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Wirtschaft | Mo, 18.11.2013 14:03

Viele Arbeitnehmer würden für zeitliche Freiräume auf Geld verzichten

43 Prozent der Arbeitnehmer in Deutschland können es sich vorstellen, in Teilzeit zu arbeiten und dafür auf Geld zu verzichten. Unter den Führungskräften wäre fast jeder Dritte dazu bereit, für mehr zeitlichen Freiraum finanzielle Abstriche in Kauf zu nehmen. Bei vielen Unternehmen stoßen diese Wünsche aber noch auf wenig Gehör. Das sind Ergebnisse einer Umfrage der Personalberatung Rochus Mummert.


„Alternativ zu meist sehr aufwendigen Arbeitgeber-Image-Kampagnen haben die Unternehmen mit der Flexibilisierung von Arbeitszeiten also einen großen Hebel, um Fach- und Führungskräfte für sich zu begeistern“, sagt Torsten Alfes, Managing Partner von Rochus Mummert Management Search. „Zudem bestätigt unsere Umfrage die tägliche Erfahrung in der Praxis, dass der Wunsch nach Selbstverwirklichung sowie besserer Übereinkunft von Familie und Beruf vor allem unter den etablierten und karriereorientierten Mitarbeitern signifikant steigt.“

Im schon seit Jahren beklagten "War for Talents" nutzen die Unternehmen den mächtigen Hebel Individualisierung und Flexibilisierung von Arbeitszeit und Arbeitsort aber nach wie vor zu wenig, um Leistungsträger zu rekrutieren und an das Unternehmen zu binden. So gibt es bisher nur in wenigen Unternehmen überhaupt Führungskräfte in Teilzeit, die in ihrem Betrieb zudem meist Ausnahmefälle sind. Außerdem nutzen laut Rochus-Mummert-Umfrage in fast zwei Drittel der Unternehmen vor allem Frauen die aktuellen Teilzeitangebote.

„Unternehmen, die beim Thema Teilzeit so 'klassisch' aufgestellt sind, erreichen viele hochqualifizierte Fach- und Führungskräfte nicht mehr“, warnt Personalberater Alfes und rät dringend dazu, Teilzeit nicht immer nur "von unten" zu denken. „Zumal in diesen Firmen auch benachbarte Themen wie Home Office, flexible Arbeitszeiten oder Karrierepfade außerhalb bekannter Hierarchien meist nicht sehr hoch im Kurs stehen“, so Alfes weiter.

Um das klassische Bild von der Führungskraft, die jeden Werktag im Betrieb sein muss, aufzubrechen, bedarf es sichtbarer Vorbilder. Gerade in den oberen Führungsetagen werden Themen wie Work-Life-Balance oder Flexibilisierung allerdings immer noch mehrheitlich negativ goutiert. „Es gibt aber erste Anzeichen, dass mit dem Generations- auch ein Mentalitätswandel einhergeht“, hat Rochus-Mummert-Partner Alfes beobachtet. „So halten es bereits mehr als 40 Prozent der befragten Führungskräfte generell für möglich, ihre jetzige Position auch in Teilzeit zu meistern.“

(Redaktion)