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Wirtschaft | Mi, 12.09.2012 08:58

Weniger Zeitarbeitskräfte in Baden-Württemberg

In der Zeitarbeitsbranche haben sich die Beschäftigungschancen verschlechtert. Im Juni 2012 gab es im Südwesten in dieser Branche bereits im vierten Monat in Folge weniger Beschäftigte als im Vorjahresmonat. Zur Jahresmitte 2012 waren in Baden-Württemberg gut 94.000 sozialversicherungspflichtige Arbeitnehmer in der Zeitarbeitsbranche beschäftigt. Das waren 5.100 oder 5,2 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Dies teilt das Statistische Landesamt nach Auswertung der ersten Hochrechnungen der Beschäftigungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit mit.


Gemessen an den rund 4,07 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Südwesten beträgt der Anteil der Arbeitnehmer in der Zeitarbeitsbranche lediglich 2,3 Prozent und ist damit in etwa so hoch wie im Kreditgewerbe. Nach dem Beschäftigungshöchststand im November 2011, als über 102.000 Zeitarbeitskräfte im Land sozialversicherungspflichtig beschäftigt waren, war es im März 2012 erstmals seit Jahresbeginn 2010 wieder zu einem leichten Beschäftigungsrückgang gegenüber dem vergleichbaren Vorjahresmonat gekommen. Dieser verstärkte sich von Monat zu Monat weiter. Auch bundesweit ist diese Entwicklung seit März 2012 zu beobachten. Der prozentuale Beschäftigungsrückgang fiel dort allerdings etwas geringer aus und betrug im Juni 2012 −3,4 Prozent.

Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten insgesamt stieg im Juni 2012 gegenüber dem Vorjahresmonat um 2,1 Prozent oder knapp 86.000 und setzte ihren Wachstumskurs mit gedrosseltem Tempo fort. In den kommenden Monaten ist allerdings damit zu rechnen, dass insbesondere der Beschäftigungszuwachs im Verarbeitenden Gewerbe immer mehr nachlässt. Die Entwicklung der Beschäftigung in der Zeitarbeitsbranche stellt nämlich wegen ihrer hohen Flexibilität einen Frühindikator für die Arbeitsmarktentwicklung dar.

Werden in der Anfangsphase eines konjunkturellen Aufschwungs zuerst Zeitarbeitskräfte eingestellt, bevor das Stammpersonal erweitert wird, sind Leiharbeitnehmer bei einer wirtschaftlichen Eintrübung meist die ersten Beschäftigten, die vom Stellenabbau betroffen sind. Insbesondere das Verarbeitende Gewerbe, wo eine Vielzahl der Zeitarbeitskräfte zum Einsatz kommt, hatte in den vergangenen Jahren mit zeitlicher Verzögerung auf die Entwicklung in der Zeitarbeitsbranche reagiert.

Wie das Statistische Landesamt weiter mitteilt, ist die Beschäftigtenzahl in der Industrie im Juni 2012 gegenüber dem Vorjahresmonat um +1,8 Prozent oder fast 23.000 angestiegen. Seit Jahresbeginn hat sich der Zuwachs aber kontinuierlich abgeschwächt (Januar 2012: 2,8 Prozent).

(Redaktion)