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Wirtschaft | Mo, 14.05.2012 08:18

Verbraucherpreise steigen weiter - Inflationsrate seit 15 Monaten über der Zwei-Prozent-Marke

Die Verbraucherpreise in Deutschland lagen im April 2012 um 2,1 % höher als im April 2011. Bereits seit Februar 2011 liegt damit die Inflationsrate über der Zwei-Prozent-Marke. Im März 2012 hatte die Inflationsrate - gemessen am Verbraucherpreisindex - ebenfalls bei 2,1 % gelegen. Im Vergleich zum Vormonat März 2012 erhöhte sich der Verbraucherpreisindex im April 2012 um 0,2 %. Dies teilt das Statistische Bundesamt mit.


Im April 2012 wurde die Inflationsrate wie in den Vormonaten maßgeblich durch die Preisentwicklung bei Energie bestimmt (+ 5,8 % gegenüber April 2011). Die Preise für Kraftstoffe stiegen binnen Jahresfrist um 6,3 % und erreichten damit einen neuen Höchststand. Die Preiserhöhungen bei den einzelnen Kraftstoffsorten fielen jedoch unterschiedlich aus (Superbenzin: + 7,0 %; Dieselkraftstoff: + 4,5 %). Deutlich teurer gegenüber dem Vorjahr waren im April 2012 auch die Produkte der Haushaltsenergie (+ 5,5 %; darunter Umlagen für Zentralheizung und Fernwärme: + 10,5 %; Gas: + 6,7 %; leichtes Heizöl: + 5,6 %). Ohne Berücksichtigung der Preisentwicklung bei Energie hätte die Inflationsrate im April 2012 bei + 1,5 % gelegen.

Die Preise für Nahrungsmittel lagen im April 2012 mit + 3,0 % deutlich über dem Vorjahresniveau. Binnen Jahresfrist wurden vor allem Fleisch und Fleischwaren (+ 5,9 %; darunter Lammfleisch: + 12,2 %; Fleischwurst: + 8,8 %) teurer. Auch für Süßwaren (+ 4,7 %; darunter Zucker: + 22,0 %; Schokoladenriegel: + 4,7 %), für Fisch und Fischwaren sowie für Brot und Getreideerzeugnisse mussten die Konsumenten deutlich mehr zahlen (jeweils: + 4,3 %). Günstiger waren im Jahresvergleich dagegen Gemüse (- 1,9 %; darunter Kartoffeln: - 20,1 %). Die Preisentwicklung bei Speisefetten und Speiseölen (- 0,8 %) war im Wesentlichen auf die seit November 2011 beobachteten Preisrückgänge bei Butter zurückzuführen. Butter war im April 2012 um 11,6 % billiger als im April 2011.

Die Preise für Waren insgesamt erhöhten sich im Vergleich zum April 2011 überdurchschnittlich um 3,1 %. Am stärksten stiegen die Preise für Verbrauchsgüter mit + 3,9 %. Neben Energieprodukten und Nahrungsmitteln verteuerten sich auch alkoholfreie Getränke (+ 3,0 %; darunter Kaffee: + 5,4 %) und Tabakwaren (+ 6,4 %), letztere in Folge der Tabaksteuererhöhungen zum Mai 2011 und zum Januar 2012. Die Preise für Gebrauchsgüter mit mittlerer Lebensdauer lagen um 2,3 % über dem Vorjahresniveau (zum Beispiel Bekleidungsartikel: + 3,8 %). Die Preise für langlebige Gebrauchsgüter blieben im gleichen Zeitraum fast unverändert (+ 0,1 %).

Dienstleistungen verteuerten sich binnen Jahresfrist mit + 1,0 % unterdurchschnittlich. Die Preisentwicklung bei den darin enthaltenen Nettomieten blieb weiterhin moderat (+ 1,1 %). Daneben gab es aber auch deutliche Preiserhöhungen (zum Beispiel Flugtickets: + 11,7 %; Pauschalreisen: + 4,4 %). Preisrückgänge gegenüber April 2011 gab es dagegen beispielsweise bei der Nachrichtenübermittlung (- 1,4 %) und im Bildungswesen (- 16,0 %). Der starke Preisrückgang im Bildungswesen ist insbesondere auf die Abschaffung der Studiengebühren an staatlichen Hochschulen in Nordrhein-Westfalen im Oktober 2011 und in Baden-Württemberg im April 2012 zurückzuführen.

Veränderung im April 2012 gegenüber dem Vormonat März 2012

Im Vergleich zum März 2012 erhöhte sich der Verbraucherpreisindex im April 2012 um 0,2 %. Energie verteuerte sich im Vergleich zum Vormonat insgesamt um 0,4 %. Während die Preise für Kraftstoffe binnen Monatsfrist erneut anzogen (+ 1,2 %), waren die Preise für leichtes Heizöl im gleichen Zeitraum rückläufig (- 1,9 %).

Die Preise für Nahrungsmittel waren gegenüber dem Vormonat leicht rückläufig (- 0,1 %). Auffällig war neben saisonalen Preisschwankungen bei Obst (+ 4,5 %; darunter Weintrauben: + 16,7 %) und Gemüse (- 4,3 %; darunter Gurken: - 29,4 %; Kopf- und Eisbergsalat: - 23,6 %) auch der erneute Preisrückgang bei Butter (- 2,7 % gegenüber März 2012).

(Redaktion)