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Vermischtes | Fr, 22.10.2010 10:13

Wanderausstellung „Feind ist, wer anders denkt“ über die Staatssicherheit der DDR macht Station in Stuttgart

Die Ausstellung „Feind ist, wer anders denkt“ bietet Interessierten einen Einblick in die Geschichte der DDR und informiert über die Funktion des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) in der SED-Diktatur. „Wer vor der Vergangenheit die Augen verschließt, wird blind für die Gegenwart“, zitierte Helmut Rau, Minister im Staatsministerium, den Alt-Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker im Vorfeld der Eröffnung der Wanderausstellung der Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen im Stuttgarter Hauptstaatsarchiv.


„Gezeigt werden die Methoden der Überwachung, der Repression und des Psychoterrors gegen die eigene Bevölkerung“, so der Minister. Wenn man sich das alles heute vor Augen halte, könne er nicht verstehen, wie manche Menschen ernsthaft über die Frage diskutierten, ob die DDR ein Unrechtsstaat gewesen sei.

„Ich freue mich ganz besonders mit Marianne Birthler heute nicht nur die Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, sondern auch eine mutige Stimme für die Freiheit hier bei uns in Stuttgart begrüßen zu dürfen“, erklärte Rau, der im Vorfeld der Eröffnung am Abend gemeinsam mit der Bundesbeauftragten Marianne Birthler die Ausstellung der Presse vorstellte. „Mit dieser Ausstellung wird nicht nur die Staatssicherheit als zentrales Unterdrückungsinstrument des SED-Staats gezeigt. Vielmehr geben wir vor allem den Opfern ein Gesicht.“ Es sei notwenig, nicht die Täter, sondern verstärkt die Opfer in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses zu nehmen.

Das Land Baden-Württemberg zeigt die die Wanderausstellung „Feind ist, wer anders denkt“ vom 22. Oktober bis 17. November 2010 im Hauptstaatsarchiv in Stuttgart. Die Ausstellung informiert über die Funktion des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) in der SED-Diktatur und zeigt seine Struktur, Tätigkeit und Wirkungsweise auf. Besondere Aufmerksamkeit lässt die Ausstellung den Menschen zuteil werden, die in das Visier der Staatssicherheit geraten sind: Ihr Schicksal wird in einer eigenen Sequenz nachgezeichnet.

Während der Ausstellungszeit stehen zwei fachkundige Mitarbeiter der Stasi-Unterlagen-Behörde den Besuchern für Informationen und Auskünfte zur Verfügung. Auf Wunsch werden Führungen durch die Ausstellung angeboten. Interessierte Besucher können Anträge auf Akteneinsicht in die Stasi-Unterlagen stellen.

(Redaktion)