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Unternehmensnachfolge | Mo, 10.06.2013 13:07

Unternehmensnachfolge und Notfallvorsorge

Von: Andreas Dufner

Als verantwortungsbewusste/r Unternehmer/in sollte man sich frühzeitig mit dem Thema Unternehmensnachfolge und der dazugehörenden Notfallvorsorge beschäftigen. Die Notfallvorsorge ist, unabhängig vom Alter, ein absolutes Muss für jede/n Unternehmer/in. Diese stellt sicher, dass der Betrieb bei plötzlichen und nicht vorhersehbaren Ereignissen, wie zum Beispiel bei Unfällen, schweren Erkrankungen oder im Todesfall, weiterlaufen kann.


Den meisten Menschen ist es unangenehm, sich mit so schwierigen Themen wie die Abgabe von Macht und Einfluss oder gar mit dem eigenen Ableben zu beschäftigen. Sie können aber auch sicher sein, dass man insgesamt gesehen deutlich besser schlafen kann, wenn die Notfallvorsorge (die hoffentlich niemals benötigt wird), persönliche Verfügungen und insbesondere auch die Unternehmensnachfolge vernünftig geregelt sind.

Bei der Unternehmensnachfolge handelt es sich um einen langwierigen Prozess, der für alle Beteiligten eine besondere Herausforderung darstellt. Neben den persönlichen Vorstellungen haben hierauf vor allem die betriebswirtschaftlichen Fakten, zwischenmenschliche Beziehungen, personelle Entscheidungen, rechtliche Rahmenbedingungen und steuerliche Aspekte einen maßgeblichen Einfluss.

Individuelle Zielsetzungen und Überlegungen der Unternehmerin / des Unternehmers, wie der Erhalt des Lebenswerkes, der Generationswechsel, die persönliche Entlastung, die Beendigung der Unternehmerhaftung, der Verkauf mit Gewinn und / oder ein Beitrag zur Altersvorsorge stehen hierbei in der Regel im Vordergrund. Dabei müssen die ersten beiden Fragen eigentlich immer lauten:

  • Ist mein Unternehmen gut aufgestellt?
  • Ist es auch in der Zukunft überlebensfähig?

Erst, wenn diese Fragen grundsätzlich bejaht werden können, kann man darüber nachdenken, ob das Unternehmen innerhalb der Familie und wenn ja an wen (aber bitte ohne übermäßige und Existenz bedrohende Verpflichtungen gegenüber Dritten) übertragen werden kann. Gibt es hier keine geeigneten Nachfolger, kommt eine Übergabe an Mitarbeiter oder an Betriebsfremde in Frage. Dabei kann es sich um einen Kollegenbetrieb, Lieferanten, Kunden, Wettbewerber oder sonstigen Investor handeln. Scheiden diese ebenfalls aus, kann der Betrieb auch zu einem bestimmten Termin aufgegeben (liquidiert) und abgemeldet werden.

Ein weiterer, wichtiger Aspekt ist die persönliche Altersvorsorge. Hier muss sichergestellt sein, dass diese ausreichend konzipiert, termingerecht und letztendlich auch in voller Höhe zur Verfügung steht. Zudem sollte man sich rechtzeitig Gedanken über die Zeit nach der Übergabe machen. Hier muss eine reizvolle und oftmals vollkommen neue Lebensperspektive aufgebaut werden. Nach vielen Jahren des Handelns und Bestimmens ist es nun an der Zeit, den wohlverdienten Ruhestand zu genießen.

Damit all dies möglichst reibungslos vonstatten geht sowie gut koordiniert und erfolgreich umgesetzt werden kann, scheuen Sie sich nicht, bereits frühzeitig kompetente und erfahrende Berater hinzuzuziehen.

Zum Autor: Andreas Dufner ist Geschäftsführer des IBF-Instituts für Betriebsführung AG (www.ibf.de) und berät Kunden zu Themen im Bereich Finanzierung.