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KMU & Freiberufler | Do, 12.08.2010 10:12

Vorsicht bei dubiosen Branchenbucheinträgen

Branchenbucheinträge sind eine attraktive Werbeform - in gedruckter Form und längst auch im Internet. Das Angebot ist unübersichtlich. Und so erhalten Selbstständige und Gewerbetreibende regelmäßig dubiose Angebote. Wer darauf eingeht, erhält einen überteuerten Eintrag in ein Verzeichnis von zweifelhaftem Nutzen.


Ein typischer Fall: Ein Handwerksbetrieb wird per E-Mail angeschrieben und unter Verweis auf das Bundesdatenschutzgesetz über einen scheinbar bereits bestehenden Eintrag im Onlineverzeichnis gelbesbranchenbuch.com informiert, der in die Ausgabe 2010/2011 übernommen werden soll. Der Betrieb wird aufgefordert, die Daten und einen Anhang zu prüfen und gewünschte Korrekturen per Fax an den Anbieter zu schicken. Tatsächlich geht es um einen Neuvertrag über einen so genannten "Premiumeintrag". Der Preis für den hervorgehobenen Eintrag samt Link auf die Homepage des Betriebs und eine Laufzeit von zwei Jahren beträgt mehr als 1500 Euro.

Für Richard Schweizer von der Handwerkskammer Reutlingen ist das kein Einzelfall: "Das Angebot an Online-Branchenverzeichnissen wächst stetig und mit ihm die Zahl unseriöser Anbieter." Der Rechtsberater der Handwerkskammer empfiehlt Betrieben, entsprechende Angebote in jedem Fall sorgfältig zu prüfen oder besser gleich in den Papierkorb zu werfen. Denn wer sorglos einen scheinbar bereits bestehenden Eintrag aktualisiere, erteile möglicherweise einen Auftrag, der den Betrieb recht teuer zu stehen komme, sagt Schweizer.

Aber überzogene Preise sind nur ein Teil des Problems. "Solche Einträge sind meist von zweifelhaftem Nutzen für die Betriebe, wenn nicht gar schlicht überflüssig", betont Schweizer. Die Aussicht, neue Kunden zu gewinnen, sei gering, weil viele der angepriesenen Branchenverzeichnisse bei Verbrauchern und Internetnutzern vollkommen unbekannt seien.

Der Jurist empfiehlt denn auch, genau auf Produktnamen und Aufmachung zu achten. Unseriöse Anbieter suchten bewusst die Ähnlichkeit mit eingeführten Marken und bekannten Designs, um mit diesen verwechselt zu werden. Auch das "Gelbe Branchenbuch" sucht über Namenswahl und Farbgebung die Nähe zu den "Gelben Seiten" der Telefonbuchverlage.

Es ist wirklich nicht allzu schwer, sich ein Bild von den Anbietern zu machen. Die sind nämlich seit Jahren mit ein und derselben Masche unterwegs und haben im Internet deutliche Spuren hinterlassen.

(Redaktion/HWK RT)