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Marketing & Personal | Di, 29.03.2011 11:10

Unternehmenskultur lernförderlich gestalten: Hohen Wert von Sicherheit und Gesundheit anerkennen

Unternehmen stehen vor der Herausforderung, zunehmend belastete und älter werdende Belegschaften gesund und leistungsfähig zu erhalten. Neben Aspekten der Arbeitsgestaltung bestimmt die Unternehmenskultur entscheidend mit, ob vorhandene Gesundheitskompetenzen der Beschäftigten zum Tragen kommen und weiterentwickelt werden.


Der jetzt von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) veröffentlichte Bericht "Gestaltung von lernförderlichen Unternehmenskulturen zu Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit" identifiziert Rahmenbedingungen für das betriebliche Gesundheitsmanagement. Beim lebenslangen Lernen für Sicherheit und Gesundheit spielen demnach Faktoren wie Führungsverhalten, Kommunikation, Beteiligung, der Umgang mit Fehlern und die Identifikation mit dem Unternehmen eine bedeutende Rolle.

Nicht nur die Beschäftigten müssen Kompetenzen entwickeln, die ihnen einen bewussten Umgang mit ihrer Beschäftigungsfähigkeit ermöglichen. Auch die Unternehmen, die ihre Beschäftigten bei dieser Entwicklung unterstützen und fördern, müssen sich verändern. Dazu stellt der Bericht die theoretischen Grundlagen für lern- und gesundheitsförderliche Unternehmenskulturen vor. Sie beruhen auf Ergebnissen einer Literaturanalyse, von Workshops, Experteninterviews und einer Befragung.

Aus den Ergebnissen lassen sich Handlungsbedarfe für unterschiedliche Bereiche ableiten. So zielt beispielsweise das betriebliche Gesundheitsmanagement im verarbeitenden Gewerbe vorrangig auf die "Gesunderhaltung" ab, während im Dienstleistungsbereich die "Werteorientierung" im Vordergrund steht. Maßnahmen im verarbeitenden Gewerbe wollen eher Gefahren und Risiken verringern. Hingegen arbeitet die Gesundheitsförderung im Dienstleistungsbereich mit Werten des Unternehmens und will die individuellen Ressourcen stärken.

Insgesamt wird aber deutlich, dass Lernprozesse zu Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit einer stärkeren Beachtung und Reflektion bedürfen. Zudem liegt es nahe, Angebote auf die jeweilige Zielgruppe anzupassen. Hierbei ist auch darauf zu achten, dass keine sozialen Ungleichheiten entstehen. Zudem weisen die Autoren darauf hin, dass insbesondere dem informellen Lernen zu Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit mehr Aufmerksamkeit entgegengebracht werden sollte. Zentrale Rollen bei der Kulturentwicklung und der Entwicklung von Gesundheitskompetenz spielen auch das Führungsverhalten und die Partizipation der Mitarbeiter.

Die Ergebnisse können eingesetzt werden, um Unternehmen bei der Einführung einer lernorientierten Gesundheitskultur und gesundheitsförderlicher Arbeitsbedingungen zu unterstützen. Der Bericht stellt Leitlinien und Handlungsempfehlungen vor, um diese Prozesse zu planen, zu gestalten und zu implementieren.

"Gestaltung von lernförderlichen Unternehmenskulturen zu Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit.", Barbara Hinding, Michael Kastner, Dortmund, Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin 2011, 154 Seiten, PDF-Datei.

Der Bericht kann kostenlos im Bereich Publikationen des Internetangebots der BAuA unter www.baua.de/de/Publikationen/Fachbeitraege/F2188.html heruntergeladen werden.

(Redaktion/BAuA)