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Wirtschaft | Mo, 21.10.2013 08:52

Werbemarkt in Deutschland legt wieder zu

Nach einer etwas holprigen ersten Jahreshälfte haben die Unternehmen im dritten Quartal 2013 ihre Bruttowerbeausgaben um 2,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal erhöht. Für den Zeitraum von Juli bis September belaufen sich diese auf 5,9 Milliarden Euro. Daraus ergibt sich für die Bilanz der ersten neun Monate eine Gesamtsumme von 18,4 Milliarden Euro Das entspricht einem Plus von 0,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Diese Entwicklung belegen die aktuellen werbestatistischen Daten von Nielsen Media Research.


Der Automobilmarkt hat werblich wieder an Fahrt aufgenommen. Nach einer rückläufigen Entwicklung im ersten Halbjahr hat die PKW-Werbung in den vergangenen drei Monaten wieder um 1,2 Prozent zugelegt. „Sollte sich dieser Trend in den nächsten Monaten zur Kehrtwende manifestieren, könnte den PKW-Herstellern zum Jahresende der Ausgleich der aktuell noch leicht negativen Gesamtbilanz gelingen“, prognostiziert Dirk Reinbothe, Director AIS Germany bei Nielsen. „Auf jeden Fall melden die Autobauer bereits jetzt mit einem Bruttowerbedruck in Höhe von 1,2 Milliarden Euro insgesamt Ansprüche auf den Thron der werbestärksten Branche in diesem Jahr an“, so Reinbothe weiter.

Werbemaßnahmen für das Privatkundengeschäft im Bereich der Finanzdienstleistungen verzeichneten in den ersten neun Monaten das stärkste Wachstum unter den Top-Branchen. Für alle drei Quartale registriert die Nielsen Werbestatistik positive Wachstumsraten, die sich insgesamt auf 322 Millionen Euro und plus 25,4 Prozent im Vergleich zu 2012 aufsummieren.

Ein ebenfalls starkes Wachstum generierte die Pharmaindustrie. Sie bewarb ihre rezeptfreien Arzneimittel mit einem Bruttowerbedruck von 560 Millionen Euro und zählt mit plus 15,9 Prozent (kumuliert) ebenfalls zu den Wachstumstreibern auf dem Werbemarkt. Nahezu alle der Top 10 Unternehmen der Branche weisen mit dem Abschluss des dritten Quartals ein zweistelliges Wachstum aus.

Aufgeschlüsselt nach Mediengattungen verzeichnete das Fernsehen im dritten Quartal ein Plus bei den Bruttowerbeerlösen und zeigte mit zum Teil zweistelligen Zuwächsen eine besonders starke Performance in den traditionell eher schwachen Sommermonaten. Insgesamt belaufen sich die Bruttowerbeeinnahmen im TV nach drei Quartalen auf rund acht Milliarden Euro, was einem kumulierten Plus von 4,7 Prozent entspricht.

Kino- und Out-of-Home-Werbung (63 Millionen Euro und 1,1 Milliarden Euro) schneiden mit plus 11,2 und plus 10,0 Prozent in den ersten neun Monaten des Jahres 2013 am besten ab, wobei die Lichtspielhäuser nach Einbrüchen im Juli und August erst im September mit gut gebuchten Werbeplätzen in den Kinoherbst starteten. Die Radiowerbung verzeichnet nach neun Monaten insgesamt 1,1 Milliarden Euro und damit einen Zuwachs von 4,7 Prozent – trotz leichter Einbußen im dritten Quartal, die allerdings in der bald beginnenden werbeintensiven Vorweihnachtszeit noch weiter kompensiert werden könnten. Die Online-Werbung ist auch nach neun Monaten weiterhin im Aufwärtstrend und beläuft sich auf rund 2,1 Milliarden Euro, was einem Plus von 2,2 Prozent im Vergleich zu 2012 entspricht.

Eine erfreuliche Entwicklung zeichnete sich im dritten Quartal bei den Titeln der Publikumspresse ab: Durchgängige Zuwächse, die sich insgesamt auf 1,8 Prozent beliefen, konnten dem rückläufigen Trend der ersten Jahreshälfte entgegenwirken. Unterm Strich bedeutet dies nach neun Monaten für die Publikumszeitschriften ein abgemildertes Minus von nur noch 1,7 Prozent bei insgesamt rund 2,5 Milliarden umgesetzten Werbeeuros brutto. Zwar weisen Fachzeitschriften (300 Millionen Euro, minus 3,4 Prozent) und Tageszeitungen (3,3 Milliarden Euro, minus 10,1 Prozent) weiterhin rückläufige Bruttowerbeeinahmen aus, doch die Talfahrt der ersten Monate des Jahres wurde bei Letzteren zumindest im dritten Quartal deutlich abgemildert.

„Der Trend zu digitalen Werbeformaten ist ungebrochen. Dies sehen wir nicht zuletzt auch in unserer mobile Werbestatistik, die für Januar bis September ein Wachstum von über 70 Prozent im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet“, so Reinbothe. „Aus unseren Studien zum Werbemarkt wissen wir aber auch, dass die Werbung in den klassischen Medien, wie beispielsweise TV, Radio und besonders auch Print bei den Konsumenten großes Vertrauen genießt. Auf dieses positive Signal sollten Medienhäuser und Werbungtreibende aufbauen, während sie ebenso ihre Strategien in den digitalen Kommunikationskanälen weiterverfolgen.“

(Redaktion)