbrüchen in Baden-Württemberg waren insgesamt 12 795 Beschäftigte unmittelbar betroffen. Die höchste Anzahl der betroffenen Beschäftigten wiesen die Insolvenzen der Unternehmen des Rhein-Neckar-Kreises (1 302 Personen), des Landkreises Göppingen (1 135 Personen), des Landkreises Konstanz (988 Personen), des Ortenaukreis (960 Personen) auf. Eine beachtliche Auswirkung hatten aber auch die Insolvenzen im Landkreis Waldshut (642 Personen), im Landkreis Ludwigsburg (604 Personen) und im Schwarzwald-Baar-Kreis (590 Beschäftigte).

Nur relativ wenige Beschäftigte wurden im Stadtkreis Freiburg-Breisgau (19) und in den Landkreise Biberach (27), Hohenlohe (32) sowie im Stadtkreis Baden-Baden (34) von den Unternehmensinsolvenzen betroffen. Bei der Beurteilung des Einflusses der Insolvenzen auf den Arbeitsmarkt ist zu beachten, dass Unternehmen mehrere Betriebsstätten haben können, die auch in anderen Kreisen liegen können.

(Stat. Landesamt)