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Wirtschaft | Do, 23.09.2010 11:15

Verdienste steigen im Südwesten wieder stärker - Verdienstindex hat im 2. Quartal 2010 um 4,5 Prozent zugelegt

Die Bruttomonatsverdienste sind 2009 durch die wirtschaftliche Abkühlung, die auf das Boomjahr 2008 folgte, deutlich gesunken. Vor allem die große Zahl der von Kurzarbeit betroffenen Arbeitnehmer in Baden-Württemberg führte nach Angaben des Statistischen Landesamtes zu einem Rückgang der durchschnittlichen Monatsverdienste. (Was allerdings durch das Kurzarbeitergeld zumindest teilweise kompensiert wurde.) Durch die nunmehr wieder anziehende Konjunktur und den damit verbunden deutlichen Rückgang der Kurzarbeit stiegen die Bruttomonatsverdienste in den ersten beiden Quartalen dieses Jahres deutlich an.


Der Index der durchschnittlichen Bruttomonatsverdienste der vollzeitbeschäftigten Arbeitnehmer nahm im ersten Quartal 2010 verglichen mit dem Vorjahresquartal noch um 1,6 Prozent zu, während der Zuwachs im 2. Quartal mit 4,5 Prozent deutlich höher ausfiel. Dieser relativ hohe Zuwachs im Frühjahr kommt nicht überraschend, da das 2. Quartal 2009 den Höhepunkt der Kurzarbeit markierte.

Der wirtschaftliche Einbruch des vergangenen Jahres hat vor allem das Produzierende Gewerbe getroffen. Dies ist auch aus der Entwicklung des Verdienstindex abzulesen. Während der Dienstleistungssektor im 2. Quartal 2009 auch in der Krise mit einem Plus von 2,2 Prozent eine positive Verdienstentwicklung zu verzeichnen hatte, ging der Verdienstindex im Produzierenden Gewerbe um mehr als 6 Prozent zurück. Mit der Erholung der Konjunktur steigt auch der Verdienstindex im Produzierenden Gewerbe wieder steil an. Im 2. Quartal 2010 erhöhte sich der Verdienstindex im Produzierenden Gewerbe um knapp 7 Prozent, während dieser Indikator im Dienstleistungsbereich um nicht ganz 2 Prozent zulegte. Trotz dieser positiven Entwicklung im Produzierenden Gewerbe erreichte hier das Verdienstniveau im 2. Quartal 2010 gemessen am Indexwert etwa den Wert von 2008.

Für den Verdienstindex in der Gesamtwirtschaft wird neben der nominalen Entwicklung auch eine reale Variante, der so genannte Reallohnindex, berechnet. Der Reallohnindex berücksichtigt auch die Entwicklung der Verbraucherpreise, so dass die reine Verdienstentwicklung ohne Kaufkraftverlust ermittelt werden kann. Der Reallohnindex ist im 2. Quartal 2010 verglichen mit dem entsprechenden Vorjahreszeitraum um 3,1 Prozent angestiegen. Im ersten Quartal lag der Anstieg noch bei 0,5 Prozent. Der im 2. Quartal deutlich gestiegene Reallohnindex ist auch eine Folge der relativ moderaten Preissteigungsrate, die nur etwas mehr als ein 1 Prozent betrug.

(Redaktion/Stat. LA)