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Wirtschaft | Di, 06.09.2011 15:08

Weniger Unternehmensinsolvenzen in Baden-Württemberg

Im ersten Halbjahr 2011 wurden bei den Amtsgerichten Baden-Württembergs 1.174 Unternehmensinsolvenzen entschieden. Das waren 105 Verfahren oder gut 8 Prozent weniger als im 1. Halbjahr 2010. Dies teilt das Statistische Landesamt mit.


Knapp 21 Prozent der insolventen Unternehmen zählten zum Wirtschaftszweig Handel, jedoch wurden hier bei insgesamt 242 Verfahren 33 Insolvenzfälle weniger gezählt (-12 Prozent) als in den ersten sechs Monaten des Vorjahres. Nach dem Schwerpunkt ihrer Tätigkeiten zugeordnet folgen das Baugewerbe mit 173 Insolvenzfällen, das Verarbeitende Gewerbe mit 135 Fällen und mit 119 Fällen der Bereich Freiberufliche, wiss. und technische Dienstleistungen. Während aber im Baugewerbe eine Zunahme um 6 Verfahren verzeichnet wurde, wurden im Verarbeitenden Gewerbe und im Bereich Freiberufliche, wiss. und technische Dienstleistungen 24 bzw. 16 Verfahren weniger ermittelt als vor Jahresfrist.

Im Gastgewerbe wurden weitere 110 Insolvenzen gemeldet, im Bereich Verkehr und Lagerei waren es 72. Im Bereich sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen gingen 64 Unternehmen zum Insolvenzgericht, bei den sonstigen – auch persönlichen – Dienstleistungen 51 Unternehmen, davon 47 Unternehmen der Sparten „überwiegend persönliche Dienstleistungen“ (z.B. Kosmetik, Friseur usw.). Ebenfalls eine beachtliche Anzahl wurde im Bereich Grundstücks- und Wohnungswesen festgestellt (62 Verfahren).

Insgesamt waren 7.223 Beschäftigte im 1. Halbjahr 2011 unmittelbar von einer Insolvenzanmeldung betroffen, das waren 28 Prozent mehr als im 1. Halbjahr 2010. Damals wurden 5.639 bedrohte Arbeitsplätze gezählt, ein Jahr früher allerdings 12.795 Arbeitsplätze. Nahezu drei Viertel dieser Personen waren im 1. Halbjahr 2011 im Verarbeitenden Gewerbe, im Baugewerbe oder im Handel beschäftigt, gut ein weiteres Zehntel in den Bereichen Verkehr und Lagerei sowie Gastgewerbe.

Die voraussichtlichen Forderungen der Gläubiger gegenüber insolventen Unternehmen beliefen sich im 1. Halbjahr 2011 auf 1,114 Mrd. Euro. Nahezu ein Achtel der Schuldner hatte über eine Million Verbindlichkeiten; 29 Prozent dagegen unter 50.000 Euro. Bei rund einem Fünftel der Insolvenzfälle gingen die Gläubiger zum Insolvenzgericht, in 78 Prozent der Unternehmensinsolvenzen der Schuldner selbst. Bei knapp drei Viertel war die Zahlungsunfähigkeit der Grund für die Insolvenzanmeldung (73 %), bei knapp einem Viertel kam zur Zahlungsunfähigkeit auch die Überschuldung (24 %). In nur geringem Maße spielte die drohende Zahlungsunfähigkeit eine Rolle. Bei nur 12 Insolvenzverfahren wurde unter Aufsicht des Verwalters die Eigenverwaltung angeordnet.

Bei rund vier Fünftel der insolventen Unternehmen war das Gründungsjahr bekannt. Bei gut einem Viertel (27 Prozent) dieser Unternehmen lag die Gründung in den vergangenen drei Jahren. Dagegen lag bei 46 % dieser Unternehmen die Gründung mehr als 8 Jahre zurück; sie beschäftigten deutlich über drei Fünftel aller unmittelbar betroffenen Beschäftigten, ebenso hoch war der Anteil an den gesamten Verbindlichkeiten.

(Redaktion)