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Wirtschaft | Do, 17.06.2010 11:02

Vom Spätzle-Shaker bis zum Elektro-Motorroller: Wirtschaftsminister Pfister stellt mit Mittelständlern Ergebnisse der Innovationsgutscheine vor

Baden-Württemberg ist das erste Bundesland, das seit Frühjahr 2008 Innovationsgutscheine an kleine und mittlere Unternehmen ausgibt. In den ersten zwei Jahren haben bereits 960 Unternehmen Fördermittel in Höhe von jeweils bis zu 7.500 Euro erhalten, um sich damit Unterstützung am nationalen und internationalen Forschungsmarkt einzukaufen.


„Was sich hinter diesen nackten Zahlen verbirgt, wird erst deutlich, wenn man die schönen Produkte sieht, die mithilfe der Innovationsgutscheine realisiert wurden“, betonte Baden-Württembergs Wirtschaftsminister Ernst Pfister heute in Stuttgart bei der Vorstellung einer kleinen Auswahl von Projekten, die über die Innovationsgutscheine gefördert wurden. „Die Palette reicht vom appetitanregenden Spätzle-Shaker über den zukunftsweisenden Elektro-Motorroller bis hin zur Serviettenfaltmaschine und der Gastro-Oil-Bar für überlastete Restaurantfachkräfte. Vom Retina-Implantat oder chirurgischen Instrumenten mit innovativem Schiebeschaft für Mediziner über die Leichtbauplatte aus Massivholz bis hin zum edlen Ablagesystem aus Edelstahl für das designbewusste Büro. Vom Laufband für Pferde bis hin zur Auflockerungsmatte für Silos.“

Die ersten Innovationsgutscheine wurden im Mai 2008 ausgegeben. Nach Angaben des Ministers ist seither die Resonanz auf die Innovationsgutscheine deutlich angestiegen: Pfister: „Und die Antragsqualität stimmt. In den ersten zwei Jahren sind über 1285 Anträge auf Innovationsgutscheine eingegangen. Davon haben bereits 960 Unternehmen einen Gutschein erhalten. Rund 85 Prozent der formal einwandfreien Anträge wurden bislang positiv beschieden. Das zunächst für zwei Jahre geplante Modellvorhaben wird aufgrund dieser positiven Zwischenergebnisse auch in den Jahren 2010 und 2011 fortgeführt.“ Bei erfolgreichem Abschluss des Modellvorhabens soll das Instrument der Innovationsgutscheine im Rahmen eines Förderprogramms längerfristig in der Mittelstandsförderung des Landes verankert werden.

Zum Zuge kommen ausschließlich kleine und mittlere Unternehmen mit bis zu 100 Beschäftigten und höchstens 20 Millionen Euro Umsatz bzw. Bilanzsumme. Das Modellvorhaben wird vom Institut für Mittelstandsforschung (ifm) der Universität Mannheim und vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung wissenschaftlich begleitet, um die Optimierung von Informations-, Beratungs- und Verwaltungsprozessen bereits in der Pilotphase zu gewährleisten. Wie Professor Dr. Michael Woywode vom ifm betonte, zeigen die aktuellen Ergebnisse der Begleitforschung, dass das Modellvorhaben Innovationsgutscheine die richtige Zielgruppe trifft. „Rund 70 Prozent der Anträge wurden von Unternehmen gestellt, die bisher noch nicht mit Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen kooperiert haben. Darunter sind auch viele Mikrounternehmen mit wenigen Beschäftigten. Diese Unternehmen werden folglich durch diese Maßnahme an Forschungs- und Entwicklungskooperationen herangeführt.“

Die Unternehmen können die Innovationsgutscheine bei öffentlichen oder privaten Instituten weltweit, aber auch bei Forschungs- und Entwicklungsabteilungen aus produzierenden Unternehmen oder bei Ingenieur- oder Designbüros einlösen. „Das Modellvorhaben eröffnet einen neuen Blickwinkel auf den Technologietransfer, insbesondere auf die Bedürfnisse der Kleinunternehmen. Diese beauftragen häufig privatwirtschaftliche Dienstleister aus Baden-Württemberg“, berichtete Woywode.

Die meisten Anträge auf Innovationsgutscheine kamen bisher aus dem verarbeitenden Gewerbe, darunter besonders viele aus den Bereichen Maschinenbau, Metallbe- und Verarbeitung, Kunststofftechnik, Medizintechnik und Messtechnik. Weitere relevante Branchen sind die unternehmensorientierten Dienstleistungen und das Baugewerbe. Auch das Handwerk ist in seiner ganzen Branchenbreite gut vertreten.

Die Antragsformulare sind einfach gehalten und können fortlaufend beim Wirtschaftsministerium eingereicht werden. Diese werden nach formaler Prüfung von einem siebenköpfigen Innovationsausschuss begutachtet, der mittels Intranet-gestützter Antragsdatenbank auf elektronischem Wege eine Förderempfehlung abgibt.

Besonders die schnelle Bewilligung und die unbürokratische Abwicklung stoßen bei den Unternehmern auf positive Resonanz. Auch in anderen Bundesländern werden inzwischen Innovationsgutscheine ausgegeben. Bayern hat das baden-württembergische Modellvorhaben Mitte letzten Jahres nahezu eins zu eins übernommen.

Am 12. Juli 2010 findet deshalb gemeinsam mit dem Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie eine Veranstaltung zum Thema Innovationsgutscheine in der IHK Ulm statt.

(Redaktion/WM BW)