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Wirtschaft | Mo, 12.03.2012 07:43

Weniger insolvente Unternehmen in Baden-Württemberg im Jahr 2011

2.284 Unternehmensinsolvenzen wurden im Jahr 2011 bei den Amtsgerichten in Baden-Württemberg. Das waren erneut weniger als im Vorjahr (- 8,3 Prozent oder -206 Verfahren). Im Jahr 2010 wurden 2.490 Verfahren gezählt. Deutlich höher als im Vorjahr waren jedoch die voraussichtlichen Forderungen der Gläubiger und die Zahl der unmittelbar von Insolvenzen betroffenen Beschäftigten. Dies teilt das Statistische Landesamt mit.


Im Jahr 2011 waren 15.323 Arbeitsplätze durch Insolvenzanmeldungen bedroht, im Jahr 2010 waren dagegen nur 12.072 Arbeitsplätze gefährdet. Im Durchschnitt je Fall errechnen sich für 2011 somit 7 unmittelbar betroffene Beschäftigte gegenüber 5 im Vorjahr. Auch die voraussichtlichen Forderungen der Gläubiger lagen 2011 merklich höher mit durchschnittlich 978.000 Euro je Unternehmensinsolvenz, im Jahr 2010 waren es lediglich 795.000 Euro. Insgesamt summierten sich die Verbindlichkeiten der insolventen Unternehmen auf 2,2 Mrd. Euro (+ 13 Prozent). 29 Prozent der insolventen Unternehmen hatten jedoch weniger als 50.000 Euro Schulden. Verbindlichkeiten in Höhe von über einer Million Euro hatten 293 insolvente Firmen.

Rund 32 Prozent der Unternehmensinsolvenzverfahren wurden Mangels Masse abgewiesen und entsprechend 68 Prozent eröffnet. In 78 Prozent der Insolvenzfälle beantragte der Schuldner selbst das Verfahren. Weiterhin war bei 97 Prozent der Unternehmensinsolvenzen die Zahlungsunfähigkeit oder Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung der Grund für die Insolvenzanmeldung. Die drohende Zahlungsunfähigkeit spielte also eine nur geringe Rolle (36 Fälle). Bei 27 Verfahren wurden außerdem durch die Insolvenzgerichte die Eigenverwaltung angeordnet, dies war deutlich häufiger als in den Vorjahren.

21 Prozent der insolventen Unternehmen hatten ihren wirtschaftlichen Schwerpunkt im Bereich Handel. Im Bereich Baugewerbe kam es zu 340 Insolvenzanmeldungen (15 Prozent), gefolgt vom Bereich Verarbeitendes Gewerbe mit 255 Verfahren (11 Prozent). In diesen Bereichen zusammen waren über 70 Prozent der unmittelbar betroffenen Beschäftigten tätig. Weitere 233 insolvente Unternehmen zählten zum Bereich Freiberufliche Wissenschaftliche und Technische Dienstleistungen. Es folgen das Gastgewerbe, die Bereiche Verkehr und Lagerei, Sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen, Grundstücks- und Wohnungsvermietung. Nur in wenigen Bereichen stiegen die Verfahrenszahlen gegenüber dem Vorjahreswert an: im Bereich Gesundheits- und Sozialwesen stieg die Verfahrenszahl um 33 Prozent auf 60 Verfahren, im Bereich Erziehung und Unterricht war die Zunahme mit plus 3 Verfahren dagegen nur gering.

Insgesamt hat sich die Insolvenztätigkeit mit der konjunkturellen Erholung im Jahr 2010 und deutlichem Wirtschaftswachstum im Jahr 2011 beruhigt.

(Redaktion)