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Wirtschaft | Mo, 04.04.2011 08:04

VDE-Studie: Beste Berufsaussichten für Absolventen der Elektro- und Informationstechnik

Vier von fünf Hochschulabsolventen der Elektro- und Informationstechnik benötigen weniger als zehn Bewerbungsschreiben bis zum Berufsstart. Frauen sind dabei häufig erfolgreicher als ihre männlichen Kollegen.


Während rund 60 Prozent der Elektroingenieure dem Privaten vor dem Beruflichen Vorrang gibt und beides strikt voneinander trennen will, ist dies bei lediglich 40 Prozent der Elektroingenieurinnen so. Trotzdem sind Elektroingenieurinnen der Auffassung, dass ihre Arbeit weniger Anerkennung findet und ihnen Führungspositionen vorenthalten werden. Die überwiegende Mehrheit der Männer bestreitet dies, ist aber gleichzeitig der Meinung, dass Frauen nicht die gleichen Aufstiegschancen haben. Acht Prozent der befragten weiblichen Young Professionals haben derzeit schon Personalverantwortung, bei den Männern sind es 15 Prozent. Dies belegt eine Umfrage, in der der VDE die Einschätzungen und Erwartungen junger Expertinnen und Experten der Ingenieurwissenschaften abgefragt hat. Über 700 Young Professionals der Elektro- und Informationstechnik nahmen daran teil.

90 Prozent der VDE-Mitgliedsunternehmen befürchten, dass Unternehmen ihren Bedarf an Ingenieuren in Zukunft nicht ausreichend decken können. Den etwa 8.500 Absolventen der Elektro- und Informationstechnik im vergangenen Jahr steht nach VDE-Schätzungen etwa ein Bedarf von 12.000 Elektroingenieuren gegenüber. Hinzu kommt, dass der Ausländeranteil in der Elektrotechnik mit 17 Prozent an den Fachhochschulen und 30 Prozent an den Universitäten relativ hoch ist. Viele ausländische Absolventen kehren in ihre Heimatländer zurück. Das vermehrte Ausscheiden älterer Ingenieure und weniger Schulabgänger wird die Ingenieurlücke weiter verschärfen.

Vier von zehn Young Professionals glauben, dass Ingenieure, die sich aus privaten Gründen zwei bis drei Jahre aus dem Beruf zurückziehen, sich danach nicht mehr im Ingenieurberuf zurechtfinden. Dass die Arbeit eines Ingenieurs zumindest partiell durch ständige Verfügbarkeit, häufige Überstunden und Wochenendarbeit geprägt ist, glaubt jeder Zweite. Deshalb wundert es auch nicht, dass über 30 Prozent der Young Professionals davon ausgehen, dass die Ausübung des Ingenieurberufs einerseits und Teilzeitarbeit beziehungsweise Auszeiten andererseits zueinander im Widerspruch stehen und sie ihr Privat- beziehungsweise Familienleben einschränken müssen, um beruflich voranzukommen. Rund 20 Prozent geben an, dass sie derzeit auch persönlich ihre sozialen beziehungsweise familiären Bedürfnisse nicht mit den Pflichten eines Ingenieurs in Einklang bringen können.

Während sich Frauen zu etwa zwei Dritteln und Männer zu 50 Prozent wünschen, Haushalt und Betreuung nach der Geburt eines Kindes aufzuteilen, realisiert sich diese Erwartung für nur 60 Prozent der Frauen und 40 Prozent der Männer. Ähnlich sind die Ergebnisse auch in Bezug auf die Auszeit, die sich vor der Geburt eines Kindes über 40 Prozent der Männer und Frauen wünschen: Tatsächlich haben sich mehr als 60 Prozent der Frauen und lediglich 38 Prozent der Männer diese Auszeit auch wirklich genommen. Gut die Hälfte der Befragten ist skeptisch, ob sie ihre beruflichen Aufgaben an die Bedürfnisse des Kindes anpassen können. Vor allem Frauen wünschen sich mehr Unterstützung von Seiten des Arbeitgebers, um Familie und Beruf besser miteinander verbinden zu können. "Damit steigt die Gefahr, dass ein Teil des Potentials von Frauen in MINT-Berufen ungenutzt bleibt", so VDE-Vorstandsvorsitzender Dr.-Ing. Hans Heinz Zimmer.

(Redaktion)