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Wirtschaft | Mi, 31.08.2011 12:33

Weiter günstige Entwicklung am deutschen Arbeitsmarkt

Die Lage am Arbeitsmarkt hat sich trotz geringerer Dynamik des Aufschwungs der deutschen Wirtschaft erneut verbessert. Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im August um 5.000 auf 2.945.000 gestiegen. Die Zunahme geht vor allem darauf zurück, dass insbesondere in den großen Bundesländern noch Sommerferien waren.


Das Saisonbereinigungsverfahren errechnet für den August ein Minus von 8.000. Der Rückgang der Arbeitslosigkeit hat sich damit weiter fortgesetzt, zuletzt allerdings deutlich abgeschwächt. Die Entlastung durch Arbeitsmarktpolitik hat von Juli auf August weiter abgenommen; die Unterbeschäftigung (ohne Kurzarbeit), die Veränderungen in der entlastenden Arbeitsmarktpolitik berücksichtigt, ist deshalb saisonbereinigt stärker als die Arbeitslosigkeit gesunken, und zwar um 24.000.

Im Vergleich zum Vorjahr waren im August 238.000 weniger Arbeitslose registriert. Maßgeblich hierfür ist das gute konjunkturelle Umfeld, das zu einem deutlichen Zuwachs der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung geführt und damit die Chancen erhöht hat, die Arbeitslosigkeit durch Aufnahme einer Beschäftigung zu beenden. Entlastend wirkt außerdem ein rückläufiges Arbeitskräfteangebot.

Erwerbstätigkeit und sozialversicherungspflichtige Beschäftigung haben in saisonbereinigter Rechnung weiter zugenommen und liegen über dem Vorjahresniveau.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist die Zahl der Erwerbstätigen im Juli saisonbereinigt um 19.000 gestiegen. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung hat im Mai saisonbereinigt um 49.000 zugenommen (vorläufige Daten).

Nicht saisonbereinigt hat sich die Erwerbstätigkeit von Juni auf Juli praktisch nicht verändert (+4.000) und belief sich  auf 41,13 Millionen. Gegenüber dem Vorjahr ist die Erwerbstätigkeit um 527.000 gestiegen (Quelle: Stat. Bundesamt). Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung lag im Juni nach der Hochrechnung der BA bei 28,39 Millionen; gegenüber dem Vorjahr war das ein Zuwachs von 684.000. Dabei hat die sozialversicherungspflichtige Vollzeitbeschäftigung im Vorjahresvergleich um 385.000 und die sozialversicherungspflichtige Teilzeitbeschäftigung um 298.000 zugenommen.

Die anderen Konten der Erwerbstätigkeit haben sich gegenüber dem Vorjahr unterschiedlich entwickelt. Die Zahl der Selbständigen ist kräftig gestiegen und die der ausschließlich geringfügig entlohnt Beschäftigten hat sich leicht erhöht. In Arbeitsgelegenheiten mit Mehraufwandsentschädigung waren ein gut Drittel weniger Arbeitslosengeld II-Bezieher beschäftigt.

Die nach dem ILO-Erwerbskonzept vom Statistischen Bundesamt ermittelte Erwerbslosigkeit belief sich in Deutschland für den Juli auf 2,58 Millionen und die Erwerbslosenquote auf 6,2 Prozent.

Die Nachfrage nach Arbeitskräften bleibt auf hohem Niveau, hat aber etwas an Dynamik verloren. Die gemeldeten Arbeitsstellen haben sich im August saisonbereinigt weiter leicht um 5.000 erhöht. Nicht saisonbereinigt belief sich der Bestand im August auf 497.000 Arbeitsstellen. Gegenüber dem Vorjahr war das ein Anstieg von 100.000.

Die Daten zum Ausbildungsstellenmarkt signalisieren weiterhin eine Verbesserung der Chancen für die Bewerber. Im Zeitraum Oktober 2010 bis August 2011 wurden der Ausbildungsvermittlung der BA insgesamt 494.100 Ausbildungsstellen gemeldet, 48.200 mehr als im Vorjahreszeitraum. Zu diesem deutlichen Anstieg beigetragen haben die gute konjunkturelle Lage und das Interesse der Betriebe, sich den eigenen Fachkräftenachwuchs durch Ausbildung zu sichern. Denn der Anstieg bis August 2011 geht allein auf ein Plus bei den betrieblichen Berufsausbildungsstellen zurück (+48.800 auf 467.300; außerbetriebliche: -600 auf 26.800). Dies spiegelt sich auch in den Zahlen zu den neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen wider: sowohl vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag als auch vom Zentralverband des Deutschen Handwerks werden bis Ende Juli mehr neue Ausbildungsverträge gemeldet als im Vorjahr.

Die Zahl der noch unbesetzten Ausbildungsstellen lag im August mit 91.400 um 21.100 über dem Vorjahreswert. Als noch unversorgt zählten im August 88.300 Bewerber, 9.500 weniger als im Vorjahr.

(Redaktion)