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KMU & Freiberufler | Fr, 19.09.2014 10:59

Was macht ein erfolgreiches Startup aus?

Von: Carola Wühlisch, freie Autorin

Die Unternehmensgründungen in Deutschland haben in den letzten Jahren rapide zugenommen, Berlin ist die Startup Hauptstadt. Sieht man sich aber die Statistiken an, dann scheint Erfolg bei den Startups eher die Ausnahme als die Regel zu sein. Die Gründe sollen hier näher beleuchtet werden.


Immer mehr Menschen suchen ihr berufliches Glück in der Selbständigkeit. Dass das in vielen Fällen aber mit der Geschäftsaufgabe und einem Schuldenberg endet, scheint vielen nicht bewusst zu sein. Ca. 90% aller Startups scheitern. Es stellt sich die Frage, ob die Erfolgsquote zu verbessern ist, wenn einige Aspekte rund um die Gründung beachtet werden

Die "große Idee" allein reicht nicht

Sehr gute und kreative Geschäftsideen gibt es viele. Aber das allein reicht leider nicht aus, um sich am hart umkämpften Markt durchzusetzen. Ein Beispiel: Elektroautos waren auch schon in den 20er Jahren bekannt und wurden von vielen Herstellern gebaut. Durchgesetzt haben sie sich aber damals nicht. Erst heute, knapp hundert Jahre später, hat man die Idee wieder aufgegriffen, und kann zumindest mit Hybridfahrzeugen langsam vertretbare Umsätze erzielen. Die Idee war und ist gut - der Markt dafür bildet sich aber erst jetzt langsam, entsprechend wichtig ist eine gute Markt- und Zielgruppenanalyse.

Die eigenen Fähigkeiten und den Markt richtig einschätzen

Mit all seiner Begeisterung für die eigene Geschäftsidee läuft man als angehender Unternehmer immer wieder Gefahr, die Sichtweise und Bedürfnisse anderer Menschen und vor allem potentieller Kunden falsch einzuschätzen. Was man selbst für praktisch, nützlich oder genial hält, wird von vielen anderen Menschen oft nicht so wahrgenommen. Den Markt kann man nur dann richtig einschätzen, wenn man möglichst viel objektives Feedback schon im Vorfeld durch die potentiellen Kunden erhält. Crowdfunding ist hierfür z.B. ein sehr gutes Markt-Barometer, in Deutschland ist es bislang aber leider noch wenig verbreitet.

Vielfach wird auch von Gründern auch der Fehler begangen, über die eigenen Wissenslücken großzügig hinwegzusehen. Kein Produkt und keine Dienstleistung "verkauft sich von selbst" - es braucht profunde Kenntnisse in Betriebswirtschaft und Marketing, um ein Unternehmen und das Marketing auch richtig und vor allem erfolgreich steuern zu können. Sich ohne dieses Wissen mit einem Unternehmen auf den Markt zu wagen, ist schlichtweg unternehmerischer Selbstmord.

Nüchterne Analysen statt hochfliegender Pläne

Optimismus ist gut, für Unternehmensgründer ist er sogar überlebenswichtig. Allerdings sollte Optimismus niemals eine solide Planung ersetzen. Es geht schon am Anfang um die Analyse von Marktpotentialen, um die nüchterne Analyse der eigenen Fähigkeiten sowie eine Analyse der finanziellen Möglichkeiten. Eine solide Finanzplanung einschließlich Risikoabwägung sollte Teil eines jeden Businessplans sein. Stattdessen sind enthusiastische Neugründer von Startups häufig eher optimistisch als realistisch.

Kein Starten auf der Baustelle

Nicht wenige Gründungen starten heute mit kleinem Budget praktisch von Null - in spärlich eingerichteten Büros und oft unter Verzicht von Annehmlichkeiten für die Mitarbeiter. Die hippe und junge Improvisations-Mentalität erweist sich in der täglichen Unternehmenspraxis oft als schwierig. Sie ist meist nur Folge überhasteter und schlecht geplanter Gründungen und strahlt eher Unprofessionalität aus. Apples Start in der heimischen Garage ist nur ein einzelnes, gelungenes Beispiel dieses Weges - neben einer Vielzahl von ähnlichen, am Ende gescheiterten Unternehmungen. Die Geschichte von Jobs und Wozniak ist keinesfalls als Erfolgsrezept zu verstehen, sondern vielmehr eine Ausnahmeerscheinung.

Niemand kann aber langfristig motiviert bleiben und Leistung auf einer halben Baustelle erbringen. Entsprechend lohnt es sich, immer auch die Bedürfnisse der Angestellten im Blick zu haben. Auch wenn das Budget der meisten Gründer knapp ist, sollte an einem angenehmen Arbeitsumfeld keinesfalls gespart werden. Das fängt schon bei der Büroeinrichtung an. In einem professionellen und komfortablen Arbeitsumfeld lässt es sich auch professionell arbeiten. Das gilt auch für die Mitarbeiter in einem Startup Unternehmen.

Führungsqualitäten werden oft vernachlässigt

Auch Chef sein will gelernt sein. Niemand entwickelt über Nacht überragende Führungsqualitäten. Es ist vielmehr ein konsequentes, kritisches Arbeiten an sich selbst und an den eigenen Qualitäten notwendig, fundiertes Wissen über Führung und Mitarbeitermotivation und eine konsequente Förderung des Personals.

Auch innerhalb der mittleren Führungsebene sollte darauf geachtet werden, dass die Mitarbeiter ein hohes Maß an sozialer Kompetenz mitbringen und konsequent an ihren Führungsqualitäten arbeiten. Tatsächlich verorten die meisten Gründungsberatungen und die Wirtschaftsinstitute in diesem Punkt einen sehr wesentlichen Grund für das Scheitern. Ein Chef sollte entsprechend selbstreflektiert, empathisch sein und eine gewisse Reife mitbringen.

Checkliste vor der Gründung:

 

  • Markt- und Zielgruppenanalysen für das Produkt
  • Kosten- und Risikoabwägung
  • Businessplan aufsetzen
  • Die eigenen Branchen- und Fachkenntnisse sowie Führungsqualitäten kritisch prüfen
  • Standortwahl und Planung der Ausstattung

 

Hilfreich für die Gründung:

http://www.startup-in-bayern.de/themenmenue/vor-dem-start/checkliste.html

http://www.kaiserkraft.de/bueroausstattung-buerobedarf/c/62844-KK/

http://www.kaiserkraft.de/it-einrichtungen/c/89517-KK/

http://www.fuer-gruender.de/wissen/existenzgruendung-planen/markt/